Wirtschaft
Villenviertel in Heidelberg.
Villenviertel in Heidelberg.(Foto: imago/Westend61)

Superreiche doch noch reicher: 30 Prozent des Geldes im Besitz Weniger

Die vermögendsten Deutschen haben noch mehr Geld als bisher angenommen. Und auch insgesamt sind die Bundesbürger offenbar besser begütert. Allerdings verweisen die Forscher selbst auf die wackelige Datenlage.

Die Superreichen in Deutschland haben womöglich noch mehr Geld als bisher angenommen. Das reichste Prozent der Bevölkerung halte Schätzungen zufolge rund ein Drittel des gesamten Privatvermögens, teilte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) mit. Im bekannten sozio-ökonomischen Panel (SOEP) lag der Anteil demnach nur bei rund einem Fünftel. Das Gesamtvermögen der Deutschen steigt laut der Schätzung von 6,3 Billionen Euro auf bis zu 9,3 Billionen Euro - ein Plus von fast 50 Prozent.

Laut SOEP verfügen 0,1 Prozent der Reichsten über rund fünf Prozent des Gesamtvermögens. Nach der neuen Schätzung des DIW sind es jedoch eher zwischen 14 und 16 Prozent. Die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung besitzen der Studie zufolge 63 bis 74 Prozent des Privatvermögens und nicht wie bisher angenommen 60 Prozent.

Datenlage "sehr schwierig"

Das DIW, das die Studie im Auftrag der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung erstellt hatte, verwies aber selbst auf Unsicherheiten bei den vorgenommenen Schätzungen. Die berechneten Szenarien deuteten aber darauf hin, dass die reichsten Deutschen über wesentlich mehr Vermögen verfügten als in anderen Statistiken angenommen. Das Privatvermögen der Superreichen lässt sich dem Institut zufolge aus offiziellen Daten nicht ablesen. Dies ist demnach anders in Ländern, in denen es etwa eine Vermögenssteuer gibt.

Die Datenlage sei "sehr schwierig", räumten die DIW-Forscher Christian Westermeier und Markus Grabka ein. Die Chance, dass einer der wenigen deutschen Milliardäre oder Multimillionäre in einer repräsentativen Befragung auftauche, gehe gegen Null. Erfahrungen aus einer amerikanischen Studie zeigten zudem, dass die Auskunftsbereitschaft mit der Höhe des Vermögens sinke. "Wir müssen die Top-Vermögen also schätzen", erklärten die Forscher.

Bei ihrer Analyse stützten sich die DIW-Forscher auf die Milliardärsliste des US-Magazins Forbes. Diese verzeichnet den Angaben zufolge alle Menschen mit einem geschätzten Vermögen von mehr als einer Milliarde Dollar. Im Jahr 2013 standen demnach mehr als 50 Deutsche auf der Liste. Die Forbes-Angaben glichen die Wissenschaftler für die Studie mit anderen Statistiken ab.

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Quelle: n-tv.de

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