Wirtschaft

Liveticker zur Griechenland-Krise: +++ 22:48 Tsipras: Griechenland wird nicht zahlen+++

Jetzt ist es offiziell: Griechenland wird die Überweisung der am Dienstag fälligen Juni-Raten an den Internationalen Währungsfonds (IWF) verweigern. Das bestätigte Ministerpräsident Alexis Tsipras Abend im griechischen Staatsfernsehen. Die Zahlung werde nicht erfolgen, wenn es nicht über Nacht noch eine Einigung mit den internationalen Gläubigern gebe, sagte Tsipras. Griechenland sollte an diesem Dienstag eine fällige Rate von 1,54 Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückzahlen. Der IWF hatte Athen bereits zugestanden, eigentlich früher fällige Beträge gebündelt am Ende des Monats zurückzuzahlen. Der IWF in Washington wollte die Weigerung aus Athen zunächst nicht kommentieren.

+++ 22:27 Athen fordert neues Angebot der Gläubiger +++
Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras versucht, die Gläubiger des Landes unter Druck zu setzen. In einem Fernsehinterview sagt er: Athen würde die offene Rate an den Internationalen Währungsfonds (IWF) in Höhe von knapp 1,6 Milliarden Euro schon morgen bezahlen, wenn die Institutionen ein neues Angebot vorlegen würden. Aus Griechenland hieß es kurz zuvor, dass die Rate, die morgen fällig ist, nicht bezahlt werde.

+++ 22:11 Tsipras macht politische Zukunft vom Ausgang des Referendums abhängig +++
Das Referendum am Sonntag ist nicht nur eine Abstimmung über den Verbleib Griechenlands in der Eurozone. Ministerpräsident Alexis Tsipras macht es auch zu einer Abstimmung über seine Person. Wenn bei dem Referendum über die Forderungen der internationalen Geldgeber ein "Ja" herauskomme, "bin ich nicht für alle Zeiten Ministerpräsident", sagt Tsipras Live im griechischen Fernsehen.

Tsipras wirft den Geldgebern vor, die Verhandlungen abgebrochen zu haben.
Tsipras wirft den Geldgebern vor, die Verhandlungen abgebrochen zu haben.

+++ 21:48 Live im Fernsehen: Tsipras wendet sich an die griechische Öffentlichkeit +++
Alexis Tsipras spricht im griechischen Sender EPT 1 Live vor tausenden Fersehzuschauern. Er behauptet unter anderem, dass seine Regierung das Ergebnis des Referendums akzeptieren werde, egal, wie es ausfällt. Er wirbt zugleich für Nein-Stimmen. Tsipras wirft den Gläubigern vor, die Verhandlungen abgebrochen zu haben.

+++ 21:37 Athen will angeblich Limit für Abhebungen senken +++
Griechische Bankkunden können derzeit nur noch 60 Euro pro Tag abheben. Das soll sich nach Angaben der "Bild"-Zeitung noch in den nächsten Tagen ändern. Das Blatt hat eigenen Angaben zufolge aus Bankkreisen in Athen erfahren, dass der Wert auf weniger als 40 Euro sinken soll.

+++ 21:06 Rating-Agentur wertet Griechenland weiter ab +++
Die Ratingagentur Standard & Poors (S&P) stuft die Bonität Griechenlands noch weiter herab. Die Analysten senken die Kreditwürdigkeit für langfristige Verbindlichkeiten in fremden, aber auch der eigenen Währung von "CCC" auf "CCC-". Für Kredite mit kurzfristiger Laufzeit bestätigen sie das Rating "C". Der Ausblick ist negativ. S&P schätzt die Wahrscheinlichkeit eines Grexit mit rund 50 Prozent ein.

+++ 20:39 Schäuble bestätigt: Athen zahlt Juni-Rate an IWF nicht +++
Griechenland wird die im Juni fällige Rate an den Internationalen Währungsfonds (IWF) nicht zahlen. Das sagt Wolfgang Schäuble. Griechenland habe angekündigt, die Zahlung nicht zu leisten, damit entfalle jede künftige Zahlung durch den IWF, fügt der Bundesfinanzminister in der ARD hinzu. Zuvor hieß es schon aus Athener Regierungskreisen, dass Griechenland die Rate nicht zahlen werde.

+++ 20:28 Menschen auf Syntagma-Platz rufen "Nein!" +++
Etliche Menschen versammeln sich auf dem Syntagma-Platz in Athen und fordern ein "Nein" beim anstehenden Referendum. Sie lehnen die Reformvorschläge der Gläubiger Griechenlands ab. Angeblich protestieren mehr als 40.000 Menschen.

+++ 20:15 Dijsselbloem hält Euro-Austritt noch für verhinderbar +++

Ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone lässt sich nach Ansicht von Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem noch abwenden. "Ja das ist noch möglich", sagt er dem niederländischen Radio. "Ich wiederhole, dass die Tür bei uns offen bleibt, auch wenn die Möglichkeiten und die Zeit sehr begrenzt sind."

+++ 19:47 Obama telefoniert mit Hollande +++
US-Präsident Barack Obama drängt in einem Gespräch mit Frankreichs Staatschef François Hollande auf eine Einigung der Geberländer mit Griechenland. Es sei für alle Beteiligten wichtig, ein Reformpaket zu schnüren, das Athen erlaube, zu Wachstum und Stabilität innerhalb der Eurozone zurückzukehren, sagt Regierungssprecher Josh Earnest. Die USA seien der Meinung, entsprechende Gespräche sollten noch vor dem griechischen Referendum am 5. Juli stattfinden. 

Kipping, Riexinger, Gysi (v.l.) - die Spitze der Linken greift vor allem Kanzlerin Merkel an.
Kipping, Riexinger, Gysi (v.l.) - die Spitze der Linken greift vor allem Kanzlerin Merkel an.(Foto: picture alliance / dpa)

+++ 19:06 Linke: Merkel versteckt sich hinter Schäuble +++
Katja Kipping greift Kanzlerin Merkel an: "Erschreckend, wie sich in einer solchen historischen Situation die Bundeskanzlerin wegduckt und hinter (Wolfgang) Schäuble versteckt", sagt die Linke-Chefin. Fraktionschef Gregor Gysi stimmt mit ein: "Man darf nicht vergessen: Die Bundeskanzlerin trägt für all das eine Hauptverantwortung." Er fügt hinzu: "Hier kann etwas eingeleitet werden, was verheerend wäre." Gysi fürchtet, dass Europa wieder in die Situation kommt, in der Kriege wie die des vergangenen Jahrhunderts möglich sind.

+++ 18:23 Griechenland wird am Dienstag fällige IWF-Rate nicht zahlen +++
Griechenland wird laut Regierungsvertretern am Dienstag die fällige IWF-Rate nicht zahlen. Athen hätte rund 1,6 Milliarden Euro zahlen müssen.

+++ 17:30 Angebot an Tsipras gerät an die Öffentlichkeit +++
Bisher war nur eines klar: Athen nimmt den Deal, den die Gläubiger dem Land angeboten haben, nicht an. Unklar war, woraus dieses Angebot in seiner Ursprungsfassung eigentlich bestand. Bis jetzt. Medien tragen die ersten Details in die Öffentlichkeit. Laut der "Süddeutschen Zeitung" legten die Gläubiger der griechischen Regierung sechs Dokumente vor.

  • Eine zweiseitige Analyse der Schuldentragfähigkeit Griechenlands
  • Einen Auszahlungsplan
  • Einen neun Seiten langen Tischkompromiss, in dem die Institutionen aufzählen, welche Maßnahmen Athen sofort ergreifen müsse
  • Eine inhaltlich ähnlich gehaltene Liste von Sofortmaßnahmen
  • Eine als Erinnerungshilfe bezeichnete Aufstellung von Reformen, die nötig seien, damit Athen selbstständig wirtschaften könne
  • Ein ausführliches technisches Memorandum, in dem alle Begriffe und Kriterien geklärt sind

Die wichtigsten Inhalte der Dokumente: Eine Verlängerung des Hilfsprogramms bis November, eine Erinnerung daran, dass Griechenland bis 2020 noch 35 Milliarden Euro aus dem Strukturfördertopf der EU abrufen kann, und der Schluss der Gläubiger, dass Griechenland ein weiteres, drei Jahre lang laufendes Hilfspaket benötigt. Am Sonntag veröffentlichte die EU-Kommission den letzten Verhandlungsstand vor dem Ende der Gespräche.

Die grüne Partei- und Fraktionsspitze.
Die grüne Partei- und Fraktionsspitze.(Foto: picture alliance / dpa)

+++ 17:01 Grüne: Verbleib im Euro darf nicht nur vom Referendum abhängen +++
Die grüne Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt fordert weitere Verhandlungen zwischen Gläubigern und der Regierung Griechenlands. "Es ist notwendig, dass sich alle noch einmal zusammen an einen Tisch setzen", sagt sie. "Das Referendum allein kann nicht über den Verbleib im Euro entscheiden." Der zweite Fraktionschef der Grünen, Anton Hofreiter, fordert einen weiteren Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs. Es könne nicht sein, dass eine Differenz in Höhe von 400 Millionen Euro dazu führt, dass die Eurozone in derartige Gefahr gerät und in Griechenland schwerste soziale und politische Verwerfungen drohen.

+++ 16:40 Für Rentner sollen Banken am Donnerstag öffnen +++
Die Banken in Griechenland könnten bereits am Donnerstag wieder öffnen und damit früher als bisher geplant. Das sagt ein Vertreter der Regierung in Athen. Die rund 850 Filialen würden allerdings nicht für alle Kunden öffnen, sondern nur für die Auszahlung von Renten und Pensionen bereitstehen. Viele ältere Menschen in Griechenland haben keine EC- oder Kreditkarten. Um überhaupt an Geld zu kommen, sind sie auf den Dienst am Schalter angewiesen.

+++ 16:28 Athen zahlt fristgerecht 50.000 Euro an den EFSF +++
Griechenland überweist pünktlich eine Gebühr von 50.000 Euro an den Euro-Rettungsfonds EFSF. Das berichtet das "Handelsblatt" und beruft sich auf einen Sprecher des Rettungsfonds. Auch wenn es sich um eine kleine Summe handelt, ist die Überweisung wichtig. Hätte Griechenland nicht gezahlt, hätte der Rettungsfonds offiziell einen Zahlungsausfall feststellen müssen. Die Überweisung wird deshalb als Zeichen gewertet, dass die Athener Regierung die Lage nicht weiter eskalieren lassen will. Entscheidend werde aber, ob Griechenland am Dienstag beim Internationalen Währungsfonds (IWF) eine fällige Rate in Höhe von 1,6 Milliarden Euro bezahlen werde, heißt es laut "Handelsblatt" aus dem Umfeld der internationalen Geldgeber. Man rechne nicht damit.

Kanzlerin Merkel und Wirtschaftsminister Gabriel geben eine gemeinsame Pressekonferenz.
Kanzlerin Merkel und Wirtschaftsminister Gabriel geben eine gemeinsame Pressekonferenz.(Foto: picture alliance / dpa)

+++ 15:54 Gabriel: Keine weiteren Verhandlungen bei Nein im Referendum +++
Sigmar Gabriel macht deutlich, was passiert, wenn die Griechen im Referendum am Sonntag die Reformvorschläge der Gläubiger ablehnen. In diesem Fall gebe es keine weiteren Verhandlungen, sagt der Wirtschaftsminister von der SPD. Es wäre schließlich ein "klarer Entscheid gegen den Verbleib im Euro". Gabriel fügt hinzu: "Nicht nur die griechische Regierung muss ihr Handeln vor der Öffentlichkeit rechtfertigen". Laut dem Wirtschaftsminister scheitert der Euro "gewiss" nicht, wegen eines Referendums in Griechenland. "Er scheitert aber, wenn wir die Verbindlichkeiten in der Wirtschafts- und Währungsunion weiter verringern." Gabriel spricht sich für eine europäische Vertiefung aus.

+++ 15:33 Merkel: "Niemand kann 100 Prozent bekommen" +++
Kanzlerin Angela Merkel macht die griechische Regierung als Hauptschuldigen für die gescheiterten Verhandlungen zwischen Institutionen und griechischer Regierung am Wochenende aus. "Europa lebt von Kompromissen", sagt die CDU-Politikerin auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel. "Niemand kann 100 Prozent bekommen." Laut der Kanzlerin wollte Griechenland aber keinen Kompromiss. Die Kanzlerin wiederholt ihren Satz "Scheitert der Euro, scheitert Europa." Sie macht allerdings auch deutlich, dass ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone nicht gleichbedeutend mit dem Scheitern des Euro sei. "Wir sehen heute, dass Europa robuster auf eine solche Situation reagieren kann, als es vor fünf Jahren der Fall war."

+++ 15:10 Referendums-Text dringt an Öffentlichkeit +++
Der Text des Referendums, über den die Griechen am Sonntag abstimmen sollen, ist wohl an die Öffentlichkeit gedrungen. Bei Twitter kursiert ein entsprechendes Dokument. Darin heißt es: "Soll dem Verhandlungsvorschlag zugestimmt werden, den die EU-Kommission, die Europäische Zentralbank und der Internationale Währungsfonds in der Eurogruppe am 25. Juni 2015 übermittelt haben, und der aus zwei Teilen besteht, die den gemeinsamen Vorschlag der Institutionen darstellen." Der erste Teil ist laut dem Referendumstext ein Dokument über "Reformen für die Vervollständigung des aktuellen Hilfsprogramms und darüber hinaus". Der zweite Teil ist ein Dokument über eine "vorläufige Schuldentragfähigkeits-Analyse".

+++ 14:46 Ex-Chefvolkswirt: "EZB hat zu lange zugeschaut und gebilligt" +++
Der ehemalige Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Jürgen Stark, kritisiert seinen früheren Arbeitgeber: "Die EZB hat zu lange zugeschaut und über zu lange Zeit gebilligt, dass die griechische Zentralbank diese Notfallkredite, diese Ela-Kredite, gegeben hat", sagt er n-tv. Stark fügt hinzu, es seien Euros in Griechenland gedruckt worden, mit denen die Banken über Wasser gehalten worden seien. Die EZB habe sich politisieren lassen. "Deshalb war es dann auch sehr schwierig für die EZB, ab einem bestimmten Zeitpunkt den Stecker zu ziehen."

Stark schließt einen Austritt Griechenlands aus dem Euro nicht aus. Er sieht diesen aber nicht als unabwendbar an: "Nach dem Referendum nächste Woche kann es ein positives Szenario geben, dass die griechische Bevölkerung sagt, wir wollen im Euro bleiben und wir akzeptieren auch die Bedingungen. Das wäre eine Basis für neue Verhandlungen."

+++ 14:12 Griechenland droht kein amtlicher Zahlungsausfall +++
Auch wenn Griechenland demnächst seine Schulden nicht mehr bedienen könnte, droht dem Land vorerst keine Herabstufung auf "Zahlungsausfall". Denn bei den Gläubigern handelt es sich um öffentliche Organisationen. Die Bonitätsnoten von Ratingagenturen beziehen sich aber nur auf die Bedienung von Schulden gegenüber privaten Kreditgebern. "Eine ausbleibende IWF-Rückzahlung würde für sich genommen noch nicht zu einem Default führen", heißt es in einer Veröffentlichung von Fitch Ratings.

+++ 13:59 Merkel berät mit anderen Parteichefs +++
Kanzlerin Angela Merkel berät derzeit mit den Spitzen aller Bundestagsparteien die aktuelle Lage in Griechenland. Sie hatte die Partei- und Fraktionschefs ins Kanzleramt geladen. Dabei dürfte es auch um das weitere Vorgehen bis zu dem für Sonntag in Griechenland angesetzten Referendum gehen. Zuvor hatte sich Merkel bei einer Rede zum 70. Jahrestag der Gründung der CDU gegen neue Ausnahmen für Athen ausgesprochen. Die CDU-Vorsitzende sagte, dass in Europa Solidarität und Verantwortung immer zusammengehörten. Diese Prinzipien dürften auch in der jetzigen Lage nicht "ad acta gelegt" werden. "Wir könnten sie kurzfristig aufgeben, aber ich sage, mittel- und langfristig werden wir Schaden nehmen", machte Merkel deutlich.

