Wirtschaft
Die Allianz-Aktie dürfte sich nach den Zahlen in einem schwachen Markt gut halten.
Die Allianz-Aktie dürfte sich nach den Zahlen in einem schwachen Markt gut halten.(Foto: dapd)

Historisch gute Zahlen: Allianz verdoppelt Gewinn

Europas größter Versicherer Allianz verdoppelt seinen Gewinn im vergangenen Jahr auf 5,2 Mrd. Euro. Trotz der Belastungen durch den Sturm Sandy kann der Konzern damit seine eigenen Prognosen toppen. Insgesamt ist die Schadenslast sehr niedrig, zudem läuft das Fondsgeschäft glänzend. Anleger können sich auf eine stabile Dividende freuen.

Ausbleibende Großschäden und eine robuste Vermögensverwaltung haben dem Versicherer Allianz vergangenes Jahr ordentliche Gewinnzuwächse beschert. Der Münchener Konzern verdiente 2012 operativ mit 9,5 Mrd. Euro rund 21 Prozent mehr als im Vorjahr und erzielte damit das zweithöchste Ergebnis der Firmengeschichte. Analysten hatten mit 9,28 Mrd. Euro gerechnet. Treiber für das gute Ergebnis waren der Bereich Lebens- und Krankenversicherungen sowie die Vermögensverwaltung. Profitieren konnte der Konzern zudem davon, dass es 2012 bis auf Wirbelsturm Sandy weniger Naturkatastrophen als noch im Vorjahr gab.

"Trotz der Belastungen durch den Sturm Sandy haben wir unsere Prognose übertroffen", erklärte Vorstandschef Michael Diekmann. "Dieses Ergebnis zeigt, wie gut unser Geschäftsmodell die vielen Turbulenzen der Finanzkrise ausgleichen kann." Die Aktionäre sollen wie im Vorjahr eine Dividende von 4,50 Euro je Aktie bekommen. Damit werden 40 Prozent des Gewinns ausgeschüttet. Das ist in etwa das, was Analysten erwartet hatten.

Ruhiges Jahr

Obwohl der Konzern im vierten Quartal Belastungen durch den Wirbelsturm Sandy von rund 455 Mio. Euro verkraften musste, konnte sich Allianz sogar in der Sparte Schaden-Unfallversicherung wesentlich verbessern. Um 15,2 Prozent legte hier das operative Ergebnis im Schlussquartal auf rund 1,3 Mrd. Euro zu. Der Sturm war Ende Oktober südlich von New York auf die US-Ostküste getroffen und hatte vor allem durch Überflutungen schwere Schäden anrichtete.

Insgesamt gab es 2012 jedoch vergleichsweise wenig Naturkatastrophen. Das operative Ergebnis der Schaden- und Unfallversicherung, dem Kernsegment, stieg daher um 13 Prozent auf 4,7 Mrd. Euro. Dank der insgesamt robusten Entwicklung auch in den meisten anderen Sparten konnte die Allianz das operative Ergebnis im vierten Quartal insgesamt um fast 14 Prozent auf 2,3 Mrd. Euro steigern.

Unter dem Strich schaffte die Allianz im Gesamtjahr sogar eine Verdoppelung des Nettogewinns auf 5,2 Mrd. Euro. Im Vorjahr hatte die Finanzkrise der Allianz mit hohen Abschreibungen auf Aktien und Griechenland-Anleihen das Ergebnis verhagelt.

Für das laufende Jahr geht Diekmann von einer weiteren Entspannung in der Euro-Schuldenkrise aus. "Es scheint erste Zeichen in der Eurozone für eine Stabilisierung zu geben", erklärte er. Einige Risiken bestünden jedoch weiter. So dürfte es wegen der anhaltend niedrigen Zinsen schwierig bleiben, am Kapitalmarkt lukrativ anzulegen. Und das Wirtschaftswachstum in den Industrienationen bleibe "unbefriedigend". Nach Diekmanns Einschätzung kann die Allianz 2013 ein operatives Ergebnis von 9,2 Mrd. Euro schaffen - "plus/minus 500 Millionen Euro".

Quelle: n-tv.de

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