Wirtschaft
Der Riesenflieger A380 hat sich bislang als Ladenhüter erwiesen.
Der Riesenflieger A380 hat sich bislang als Ladenhüter erwiesen.(Foto: dpa)

Amerikaner bei Auslieferungen vorn: Airbus überholt Boeing bei Bestellungen

Im ewigen Rennen der beiden weltweit dominierenden Flugzeughersteller liegt Boeing im vergangenen Jahr wieder vorn. Airbus hat zwar mehr Bestellungen im Orderbuch, wird aber von Engpässen in der Produktion zurückgehalten.

Der europäische Flugzeugbauer Airbus hat seinen US-Rivalen Boeing beim Rennen um Neuaufträge im vergangenen Jahr deutlich abgehängt. Airbus-Chef Fabrice Brégier konnte sich über Aufträge für 1036 neue Flugzeuge freuen - 268 mehr als die Amerikaner. "Wir haben die meisten unserer Ziele erreicht", sagte er in Paris. Boeing produzierte allerdings weiter deutlich mehr Flugzeuge.

Airbus lieferte 635 Flieger aus, so viele wie nie zuvor in der Firmengeschichte. Beim US-Konkurrenten, der seine Zahlen vergangene Woche vorgelegt hatte, waren es allerdings 762 Jets. Doch die Europäer haben sich ehrgeizige Ziele zur Steigerung der Produktion gesetzt, um das dicke Auftragspolster für ihre Kassenschlager der Mittelstrecken-Familie A320 abzuarbeiten. In diesem Jahr sollten insgesamt mehr als 650 Flugzeuge aus den Werkhallen rollen, kündigte Brégier an.

Airbus kann dabei von einem komfortablen Auftragsbestand ausgehen. Zum Jahresende hatten die Europäer 6787 bestellte Flugzeuge in den Büchern, 401 mehr als ein Jahr zuvor und ein Branchenrekord.

Ein Problem bleibt das seit längerem kaum gefragte Flaggschiff A380. Wegen magerer Neubestellungen fährt Airbus die Produktion des doppelstöckigen Großraumfliegers schrittweise herunter, von zwischenzeitlich 30 Stück in Richtung 20 Stück pro Jahr. Zum Ende des Jahres 2015 konnte Airbus eine Order für drei Flugzeuge verbuchen, musste aber zugleich die Stornierung für eine Maschine hinnehmen. Noch im Sommer hatte sich Verkaufschef John Leahy 25 A380-Bestellungen für das Gesamtjahr 2015 zum Ziel gesetzt. Eine neue Prognose wollte er jetzt nicht abgeben.

Hoffnungsträger A320neo kommt später

Bei zwei weiteren Modellen blieb Airbus knapp hinter seinem Zeitplan zurück. Vom neuen Großraumjet A350 konnte der Hersteller wegen Lieferproblemen des Sitzherstellers nur 14 statt 15 Maschinen ausliefern. Und die Erstauslieferung des modernisierten Mittelstreckenjets A320neo wurde einen Tag vor Silvester überraschend ins neue Jahr verschoben. "Die erste A320neo wird im Januar ausgeliefert, also in den kommenden zwei Wochen", konkretisierte Brégier nun. Das erste Modell mit spritsparenden neuen Triebwerken soll an die Lufthansa gehen.

Vom Mittelstreckenjet A320 und seiner Neuauflage A320neo will Airbus ab Anfang 2017 pro Monat rund 50 Stück und ab Mitte 2019 etwa 60 Stück fertigstellen. Verkaufschef Leahy betonte, damit nicht zu üppig zu planen. "Wir bauen die Produktion aus, um mit dem Auftragsbestand mitzuhalten." Auf Basis der Preisliste von 2015 entsprach der Auftragsbestand einem Gesamtwert von 996,3 Milliarden US-Dollar (rund 915 Mrd Euro). Allerdings liegen einige Bestellungen schon Jahre zurück und bei Flugzeugbestellungen sind Nachlässe im zweistelligen Prozentbereich üblich.

Quelle: n-tv.de

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