+++ 13:42 Autoverband: Grexit "kein Tabu mehr" +++
Auch die deutsche Autoindustrie äußert sich zu einem möglichen Grexit: "Ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone kann kein Tabu mehr sein", sagt der Präsident des Verbands der Automobilindustrie, Matthias Wissmann. "Er könnte - bei einer klugen Zukunftsstrategie der Eurostaaten - sogar zu einer Stabilisierung der Eurozone beitragen." Vertrauen entstehe durch Verlässlichkeit - das gehe nicht durch weitere Zugeständnisse an Griechenland.

+++ 13:24 Juncker macht Griechenland schwere Vorwürfe +++
In einer Pressekonferenz äußert sich EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker zur Zuspitzung der Griechenland-Krise. Er zeigt sich bestürzt, was Europa am Samstag erlebt habe: "Egoismus, taktische Spielchen, populistische Spielchen". "Ich fühle mich verraten", fügt er an. Die Verhandlungen seien "einseitig" durch die griechische Regierung abgebrochen worden. "Wir haben wirklich Berge versetzt bis zur letzten Minute, als die griechische Regierung die Tür geschlossen hat." Es habe sich nicht um ein "stupides Sparpaket" gehandelt. Juncker betont, dass die Verhandlungen kein Pokerspiel seien: "Entweder wir gewinnen alle oder verlieren alle." Griechenland gehöre zu Europa. Er spricht sich auch für einen Verbleib des Landes in der Eurozone aus. "Die Tür ist noch offen." Neue Vorschläge habe er aber nicht zu unterbreiten.

+++ 12:59 Kaum Stornierungen bei Griechenland-Reisen +++
Die deutschen Urlauber halten Griechenland zunächst weiter die Treue: Bei den großen Reiseveranstaltern des Landes gibt es bislang keine vermehrten Stornierungen von Reisen dorthin. Laut DER Touristik in Köln haben sich lediglich einzelne Urlauber über Zahlungsmöglichkeiten in ihrer Ferienregion erkundigt. Bei Tui Deutschland gibt es bisher kein Plus bei Umbuchungen oder Stornierungen: "Wir spüren dieses Phänomen nicht", sagt Vertriebschef Ralf Horter. Ähnlich äußert sich Thomas Cook/Neckermann.

Auch die Ferienflieger von Ryanair und easyJet sind nach deren Angaben ausgebucht. "Wir haben keinerlei Hinweise, dass Urlauber, die gebucht haben, ihren Flug nicht antreten wollen", heißt es von easyJet. "Wir können keine Auswirkungen auf die Buchungen erkennen", teilt Ryanair mit.

(Foto: REUTERS)

+++ 12:46 Merkel: "Scheitert der Euro, scheitert Europa" +++
Die CDU feiert ihren 70. Geburtstag. Die Rede von Kanzlerin Angela Merkel steht aber natürlich auch unter dem Eindruck der Lage in Griechenland. Die Parteivorsitzende betont die Kompromissfähigkeit der EU, schließt aber gleichzeitig ein Entgegenkommen auf die griechische Regierung aus. Europa lebe von der Fähigkeit, Kompromisse zu finden, "und wenn einer das in den letzten Wochen und Monaten erlebt hat, dann ist das Wolfgang Schäuble", sagt sie und fügt an: "Danke, Wolfgang Schäuble. Gut, dass Sie Finanzminister sind." Wenn "die Fähigkeit zum Finden von Kompromissen" in der EU verloren gehe, "dann geht auch Europa verloren". Sie wiederholte ihren Satz: "Scheitert der Euro, scheitert Europa."

+++ 12:42 Juncker tritt vor die Presse +++
Für 12:45 Uhr hat EU-Kommissionspräsident  Jean-Claude Juncker eine Pressekonferenz angekündigt. n-tv überträgt diese live. Ab 14.30 Uhr zeigen wir live die Ansprachen von Kanzlerin Angela Merkel und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel zu Griechenland.

+++ 12:35 Gibt es einen EU-Sondergipfel - oder nicht? +++
EU-Ratspräsident Donald Tusk hat bisher keinen weiteren Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs der Eurozone zu Griechenland angesetzt. "Es ist kein Gipfel einberufen worden", teilt ein Sprecher Tusks mit. Nach Medienberichten gibt es in einigen Mitgliedstaaten Bestrebungen, ein solches Treffen womöglich für Mittwoch einzuberufen. Auch die deutschen Grünen forderten ein solches Treffen. Ein solches Treffen braucht wegen der umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen mindestens zwei Tage Vorlaufzeit.

Merkel und Tsipras bei einem Treffen in Berlin im März dieses Jahres.
Merkel und Tsipras bei einem Treffen in Berlin im März dieses Jahres.(Foto: REUTERS)

+++ 12:21 Merkel bereit für Gespräche mit Tsipras +++
Kanzlerin Angela Merkel ist weiter zu Gesprächen mit der griechischen Regierung bereit, wenn deren Premier Alexis Tsipras das wünsche. Das sagt Regierungssprecher Steffen Seibert. Griechenland sei nach Stand der Dinge Mitglied der Eurozone, betont er.

