Wirtschaft
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Freitag, 22. Februar 2013

Treibstoffkosten schlagen durch: Air France-KLM fliegt rot

Die Luftfahrtbranche kämpft mit anhaltend hohen Kerosinkosten. Frankreichs Branchenschwergewicht Air France-KLM pflügt 2012 weiter durch die Verlustzone. Unter dem Strich steht bei dem Lufthansa-Rivalen ein Verlust von deutlich mehr als einer Milliarde Euro.

Der Lufthansa-Konkurrent Air France-KLM ist noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Unter anderem wegen hoher Abfindungen stand im abgelaufenen Jahr unter dem Strich ein Minus von knapp 1,2 Mrd. Euro. Im operativen Geschäft führte der Abbau von 3300 Arbeitsplätzen hingegen zu einer leichten Verbesserung, wie die Airline mitteilte. Der operative Verlust verringerte sich von 353 Mio. auf 300 Mio. Euro, obwohl das Unternehmen fast 900 Mio. Euro mehr für Treibstoff ausgeben musste.

Damit schnitt das französisch-niederländische Unternehmen besser ab als von Analysten erwartet. Anleger nahmen die Nachrichten positiv auf. Das Papier legte um fast 2 Prozent zu.

Vorsichtiges Wachstum

Insgesamt schlug der Konzernumbau mit 471 Mio. Euro zu Buche. Die Treibstoffrechnung wuchs um 14 Prozent auf 7,3 Mrd. Euro. Zumindest diese Belastung konnte Air France-KLM mittels Personalkürzungen und höherer Ticketpreise auffangen. Zudem waren die Maschinen des Konzerns besser ausgelastet: Während das Flugangebot um 0,6 Prozent wuchs, legte die Zahl der Fluggäste um rund 2 Prozent auf 77,4 Millionen zu. Der Umsatz wuchs dabei um 5 Prozent auf 25,6 Mrd. Euro.

Finanzchef Philippe Calavia sieht die Geschäftspolitik des Managements im allgemeinen Konjunkturabschwung durch die Ergebnisse bestätigt. Auch 2013 will Air France-KLM daher nur vorsichtig wachsen. Für Unternehmenschef Jean-Cyril Spinetta ist das laufende Jahr entscheidend für die Rückkehr in die Gewinnzone. Die Kosten und die Schulden sollen weiter sinken. Eine Ergebnisprognose für 2013 gab das Management nicht. Der Schuldenberg soll weiter schrumpfen. Im vergangenen Jahr sanken die Nettoschulden bereits um 0,5 Mrd. auf 6 Mrd. Euro.

Neues Billigkonzept

Wie viele Konkurrenten in Europa versucht Air France-KLM mit einem harten Sparkurs gegen die Verluste anzusteuern. Insgesamt sollen 5000 Stellen bei Air France und 1300 bei der niederländischen KLM wegfallen. Ob das bis zum Jahr 2015 angelegte Sparprogramm nur die Verluste verringert oder zu einem Gewinn führt, hänge von den Treibstoffkosten und der Entwicklung der Weltwirtschaft ab, sagte Finanzchef Calavia. Außerdem setzt der Konzern auf ein neues Billigkonzept: Unter der Billigmarke «Hop!» treten die Regionalfluglinien von Air France-KLM ab Ende März gegen Konkurrenten wie Ryanair und Easyjet an.

Mit dem radikalen Umbau steht Air France-KLM nicht alleine. Auch die Lufthansa, Air Berlin, die spanische Iberia und die skandinavische SAS bauen ihr Geschäft um und streichen Arbeitsplätze. Insgesamt stehen bei den europäischen Fluglinien mehr als 10.000 Jobs auf der Kippe.

Quelle: n-tv.de

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