Wirtschaft
Sie wollen mehr Geld: Mitarbeiter von Amazon im hessischen Bad Hersfeld.
Sie wollen mehr Geld: Mitarbeiter von Amazon im hessischen Bad Hersfeld.(Foto: picture alliance / dpa)

Kunden fürchten Engpass: Amazon droht Streik-Stillstand

Erst Leipzig, jetzt Bad Hersfeld: An immer mehr Standorten des Internet-Versandhändlers Amazon kündigt sich ein Streik der Mitarbeiter an. Das Unternehmen ist kaum bereit zu Verhandlungen und riskiert damit eine Blockade - nicht nur bei den Gesprächen, sondern im gesamten Betrieb.

Dem größten deutschen Standort des Internet-Versandriesen Amazon droht nun auch ein Streik. Für die Belegschaft im hessischen Bad Hersfeld lehne Amazon Tarifverhandkungen ab, die Fronten seien verhärtet, berichtete die Gewerkschaft Verdi.

Zuvor hatten Gewerkschafter mit Vertretern des Unternehmens gesprochen. Vorige Woche hatte bereits die Amazon-Belegschaft in Leipzig bei einer Urabstimmung Streiks zugestimmt - das erste mal überhaupt in Deutschland.

Amazon teilte mit, das Unternehmen sei weiter zu informellen Gesprächen bereit, sehe aber derzeit wenige Gemeinsamkeiten, um Verhandlungen aufzunehmen.

Zeichen stehen auf Arbeitskampf

Die Gewerkschaft Verdi kündigte an, im Lauf dieses Monats werde eine Urabstimmung für die Beschäftigten in Bad Hersfeld vorbereitet. Für einen Streik ist eine Zustimmung von 75 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder erforderlich.

Verdi sei zuversichtlich, die Arbeits- und Einkommensbedingungen der 3200 Beschäftigten mit den Mitteln des Arbeitskampfes verbessern zu können, sagte ein Gewerkschaftsvertreter.

Verdi will das Unternehmen dazu bewegen, sich an den Tarifvertrag für den Versand- und Einzelhandel zu binden. Amazon orientiert sich hingegen an der Bezahlung der Logistikbranche. Dadurch bekommt ein Beschäftigter 9000 Euro brutto weniger im Jahr, rechnete Verdi exemplarisch vor. Bundesweit beschäftigt Amazon 9000 Mitarbeiter.

Quelle: n-tv.de

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