Sollte es noch eine Einigung über Kredite geben, könnte in Deutschland ohne Zeitverzug darüber beraten werden. Das sagt ein Parlamentssprecher. "Rechtlich und auch technisch ist eine Beratung und Abstimmung in einer vom Präsidenten des Bundestages einberufenen Plenarsitzung jederzeit möglich, da für Anträge keine Beratungsfristen gelten."

+++ 12:07 Regierung: Keine Auswirkungen für deutsche Bürger +++
Die Bundesregierung beruhigt: Man müsse sich wegen der zuspitzenden Lage in Griechenland nicht sorgen. "Es gibt überhaupt keinen Anlass zur Beunruhigung", sagt der Sprecher des Bundesfinanzministeriums, Martin Jäger. "Das wird für den deutschen Bürger und Sparer keine Auswirkungen haben." Er verweist unter anderem auf den geringen Anteil Griechenlands an der europäischen Wirtschaftsleistung sowie nur noch geringe Forderungen privater Banken gegenüber Griechenland.

+++ 11:56 Tsipras bittet um einen Monat Aufschub +++
Der griechische Premier Alexis Tsipras bittet die Staats- und Regierungschefs der Eurozone in einem Brief erneut, das Hilfsprogramm um einen Monat zu verlängern. "Ich ersuche Sie, dass Ihre Regierung in der Frage die eigene Position noch einmal überdenkt", schrieb er am Sonntag an seine Amtskollegen. In dem Schreiben verteidigt er gleichzeitig das Referendum als demokratisches Recht des griechischen Volkes. Die Euro-Finanzminister hatten sich mit den Griechen nicht über eine Verlängerung gegen weitere Kürzungen einigen können.

+++ 11:48 Nahverkehr in Athen kostenlos nutzbar +++
Das Benzin wird knapp, einige Tankstellen in Athen sitzen bereits auf dem Trockenen. Dafür kündigt die griechische Regierung die kostenfreie Nutzung des Nahverkehrs in Athen und Umgebung an. Die Maßnahme solle ab ihrer offiziellen Verkündung - voraussichtlich am Dienstag - bis zur Wiedereröffnung der Banken am 7. Juli gelten, sagt Verkehrsminister Christos Spirtzis im Fernsehsender Mega. Sie betreffe die U-Bahnen, Busse und Straßenbahnen in der Hauptstadt und ihrer Umgebung.

Am Wochenende gab es einen Sturm auf die Tankstellen des Landes. Das Wirtschaftsministerium versichert aber, dass es auf dem Treibstoffmarkt keine Probleme gebe. Die Industrie gibt an, dass Reserven für mehrere Monate vorhanden seien.

+++ 11:38 Grüne beantragen Bundestags-Sondersitzung +++
Die Grünen wollen, dass sich der Bundestag am Dienstag in einer Sondersitzung mit Griechenland befasst. Nach den Entscheidungen der Euro-Gruppe sei es "notwendig und geboten, Entscheidungen von dieser Tragweite im Deutschen Bundestag zu diskutieren", heißt es in dem Antrag der Fraktion (hier als PDF).

+++ 11:26 Moscovici: Athen wird Rate an IWF wohl nicht zahlen +++
Griechenland wird nach Einschätzung von EU-Währungskommissar Pierre Moscovici die am Dienstag fällige Rate von rund 1,6 Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds wohl nicht zahlen. "Griechenland wird es wahrscheinlich nicht machen", sagt Moscovici dem französischen Sender RTL. Nach früheren Angaben von IWF-Chefin Christine Lagarde wäre Griechenland dann gegenüber dem Weltwährungsfonds in Zahlungsverzug. Lagarde hatte eine Fristverlängerung für die Rate ausgeschlossen.

Programmhinweis

Zur Griechenland-Krise zeigt n-tv um 15.00 Uhr ein News Spezial mit dem Titel "Showdown um Griechen-Drama".

+++ 11:14 Dax-Talfahrt schwächt sich ab +++
Nach den heftigen Schreckreaktionen zum Handelsstart erholt sich der Dax wieder leicht, bleibt aber weiter klar unter dem Schlusskurs vom Freitag. Der Leitindex Dax rutschte zum Auftakt um mehr als vier Prozent auf bis zu 10.964 Punkte ab. Aktuell verliert er noch 2,9 Prozent auf 11.160 Punkte. "Das war die perfekte Gelegenheit zum Wiedereinstieg in den Markt", deutet ein Händler die Erholung.

Hier finden Sie den Marktbericht.

+++ 11:03 In diesem Jahr kein Grexit - sagt Erfinder des Wortes +++
Das derzeit oft verwendete Wort "Grexit" stammt vom Volkswirt Ebrahim Rahbari von der Großbank Citigroup. Er prägte es beim Hochkochen der Griechenland-Krise 2011/12. Nun gibt er Entwarnung in der Krise: In diesem Jahr sei nicht mit einem Ausstieg Athens aus der Währungszone zu rechnen, heißt es in einer Studie. Auch für die kommenden Jahre sinke die Gefahr eines Grexit. Bei der angekündigten Volksabstimmung rechnen die Citigroup-Experten mit einer "komfortablen Mehrheit" für die geforderten Reformen und damit mit einem Verbleib im Euro.

+++ 10:50 Griechen kaufen Hygiene-Artikel in Massen +++
Hamsterkäufe: Griechische Bürger kaufen vor allem Hygiene-Artikel, berichtet unser Redakteur Jan Gänger aus der griechischen Hauptstadt.

 

+++ 10:42 Hollande für Wiederaufnahme der Verhandlungen +++
Frankreichs Präsident Francois Hollande bezeichnet das für Sonntag geplante griechische Referendum als Wahl zwischen Euro-Verbleib oder Austritt. Er fordert die Regierung des Landes auf, die Verhandlungen mit den Gläubigern wieder aufzunehmen. Man sei einer Einigung sehr nahe. Gleichzeitig sagte er, Frankreich setze sich für einen Verbleib des Landes in der Eurozone ein.

+++ 10:35 EZB-Rat tagt wieder am Mittwoch +++
Der Rat der Europäischen Zentralbank wird voraussichtlich bei seiner nächsten regulären Sitzung am Mittwoch in Frankfurt wieder ausführlich über Griechenland beraten. Sollte sich die Lage bis dahin zuspitzen, sei das Gremium aber auch sehr kurzfristig handlungsfähig, heißt es in Notenbankkreisen. Am Sonntag hatte die EZB beschlossen, die Notkredite für griechische Banken bei rund 90 Milliarden Euro einzufrieren. Athen schloss daraufhin ab Montag die Banken des Landes.

+++ 10:27 Varoufakis sagt erstmal gar nichts +++
Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis kommt am ersten Tag der geschlossenen Banken an seinem Ministerium an - gegenüber den wartenden Journalisten sagt er aber nichts.

 

+++ 10:12 Riexinger: "Tsipras und Varoufakis trifft am wenigsten Schuld" +++
"Man kann diese wichtige Frage, wie es in Griechenland und mit der ganzen Eurozone weitergeht, nicht den Euro-Technokraten überlassen", sagt Linkspartei-Chef Bernd Riexinger bei n-tv. "Das müssen jetzt die politisch gewählten Vertreter machen, das muss auch vor die Parlamente gehen." Man erlebe gerade eine historisch dramatische Situation, fügt der Politiker an. "Tsipras und Varoufakis trifft am wenigsten Schuld. Sie haben diese ganzen Schulden geerbt von korrupten Vorgänger-Regierungen", so Riexinger.

Die ausführliche Meldung finden Sie hier.

+++ 10:06 Ein passendes Comicheft +++
Der Titel der Juli-Ausgabe des Comicheftes "Mosaik" passt gut in die politische Situation: Es zeigt den griechischen Gott Zeus und Brabax, einen der drei Helden der Heftserie. Der sinnige Titel dazu: "Der Gott aus der Maschine" - deus ex machina, eine bekannte griechische Redewendung, mit der man eine plötzlich und überraschend auftretende Lösung bezeichnet. Die hätte Griechenland derzeit wirklich nötig.

+++ 9:54 Anstehen für 60 Euro am Tag +++
60 Euro können griechische Bürger am Tag abheben. Einige Rentner warten darauf, dass die Banken öffnen.

+++ 9:36 Syriza-Vorstand: "Grexit ist keine Option" +++
Ein "Grexit" kommt für die griechische Regierung nach den Worten des Syriza-Politikers Giorgos Chondros nicht in Frage. "Ein Ausstieg aus der Euro-Zone war für die griechische Regierung nie eine Option und ist auch jetzt keine Option", sagt er in der ARD. Er ist Mitglied im Zentralkomitee der Partei. Über das Referendum sagt Chondros, die griechische Bevölkerung habe das demokratische Recht, "über ihre eigene Zukunft selbst zu entscheiden." Unabhängig vom Ausgang des Referendums komme es nicht zu einem "Grexit".

+++ 9:24 Athener Börse bleibt eine Woche geschlossen +++
Angesichts der griechischen Schuldenkrise bleibt neben den Banken des Landes auch die Börse in Athen in den kommenden Tagen geschlossen. Wie offiziell mitgeteilt wird, soll der Handelsplatz bis mindestens Dienstag kommender Woche nicht öffnen. Die griechischen Banken sind bis mindestens Montag geschlossen, der Kapitalverkehr wurde stark eingeschränkt.

+++ 9:20 USA fordern neue Verhandlungen mit Athen +++
US-Finanzminister Jacob Lew fordert den Internationalen Währungsfonds sowie Deutschland und Frankreich auf, trotz des Abbruchs der Verhandlungen weiter nach einer Lösung mit Griechenland zu suchen. Dies sollte auch eine Diskussion über mögliche Schuldenerleichterungen für das Land noch vor dem für den 5. Juli angesetzten Referendum beinhalten.

(Foto: AP)

+++ 9:11 Dax verliert vier Prozent +++
Angesichts der Zuspitzung in der Griechenland-Krise gibt der deutsche Aktienmarkt deutlich nach. Der Leitindex Dax rutscht kurz nach Handelsbeginn um 4,36 Prozent auf 10.990,86 Punkte ab.

Hier finden Sie den ausführlichen Marktbericht.

+++ 9:01 EU-Kommission: Heute kein neues Angebot an Athen +++
Die EU-Kommission wird heute keine neuen Griechenland-Vorschläge vorlegen. Dies kündigt eine Sprecherin der Kommission an. Kommissar Pierre Moscovici hatte zuvor erklärt, Kommissionschef Jean-Claude Juncker werde am Montag neue Vorschläge vorlegen. Der griechische Premier Alexis Tsipras hatte dies gefordert. Am Sonntag hatte Juncker das letzte Angebot an Griechenland "im Interesse der Transparenz" veröffentlicht.

+++ 8:52 Dax in Frankfurt am Main stark unter Druck +++
Die Schuldenkrise in Griechenland setzt den Deutschen Aktienindex in Frankfurt am Main stark unter Druck. Im vorbörslichen Handel fiel der deutsche Leitindex am Montagmorgen rund fünf Prozent unter den Schlusskurs vom Freitag. Auch in Paris und London gerieten die Aktien vor Börsenstart stark unter Druck. Die Börse in Tokio ging auf Talfahrt: Der Nikkei-Index für 225 führende Werte verlor 596,2 Punkte oder 2,88 Prozent auf den Stand von 20.109,95 Zählern. Der breit gefasst Topix fiel um 42,21 Punkte oder 2,53 Prozent auf 1624,82 Punkte.

+++ 8:42 EU-Kommission billigt griechische Kapitalverkehrskontrollen +++
Am Sonntagabend verkündet Griechenlands Premier Alexis Tsipras die Einführung von Kapitalverkehrskontrollen und die Schließung der Banken des Landes. Heute Morgen teilt die EU-Kommission mit, sie halte die Maßnahmen "prima facie" (bis auf Wiederruf) für gerechtfertigt. Weiter heißt es in der Mitteilung, Euro-Länder hätten das Recht, Maßnahmen zur Kapitalkontrollen zu ergreifen, wenn sie der öffentlichen Sicherheit dienten. Die Kommission verweist aber darauf, dass die Maßnahmen so kurz wie möglich dauern sollten.

+++ 8:30 Athener Börse bleibt geschlossen +++
Unser Redakteur Jan Gänger ist nach Athen gereist und berichtet von der Stimmung dort. Heute morgen twittert er: "Die Börse in Athen bleibt geschlossen."

 

+++ 8:20 Tauber: "Ball liegt ganz klar bei der griechischen Regierung" +++
CDU-Generalsekretär Peter Tauber wirft der griechischen Regierung vor, sich "völlig verantwortungslos" verhalten zu haben. "Uns erfüllt das auch mit Sorge", erklärt er bei n-tv und fügt an: "Der Ball liegt ganz klar bei der griechischen Regierung." Die Euroländer sollten einheitlich auftreten und "ein klares Signal an Athen senden", dass die dortige Regierung eine hohe Verantwortung für das eigene Volk, aber auch für den Euro habe und dass sie dieser derzeit nicht gerecht werde.

+++ 8:08 Tsipras' Fernsehansprache auf Youtube +++
Der griechische Premier Alexis Tsipras hat seine Ansprache von gestern Abend, in der er Kapitalverkehrskontrollen und die Schließung der Banken ankündigte, auf Youtube veröffentlicht. Das Video ist auf Griechisch, verfügt aber über englische Untertitel.

 

+++ 7:58 Kipping gibt Merkel Mitschuld an Entwicklung +++
Die Linkspartei gibt Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Mitschuld an der derzeitigen dramatischen Lage in Griechenland. Sollte Griechenland aus der Eurozone ausscheiden, werde Merkel "als die Kanzlerin in die Geschichtsbücher eingehen, unter der womöglich der Anfang vom Ende der Eurozone begonnen hat", sagte Parteichefin Katja Kipping in der ARD. Sie wolle beim Treffen der Partei- und Fraktionschef mit der Kanzlerin am Nachmittag "die Möglichkeit nutzen, noch einmal deutlich zu machen, was das geopolitisch bedeutet für die Währung".

+++ 7:46 Griechischer Minister rechnet mit besserem Angebot der Gläubiger +++
Die internationalen Geldgeber werden Griechenland nach Einschätzung eines Athener Ministers ein besseres Angebot präsentieren, wenn das Referendum am kommenden Sonntag ein "gewaltiges Nein" ergibt. George Katrougkalos, in der Regierung für Verwaltungsreformen zuständig, sagte nach einer Kabinettssitzung, es sei offenkundig, dass die Gläubiger versuchten, Druck auszuüben, um eine Absage des Referendums zu erreichen oder dessen Ausgang zu beeinflussen.

+++ 6:44 "Grexit"-Erwartung unter Investoren bei 50 Prozent +++
Trotz der Zuspitzung im griechischen Schuldenstreit gehen einer Umfrage zufolge Investoren nicht von einer höheren "Grexit"-Wahrscheinlichkeit als in der Vorwoche aus. Die Wahrscheinlichkeit für ein Ausscheiden des Landes aus dem Euro werde von den Anlegern unverändert bei rund 50 Prozent gesehen, teilte die Investmentberatung Sentix unter Berufung auf eine Umfrage unter mehr als 600 professionellen Investoren mit. Kurzfristig würden die Anleger angesichts der Eskalation spürbare Kursverluste bei Risikoanlagen erwarten, vor allem für griechische Aktien und Bonds, Euroland-Aktien und dem Euro.

