Wirtschaft
Gedeckte Farben: Adidas kann im vergangenen Jahr nicht strahlen.
Gedeckte Farben: Adidas kann im vergangenen Jahr nicht strahlen.(Foto: picture alliance / dpa)

Ein Jahr zum Abhaken: Adidas bricht der Gewinn ein

Der Sportausrüster Adidas blickt auf ein größtenteils verkorkstes Jahr. Die erfolgreiche Fußball-WM rettet bestenfalls die Erlöse. Vor allem die Krise in Russland und offenbar golfmüde Nordamerikaner belasten die Bilanz. Immerhin - die Aktionäre sollen nicht leiden.

Adidas verspricht nach dem Geschäftseinbruch Besserung im laufenden Jahr. "2015 werden wir mit all unseren Marken wachsen", kündigte Konzernchef Herbert Hainer an. "Und dies, obwohl wir gegen den Vergleich mit dem WM-Jahr 2014 anlaufen und die Krise in der Ukraine unser Geschäft in Russland/GUS negativ beeinflusst".Der Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen soll um sieben bis zehn Prozent steigen.

Im vergangenen Jahr 2014 hatte Adidas wegen Problemen im Golf-Geschäft und in Russland deutlich weniger verdient. Der Konzerngewinn aus den fortgeführten Geschäftsbereichen ohne Wertminderung fiel um mehr als ein Fünftel auf 642 Millionen Euro. Der auf die Anteilseigner entfallende Gewinn sank um mehr als ein Drittel auf auf 490 Millionen Euro. Konzernchef Hainer sprach von "einem Jahr mit Höhen und Tiefen".

Mageres Umsatzplus trotz Fußball-WM

Dennoch sollen die Aktionäre für 2014 eine stabile Dividende von 1,50 Euro je Aktie erhalten. Zudem kündigte das Unternehmen an, die zweite Tranche über bis zu 300 Millionen Euro seines Aktienrückkaufprogramms zu starten. Das Programm hat insgesamt ein Volumen von 1,5 Milliarden Euro.

Insgesamt erlöste der Konzern im abgelaufenen Jahr 14,5 Milliarden Euro. Das waren zwei Prozent mehr - trotz Fußball-Weltmeisterschaft und deutschem Titelgewinn. Allerdings musste das Unternehmen Erlösrückgänge in Asien außerhalb Chinas sowie Nordamerika hinnehmen. In Russland, dem drittwichtigsten Markt des Sportausrüsters, leidet Adidas unter den Folgen der Ukraine-Krise. Weil der Rubel in den vergangenen Monaten dramatisch an Wert verloren hat und die Kauflaune der Verbraucher sinkt, hatte Adidas dort sein Expansionstempo gedrosselt und Abschreibungen auf den Firmenwert der russischen Tochter vornehmen müssen.

Im Golf-Geschäft hatte der Konzern die Aussichten zu optimistisch eingeschätzt und war davon überrascht worden, dass die Amerikaner immer seltener die Schläger schwingen.

Schwacher Euro hilft

Für das laufende Jahr peilt der Konzern eine Bruttomarge an, die mindestens auf Vorjahresniveau liegt. Die Umsatzprognose bestätigte Adidas: So sollen die Erlöse währungsbereinigt im mittleren einstelligen Prozentbereich steigen. Ein großer Unsicherheitsfaktor bleibt Russland. Allerdings rechnet der Konzern auch mit positiven Effekten angesichts des schwachen Euros.

Die Bilanz des vergangenen Jahres war erheblich von Sonderfaktoren geprägt und ist deswegen mit dem Vorjahr nur bedingt vergleichbar. So wurde die Marke Rockport, die Adidas dieses Jahr verkaufen wird, als nicht fortgeführtes Geschäft klassifiziert. Durch den Verkauf ergab sich zusätzlich ein Buchverlust von 82 Millionen Euro. Darüber hinaus musste Adidas auf das Russland-Geschäft 78 Millionen Euro abschreiben.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen