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In Brasilien ist die Tigermücke weit verbreitet - und diese überträgt das mitunter tödlich verlaufende Dengue-Fieber.
In Brasilien ist die Tigermücke weit verbreitet - und diese überträgt das mitunter tödlich verlaufende Dengue-Fieber.

Alarm in Portugals WM-Basis: Dengue-Fieber fordert drei Tote

In knapp zwei Wochen startet die langersehnte Fußball-WM. Doch die Vorfreude wird getrübt. Experten warnen vor dem mitunter tödlich verlaufenden Dengue-Fieber. In Campinas - dem WM-Stützpunkt der portugiesischen Elf - herrscht jetzt eine Rekordepidemie.

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Am WM-Stützpunkt von Deutschlands Auftaktgruppengegner Portugal herrscht rund zwei Wochen vor Beginn der Fußball-WM in Brasilien Dengue-Fieber-Alarm. In Campinas bestätigte die Kommission zur Epidemienbekämpfung mindestens drei Todesfälle und über 32.000 Erkrankungen durch die Virusinfektion. "Es ist eine Rekordepidemie", beschrieb Kommissionsleiterin Andrea von Zuben das Ausmaß der von Mücken übertragenen Erkrankung.

Von Zubens Kommission ordnete umgehend eine umfassende Mückenvernichtungsaktion zur Verhinderung einer weiteren Ausbreitung des Virus an. Erst kürzlich hatten Sondergruppen städtischer Müllarbeiter mit Hilfe des Militärs 83.000 Tonnen Abfälle aus der Stadt entfernt und Dutzende von Gebäuden mit Insektengift eingesprüht.

Portugals Verband bleibt gelassen

Laut von Zuben werden die brasilianischen Behörden an Flughäfen, in den Trainingszentren und Mannschaftshotels massiv Insektenvernichtungsmittel einsetzen. "Die Teams werden dadurch weitaus weniger gefährdet sein als die örtlichen Bevölkerungen", sagte von Zuben außerdem. Die bisherigen Todesopfer in Campinas, wo auch Nigeria sein WM-Quartier aufschlägt, sind Frauen im Alter von 27, 69 und 81 Jahren. Die Behörden lassen zudem drei weitere Todesfälle auf einen Zusammenhang mit dem Dengue-Fieber untersuchen.

Portugals Verband FPF reagierte gelassen auf die schlechten Nachrichten für seine Mannschaft. "Uns ist garantiert worden, dass die Situation erkannt und unter Kontrolle gebracht worden ist. Es sollte kein Grund für Alarmstimmung bestehen", teilte der FPF mit.

Thema auch im deutschen WM-Team

Das gefährliche und nicht durch vorbeugende Impfungen zu bekämpfende Dengue-Fieber beschäftigt auch die Mediziner im Lager der deutschen Nationalmannschaft. "Dengue-Fieber ist schon ein Thema", bestätigte Mannschaftsarzt Tim Meier am vergangenen Donnerstag und unterstrich die Bedeutung von Maßnahmen zum Schutz potenziell infektiöser Mückenstiche. Das Risiko ließe sich allerdings ""nicht auf Null senken".

Mitte Mai hatte eine internationale Forschergruppe zwei WM-Spielorte der deutschen Mannschaft zu Gebieten mit erhöhtem Dengue-Fieber-Risiko erklärt. In Fortaleza und Recife sowie in Natal bestünde laut Studien eine höhere Infektionsgefahr als in den neun anderen WM-Städten. In Fortaleza bestreitet das deutsche Team am 21. Juni sein zweites Gruppenspiel gegen Ghana, Recife ist fünf Tage später Schauplatz des Vorrunden-Abschlusses gegen die USA. Brasiliens rund sieben Millionen Dengue-Fieber-Fälle seit 2000 bedeuten die höchste Infektionsrate weltweit. Impfungen und andere Behandlungsarten existieren nicht.

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Quelle: n-tv.de

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