+++ 5:20 Deutliche Verluste an Asien-Pazifik-Börsen +++
Nach der Zuspitzung der Griechenland-Krise starten die Märkte in Asien und der Pazifikregion mit Verlusten in die neue Woche. Japan, Singapur und Sydney öffnen mit deutlichen Abschlägen. Der japanische Nikkei-Index für 225 führende Werte rutscht  zeitweise um mehr als 440 Punkte oder mehr als 2 Prozent auf 20.263 Zähler ab.In Sydney sackt der S&P/ASX 200-Index zeitweise um zwei Prozent tiefer. Das entspricht einem Verlust von rund 35 Milliarden australischen Dollar (gut 24 Milliarden Euro).  Im Stadtstaat Singapur büßt der Straits Times-Index mehr als ein Prozent ein. Auch der Euro gerät unter Abgabedruck zum Dollar, er fällt zeitweise unter die 1,10er Marke. Die EZB hatte den Referenzkurs am Freitag noch auf 1,1202 Dollar festgelegt.

+++ 4:10 Bundesbankchef stimmte gegen Notfallkredite +++
Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat einem Zeitungsbericht zufolge gegen den EZB-Beschluss gestimmt, die Notfallkredite für griechische Geldhäuser vorerst aufrecht zu erhalten. Es habe zwar eine große Mehrheit im Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) gegeben, berichtet "Die Welt" und beruft sich dabei auf Notenbankkreise. Neben dem griechischen Zentralbankchef Yannis Stournaras habe aber Weidmann seine Zustimmung verweigert. Ein Bundesbank-Sprecher wollte sich gegenüber der Zeitung nicht zu dem Bericht äußern. Weidmann gilt seit längerem als scharfer Gegner der Notfallkredite.

+++ 3:10 Offiziell: Griechen dürfen maximal 60 Euro abheben +++
Angesichts der akuten Schuldenkrise Griechenlands bleiben die Banken des Landes bis zum 6. Juli geschlossen. Das steht in einer in einer veröffentlichten amtlichen Mitteilung. Die Bankenschließung gilt damit bis nach dem Referendum über die Vorschläge der internationalen Geldgeber Griechenlands am kommenden Sonntag. Die täglichen Barabhebungen an Geldautomaten werden der Mitteilung zufolge für Griechen auf 60 Euro pro Tag beschränkt. Mit der offiziellen Bekanntgabe werden entsprechende Berichte griechischer Medien bestätigt. Unterzeichnet wurden die Verfügungen von Griechenlands Staatschef Prokopis Pavlopoulos und Regierungschef Alexis Tsipras. Es handele sich um Maßnahmen "von extremer Dringlichkeit".

+++ 2:15 Griechische Regierung: Ausländer dürfen weiter unbegrenzt Geld abheben +++
Trotz der nun geltenden Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland sollen ausländische Besucher weiter unbegrenzt Geld an Automaten im Land abheben können. Die Einschränkungen würden nicht für Besucher aus dem Ausland gelten, wenn diese "mit einer in ihrem Herkunftsland ausgestellten Kreditkarte Transaktionen und Abhebungen" vornehmen wollten, teilt die Regierung in Athen mit. Das Auswärtige Amt in Berlin hatte am Sonntag Deutschen, die nach Griechenland reisen, geraten, sich vorab mit ausreichend Bargeld zu versorgen.

+++ 1:25 Händler sagen Turbulenzen an Finanzmärkten voraus +++
Für den Deutschen Aktienindex Dax sagen Händler deutliche Abschläge zum Wochenstart voraus. Vier Prozent seien möglich, so Marktteilnehmer zu Reuters. Das wäre der größte Kurseinbruch seit drei Jahren. Am Freitag war der Dax mit vergleichsweise leichten Gewinnen aus dem Handel gegangen. Im Wochenverlauf hatte er mehr als 400 Punkte zugelegt.

+++ 00:35 Euro gerät im asiatischen Handel unter Druck +++
Angesichts Griechenlands akuter Schuldenkrise fällt der Wert des Euro im asiatischen Handel unter die Marke von 1,10 Dollar. In Tokio wird die Gemeinschaftswährung mit 1,0969 Dollar gehandelt. Am Freitag war der Euro in New York noch mit 1,1160 Dollar gehandelt worden. Die EZB hatte den Referenzkurs am Freitagmittag auf 1,1202 Dollar festgesetzt.

+++ 00:10 Urlauber sollen sich mit Bargeld eindecken +++
Das Auswärtige Amt in Berlin warnt Reisende vor erheblichen Wartezeiten bei der Versorgung mit Bargeld in Griechenland. Es rät, sich frühzeitig ausreichend damit einzudecken. Die griechischen Banken sollen ab diesem Montag für wohl zunächst sechs Tage geschlossen bleiben.

+++ 23:30 Deutsche Großbanken für Griechen-Kollaps gerüstet +++
Deutsche Großbanken sehen sich für einen möglichen Kollaps des griechischen Finanzsystems gewappnet. "Wir sind sehr gut vorbereitet, weil wir uns seit langem auf eine solche Situation eingestellt haben", sagt ein Sprecher der Commerzbank. Die Deutsche Bank erklärt, sie habe ausreichende Sicherheitsmechanismen, um ihre Geschäftsaktivitäten sowie Kundenservices zu gewährleisten. Zahlreiche Banken haben den Ernstfall einer Staats- oder Bankenpleite in Trockenübungen durchgespielt, wie es in Finanzkreisen heißt. "Wir haben ein genaues Drehbuch für diese Situation", sagt ein führender Risikomanager einer deutschen Großbank zu Reuters.

Hinweis: Die Entwicklungen des Wochenendes können Sie im Liveticker vom Sonntag, 28. Juni 2015 und Samstag, 27. Juni 2015 nachlesen. Die Entwicklung vom Freitag, 26. Juni 2015 finden sie hier.

Quelle: n-tv.de

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