Wirtschaft
A320 bleibt ein Airbus-Verkaufsschlager. Das freut auch die Mutter EADS.
A320 bleibt ein Airbus-Verkaufsschlager. Das freut auch die Mutter EADS.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Gewinnsprung am Himmel: Airbus bleibt vor Boeing

Die Airbus-Mutter EADS übertrifft dank der starken Nachfrage nach Flugzeugen und Hubschraubern beim operativen Gewinn die Erwartungen des Marktes - und baut seine Vormachtstellung vor dem US-Konkurrenten Boeing aus. Am Horizont rauscht aber eine Wolkenfront heran: der starke Euro.

Das Geschäft mit Flugzeugen boomt und beschert dem europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS glänzende Zahlen. Die Muttergesellschaft von Airbus kündigte eine erhebliche Verbesserung des operativen Gewinns im nächsten Jahr an. Grund für den Optimismus seien mehr Auslieferungen, höhere Preise und Kosteneinsparungen beim Großraumflieger A380, hieß es.

Die Tochter Airbus, die für etwa 70 Prozent des Geschäfts von EADS steht, machte zuletzt allerdings vor allem mit der kleineren A320 von sich reden. Das mit neuen, spritsparenden Triebwerken ausgestatte Modell heimste seit dem Start im Dezember mehr als 1000 Bestellungen ein. Nie zuvor sei ein Flugzeug in solch kurzer Zeit so häufig verkauft worden, teilte das Unternehmen mit.

Airbus bleibt vor Boeing

Seine Vormachtstellung gegenüber Boeing untermauerte Airbus jüngst ausgerechnet mit einem Großauftrag auf dem Heimatmarkt des Erzrivalen: American Airlines bestellte mehr Airbus- als Boeing-Flugzeuge und setzte den US-Konzern zugleich unter Druck, seinen eigenen Verkaufsschlager - die 737 - nach dem Vorbild des europäischen Modells zu überarbeiten.

Der Erfolg der Mittelstreckenmaschine bescherte EADS einen um 89 Prozent auf 58 Milliarden Euro gestiegenen Auftragseingang. Damit hat der Konzern nun einen Auftragsbestand von mehr als 453 Milliarden Euro.

Prognose bleibt bestehen

Allein im zweiten Quartal 2011 wies EADS einen um 15 Prozent auf 371 Mio. Euro gestiegenen Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) aus und lag damit über den Erwartungen von Analysten, die im Schnitt mit 317 Mio. Euro gerechnet hatten. Der Überschuss kletterte um 48 Prozent auf 121 Mio. Euro. Der Umsatz legte um 6 Prozent auf 12,1 Mrd. Euro zu.

An der Prognose für das Gesamtjahr 2011 hielt EADS jedoch fest und machte damit klar, dass Schwachstellen wie das verspätete Militärtransportflugzeug A400M, die A380 und die Entwicklung der neuen A350XWB nur in den Hintergrund gedrängt, aber nicht verschwunden sind. Auch Wechselkursschwankungen - Airbus produziert hauptsächlich im Euro-Raum, verkauft die Flugzeuge aber in Dollar - könnten dem Konzern wie nicht zuletzt im ersten Quartal die Bilanz verhageln.

Ebit 2011 von 1,3 Mrd. Euro

Für das Gesamtjahr erwartet EADS ein Ebit vor Einmaleffekten auf Vorjahresniveau von rund 1,3 Mrd. Euro und legt dieser Prognose einen Euro-Wechselkurs von 1,35 Dollar zugrunde. Sollte die Gemeinschaftswährung bei 1,45 Dollar liegen, könnte das Ergebnis auch unter den Vorjahreswert fallen. Am Freitag kostete ein Euro 1,4243 Dollar.

Im ersten Halbjahr waren die Folgen bereits sichtbar: Der Überschuss fiel um 41 Prozent auf 109 Mio. Euro. Die Aktie notierte in Frankfurt und Paris mit rund 0,4 Prozent im Minus besser als der Markt.

Produktion vor Ausweitung?

Auf den Flugzeugbauer könnten auch noch andere Probleme zukommen. Um dem enormen Erfolg der A320 gerecht zu werden, überprüft Airbus derzeit die Erhöhung der monatlichen Produktionsraten. "Es stellt sich nicht die Frage nach den Kapazitäten der Fertigungslinien, sondern nach den Kapazitäten unserer Zulieferer", machte EADS-Chef Louis Gallois klar. "Das ist das eigentliche Nadelöhr." Airbus und Boeing bezögen oftmals von den selben Firmen Teile. Da der US-Konzern in etwa zur gleichen Zeit die monatlichen Fertigungsraten für die 737 erhöht habe wie Airbus für die A320, entstünden Engpässe.

Dank der A320neo sollen die Bruttobestellungen - bei denen Stornierungen nicht abgezogen sind - in diesem Jahr mehr als 1000 erreichen. Ausliefern will Airbus 520 bis 530 Flugzeuge, darunter 25 A380. Das ist mehr als sich Boeing mit 485 bis 495 Exemplaren vorgenommen hat.

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Quelle: n-tv.de

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