Wirtschaft
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Donnerstag, 28. September 2017

Unterbeschäftigt oder arbeitslos: 5,4 Millionen Deutsche wollen mehr arbeiten

Eine steigende Anzahl von Menschen in Deutschland hat einen Job - erst einmal eine gute Nachricht. Viele würden allerdings gerne mehr arbeiten und entsprechend mehr verdienen. Doch auch ein Gegentrend ist laut Statistischem Bundesamt messbar.

Mehr als fünf Millionen Deutsche wünschen sich eine Arbeit oder mehr Arbeitsstunden. Zum sogenannten ungenutzten Arbeitskräftepotenzial zählen knapp 2,8 Millionen Arbeitslose und 2,6 Millionen Unterbeschäftigte - das sind Menschen im Alter von 15 bis 74 Jahren, die gerne zusätzliche Arbeitsstunden hätten und dafür auch zur Verfügung stehen. Die Zahlen hat das Statistische Bundesamt veröffentlicht.

Von den Menschen, die mehr arbeiten möchten, üben demnach sogar knapp 1,2 Millionen eine Vollzeittätigkeit aus. Vier Prozent der Vollzeitbeschäftigten wünschen sich zusätzliche Arbeitsstunden, jedoch nur eine geringe Anzahl Stunden. Fast 13 Prozent aller Teilzeitbeschäftigten würden laut der Statistik ihre Arbeitsstunden gern aufstocken.

Genauso gibt es aber auch 1,2 Millionen Erwerbstätige, die ihre Arbeitszeit gern reduzieren und dabei auch weniger Einkommen in Kauf nehmen würden. Ihre Zahl habe sich weiter erhöht: 2016 gab es 147.000 mehr Überbeschäftigte, 2015 bereits 98.000 mehr. Die gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt sorgte ebenso dafür, dass die Zahl der Menschen, die sich einen Job oder mehr Arbeitsstunden wünschen, im vergangenen Jahr um 255.000 zurückging.

Die Arbeitslosen teilen die Statistiker in zwei Gruppen auf: in 1,8 Millionen Erwerbslose im vergangenen Jahr und rund eine Million Menschen in der "stillen Reserve". Sie suchen zwar Arbeit, stehen dafür kurzfristig aber nicht zur Verfügung - oder suchen aktuell keine Arbeit, würden grundsätzlich aber gern arbeiten.

Grundsätzlich ist die Erwerbstätigenquote in Deutschland weiter auf nunmehr 66,2 Prozent der Menschen zwischen 15 und 74 Jahren gestiegen. Mehr als jeder Vierte (27,7 Prozent) arbeitet in Teilzeit.

Quelle: n-tv.de

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