Wirtschaft
Lichtspielereien mit leistungsstarken Beamern: Zur Übergabe erstrahlt der "Grizzly" in den Farben der französischen "Tricolore".
Lichtspielereien mit leistungsstarken Beamern: Zur Übergabe erstrahlt der "Grizzly" in den Farben der französischen "Tricolore".(Foto: REUTERS)
Montag, 30. September 2013

Höhepunkt nach drei Jahrzehnten Planung: Airbus übergibt ersten A400M

Die Auslieferung beginnt: Eines der größten Rüstungsprojekte Europas geht nach jahrelangen Verspätungen endlich in Serie: Im spanischen Sevilla zelebriert der Flugzeugbauer Airbus die Übergabe des ersten A400M an die französischen Streitkräfte.

Transportflugzeug mit wirtschaftlicher Bedeutung: "Ich kann keine Zahl nennen, aber es gibt ein riesiges Export-Potenzial."
Transportflugzeug mit wirtschaftlicher Bedeutung: "Ich kann keine Zahl nennen, aber es gibt ein riesiges Export-Potenzial."(Foto: REUTERS)

Hochrangige Militärs, Politiker und Vertreter der Luftfahrtindustrie aus Frankreich, Deutschland und anderen Nato-Staaten haben im spanischen Sevilla den Auslieferungsstart für das neue europäische Transportflugzeug Airbus A400M "Grizzly" gefeiert. Nach der Übergabe der ersten Maschine an die französischen Streitkräfte soll die Bundeswehr im Herbst kommenden Jahres ihr erstes Modell erhalten.

Die Produktion werde nun Stück für Stück hochgefahren, teilte die Militärflugzeugsparte "Airbus Military" anlässlich der feierlichen Übergabezeremonie mit. "Reporting for Duty" (etwa: "Melde mich zum Dienst"), prangte in großen, projizierten Lettern auf dem Rumpf einer Vorführmaschine, die unter dem Schriftzug "A400M" in den Landesfarben der am Bau und Entwicklung beteiligten Nationen im Auslieferungshangar am Airbus-Standort in Sevilla geparkt stand.

Video

Das 20 Milliarden Euro schwere Rüstungsprojekt wurde in den 1980er-Jahren ins Leben gerufen. Mit dem Truppen- und Frachttransporter sollen Engpässe in den Luftverlegungskapazitäten in mehreren europäischen Ländern ausgeglichen werden, darunter Deutschland, Frankreich und Großbritannien.

Alles in allem wurde das ursprünglich geplante Budget um mehr als fünf Milliarden Euro überschritten. Einzelne Kunden zogen ihre Order aufgrund der verspäteten Lieferung komplett zurück oder verringerten die Anzahl der bestellten Maschinen. Die Entwicklung verzögerte sich um viele Jahre.

"Riesiges Export-Potenzial"

Die deutschen Streitkräfte dürfen den aktuellen Planungen zufolge insgesamt 40 der viermotorigen Frachtmaschinen in Dienst stellen. Die A400M soll vor allem das in die Jahre gekommene und deutlich kleinere Transportflugzeug Transall C-160 ablösen. Der erste A400M geht an Frankreich. Weitere Auslieferungen an Frankreich und die Türkei stünden in den nächsten Wochen an, hieß es.

Der immer wieder verzögerte und deutlich teurer gewordene Militär-Transporter von Airbus hat nach Ansicht des französischen Verteidigungsministers sehr gute Export-Chancen. "Ich kann keine Zahl nennen, aber es gibt ein riesiges Export-Potenzial", sagte Jean-Yves Le Drian.

Lastentier für den Lufttransport

Ob sich seine Andeutungen auf etwaige Voranfragen aus den USA beziehen, ließ Le Drian offen. Erst vor wenigen Tagen hatte Airbus-Konkurrenz Boeing angekündigt, den Bau des Truppentransporters "Globemaster III" aufgrund mangelnder Nachfrage bis zum Jahr 2015 einzustellen.

Die A400M gilt als eines der wichtigsten Rüstungsprojekte Europas. Um die Finanzierung des Flugzeugprogramms hatte es allerdings lange heftigen Streit gegeben. Missmanagement und technische Probleme führten zu einer jahrelangen Verspätung und zu Milliarden-Mehrkosten. Aus diesen Erfahrungen gelte es für die Zukunft zu lernen, sagte der Chef des Airbus-Mutterkonzerns EADS, Thomas Enders.

Europas Politiker und die Hersteller müssten sich bei künftigen Projekten realistischere Zeit- und Finanzvorgaben setzen, meinte Enders. Airbus ist die wichtigste Tochter des europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzerns. Seinen Jungfernflug absolvierte der neue Militärtransporter A400M im Dezember 2009.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen