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Deutschlands reichster Mann: Aldi-Gründer Karl Albrecht ist tot

Sein Erfolg als Unternehmer ist ebenso legendär wie seine Scheu vor der Öffentlichkeit: Karl Albrecht, Mitbegründer des Discountergiganten Aldi, ist im Alter von 94 Jahren gestorben. Aldi Süd bestätigt nun entsprechende Medienberichte.

An der Seite seines Bruders: Das Familiengrab der Albrechts in Essen.
An der Seite seines Bruders: Das Familiengrab der Albrechts in Essen.(Foto: picture alliance / dpa)

Karl Albrecht ist tot: Der langjährige Chef von Aldi-Süd ist am vergangenen Mittwoch im Alter von 94 Jahren gestorben. Das Handelsunternehmen Aldi Süd hat entsprechende Medienberichte bestätigt. Er habe die Unternehmensgeschicke bis wenige Tage vor seinem Tod "aufmerksam und wohlwollend" begleitet, teilte das Unternehmen mit. Zuvor hatten die "Frankfurter Allgemeiner Zeitung" (FAZ) und "Süddeutscher Zeitung" (SZ) von dem Tod des Firmengründers berichtet.

Karl Albrecht war der Bruder von Theo Albrecht. Gemeinsam gründeten sie in der Nachkriegszeit eine Einzelhandelsgesellschaft, aus der sich über die Jahre hinweg die beiden Discounter-Riesen Aldi-Süd und Aldi-Nord entwickelten.

Mit einem Vermögen von knapp 20 Milliarden Euro war Karl Albrecht der reichste Deutsche und einer der reichsten Menschen der Welt. Den Berichten zufolge hielt das Umfeld des Verstorbenen die Todesnachricht zunächst zurück, um eine Beisetzung im engsten Familienkreis auf dem städtischen Friedhof in Essen zu ermöglichen.

"Er war ein Vorbild"

Mit großem Dank und persönlichen Worten hat die Unternehmensgruppe Aldi Süd die Lebensleistung ihres Gründers Karl Albrecht gewürdigt. Zum Tod des 94-Jährigen hieß es in einer Presseerklärung, Albrecht habe eine "Firmenkultur gegenseitigen Respekts" geschaffen. "Er war ein gerechter und stets berechenbarer Unternehmer und ein Mann, der seine Überzeugung und seine christlichen Werte lebte. Er war ein Vorbild."

Karl Albrecht habe zurückgezogen gelebt, keine öffentliche Aufmerksamkeit gewollt und die ihm angetragenen Ehrungen stets mit dem Hinweis auf die Verdienste aller Mitarbeiter abgelehnt. Den Mitarbeitern und ihren Talenten habe er vertraut und ihnen Gelegenheit gegeben, diese zu entfalten. "Wir sind stolz auf die von ihm geschaffene Kultur und werden sie fortführen. Wir verneigen uns vor ihm. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie."

Dem Unternehmen sei Albrecht bis zu seinem 75. Lebensjahr in verantwortlicher Stellung verbunden geblieben. Auch danach habe er "bis wenige Tage vor seinem Tod die Unternehmensgeschicke aufmerksam und wohlwollend" begleitet. Die Voraussetzungen für unternehmerische Kontinuität über seinen Tod hinaus habe er bereits 1973 gelegt: Das Vermögen der Unternehmensgruppe Aldi Süd werde von zwei Stiftungen kontrolliert.

Im engsten Familienkreis beigesetzt

"Vor wenigen Stunden wurde der erfolgreichste deutsche Unternehmer der Nachkriegszeit in aller Stille auf dem nahen städtischen Friedhof beerdigt, nur wenige Meter von seinem Bruder entfernt", hatte zuvor die FAZ berichtet. "Damit ist der letzte große Nachkriegspatriarch abgetreten, der eigentümlichste, der verschwiegenste, aber auch der größte unter Deutschlands Unternehmensgründern." Der Unternehmer sei am Montagvormittag im engsten Familienkreis beigesetzt worden, bestätigte ein Sprecher der Stadt Essen.

Das US-Magazin "Forbes" führte die beiden Aldi-Gründer in ihrer Rangliste der Superreichen über Jahre hinweg auf den vorderen Plätzen. Zuletzt belief sich das Privatvermögens von Karl Albrecht demnach auf rund 19,2 Milliarden Euro. Im weltweiten Ranking landete der deutsche Unternehmer damit auf Platz 24.

Nach dem Tod Karl Albrechts wird nun Lidl- und Kaufland-Eigentümer Dieter Schwarz  von "Forbes" als reichster Deutscher geführt. Sein Vermögen bezifferte sich laut dem Magazin zuletzt auf rund 15,5 Milliarden Euro.

Erfolg mit deutscher Sparsamkeit

Karl Albrecht galt als überaus sparsam und finanziell vorausschauend. Bereits Jahrzehnte vor seinem Tod soll er sich um die Aufteilung seines Vermögens gekümmert haben. Ein Großteil des Geldes leitete Albrecht schon vor Jahren in die von ihm gegründeten Stiftungen um. So verwaltet zum Beispiel die Siepmann-Stiftung - benannt nach dem Mädchennamen seiner Mutter - das Vermögen des Handelsunternehmens Aldi-Süd.

Die Anteile von Aldi-Nord liegen dagegen in Händen der sogenannten Markus-Stiftung von Theo Albrecht. Einem Bericht der "Wirtschaftswoche" zufolge geht der Name auf Theo Albrechts Heimatpfarrgemeinde St. Markus in Essen-Bredeney zurück.  Im Unterschied zu den meisten Wettbewerbern unter den großen Einzelhandelskonzernen strebte Aldi nie an die Börse.

Karl Albrechts Bruder Theo Albrecht starb vor fast genau vier Jahren im Juli 2010.

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Quelle: n-tv.de

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