Wirtschaft
Amann übernimmt demnach ab dem 1. November die Leitung der Flughafen Energie und Wasser GmbH, einer Tochter der Flughafengesellschaft.
Amann übernimmt demnach ab dem 1. November die Leitung der Flughafen Energie und Wasser GmbH, einer Tochter der Flughafengesellschaft.(Foto: picture alliance / dpa)

Ex-BER-Technikchef ohne Personal: Amann auf dem Abstellgleis

In seinem neuen Job wird es der Ex-Technikchef des BER, Amann, deutlich ruhiger haben. Seine neue Firma hat kein eigenes Personal. In der Öffentlichkeit wächst derweil der Widerstand dagegen, dass Aufsichtsratschef Wowereit beim BER wieder voll im Geschäft ist.

Der abgesetzte Technikchef am Hauptstadtflughafen, Horst Amann, steht nach seinem Ausscheiden am Pannenprojekt zwar nicht ohne leitende Position da, aber die neue Umgebung dürfte doch gewöhnungsbedürftig sein. Denn zumindest "anzuleiten" gibt es niemanden. Nur sich selbst. Denn das Unternehmen hat kein Personal.

Die Flughafen Energie und Wasser GmbH, deren Geschäftsführer Amann seit Dezember 2012 sei, habe noch keine Mitarbeiter, sagte Flughafensprecher Ralf Kunkel. Er bestätigte damit einen Bericht der "Berliner Morgenpost". Amann hatte nach monatelangem Führungsstreit am Vortag seinen Posten als Flughafen-Geschäftsführer verloren. Einen Nachfolger wird es nicht geben. Die Aufgaben übernimmt Flughafenchef Hartmut Mehdorn.

Amann ist - bei vollen Bezügen - jetzt nur noch für das Strom-, Wasser-, Abwasser-, Wärme- und Kältenetz der Berliner Flughäfen zuständig. Diesen Bereich werde er aufbauen, sagte Kunkel. Nach der Absetzung war gemunkelt worden, dass Amann lediglich auf einen Versorgungsposten "entsorgt" worden sei.

Martin Delius von den Piraten, der den Vorsitz des Berliner Untersuchungsausschusses BER innehat, kritisierte die Absetzung Amanns. "Der Aufsichtsrat hat den Streit auf die schlechtestmögliche Art eskaliert. Das Projekt BER verliert den einzigen erfahrenen Mann für Flughafenbau in entscheidender Position", sagte Delius.

Wowereit im Zwielicht

Kunkel bestätigte auch, dass die Gesellschafterversammlung den Aufsichtsrat für die Jahre 2011 und 2012 entlastet habe. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung ergab ein Rechtsgutachten, dass den Aufsichtsratsmitgliedern keine Pflichtverletzungen nachgewiesen werden konnten. Beim ehemaligen Aufsichtsratschef Klaus Wowereit seien aber noch nicht alle Zweifel ausgeräumt.

So zitiert "Bild" aus dem vertraulichen Gutachten: "Wir können nicht ausschließen, dass die Geschäftsführung dem Aufsichtsratsvorsitzenden außerhalb der regulären Berichtswege weitere Informationen mitteilte", in dem Fall könnte eine rechtliche Neubewertung erforderlich werden. Das ist Wasser auf die Mühlen der Beobachter, die sich zunehmend an der Entscheidung an Wowereit als Aufsichtsratsvorsitzendem festzuhalten, reiben.

Wowereit, der den Aufsichtsrat kommissarisch führt, gilt - nach einer Auszeit - als erneuter Anwärter auf den Chefposten. In den verschiedenen politischen Lagern regt sich dagegen massiver Widerstand: Grünen-Fraktionchef Anton Hofreiter forderte, Wowereit sollte den Aufsichtsrat völlig verlassen. CDU-Verkehrsexperte Thomas Jarzombek sagte: "Wowereit hat seine Chance gehabt - und vertan."

Auch der Bund der Steuerzahler hat Berlins Regierenden Bürgermeister Wowereit erneut aufgefordert, sich aus dem Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft zurückzuziehen. Wowereit müsse begreifen, dass er überhaupt kein Vertrauen mehr stiften könne, sagte Verbands-Chef Reiner Holznagel im "Inforadio".

Quelle: n-tv.de

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