Wirtschaft
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Logistiker übernimmt das Steuer: ADAC steigt aus dem Postbus aus

Die Gerüchte haben sich bewahrheitet: Der ADAC zieht sich aus dem Fernbus-Projekt mit der Post zurück. Künftig wollen die Bonner das Unternehmen allein betreiben - und sogar ausbauen. Zuletzt war über rote Zahlen spekuliert worden.

Der ADAC zieht sich dem aus dem gemeinsam mit der Post betriebenen Fernbus-Projekt zurück. Künftig werde der Logistiker damit den Postbus alleine steuern, teilte das Unternehmen mit. Die Kooperation ende noch im November.  Die Deutsche Post übernimmt die Anteile des ADAC. Finanzielle Details wurden nicht genannt.

Für die Kunden werde sich nichts ändern. Der Postbus entwickele sich in einem wachsenden Markt wie geplant, sagte Post-Vorstand Jürgen Gerdes. Daher soll das Netz im kommenden Jahr weiter ausgebaut werden. "Nach Einschätzung des ADAC hat sich der liberalisierte Fernbusmarkt in den vergangenen Monaten zwar dynamisch, jedoch auch in zunehmendem Maße wettbewerbs- und preisintensiv entwickelt", teilte der Automobilclub mit.

Erst vor gut einem Monat hatte es Spekulationen gegeben, das Fernbusunternehmen ADAC Postbus kommt auf den Prüfstand. Einem Medienbericht zufolge steuert die Gemeinschaftsfirma auf einen Jahresverlust von mehreren Millionen Euro zu. Angesichts dessen soll der ADAC sein weiteres Engagement überprüft haben.

Postbus wollte Marktführer werden

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Schon damals hatte ein Post-Sprecher erklärt, dass der Dax-Konzern an dem Projekt festhalte. Auf dem hart umkämpften Markt müssen jedoch bereits die ersten Anbieter die Segel streichen. So gab DeinBus.de am heutigen Montag die Insolvenz bekannt. Zuvor hatte der zu einem britischen Konzern gehörende Frankfurter Anbieter City2City mitgeteilt, sich am 14. Oktober vom deutschen Markt zurückzuziehen. Der Grund dafür sei die "vorherrschende Preisstruktur" hierzulande.

Ursprünglich hatten sich ADAC und Post vorgenommen, den Postbus zum Platzhirsch auf dem umkämpften Markt zu machen. Zuletzt bezifferte der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen (BDO) den Marktanteil aber lediglich auf acht Prozent. Damit fährt der ADAC-Postbus dem Marktführer MeinFernbus (45 Prozent) und Flixbus (24 Prozent) als Nummer zwei mit weitem Abstand hinterher.

Im vergangenen Jahr waren Schätzungen zufolge in Deutschland rund neun Millionen Reisende im Fernbus unterwegs. Rund 40 Unternehmen sind auf dem deutschen Fernbusmarkt aktiv. Zuletzt hatte die Branche massiv vom Streik der Lokführer profitiert.

Quelle: n-tv.de

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