Wirtschaft
Im Süden des Kongo starben zwischen September 2014 und Dezember 2015 mindestens 80 Menschen in Kobalt-Minen.
Im Süden des Kongo starben zwischen September 2014 und Dezember 2015 mindestens 80 Menschen in Kobalt-Minen.(Foto: REUTERS)

Apple, Samsung & Co.: Amnesty: Konzerne nehmen Kinderarbeit hin

Wenn es darum geht festzustellen, woher ihre Rohstoffe kommen, versagen einige der größten Technologiekonzerne der Welt. Sie können nicht garantieren, dass keine Kinder unter lebensgefährlichen Bedingungen Kobalt für ihre Produkte fördern.

Führende Elektronikhersteller wie Apple, Samsung oder Sony können laut Amnesty International nicht garantieren, dass sie kein Kobalt aus Kinderarbeit in ihren Geräten verwenden. Die Menschenrechtsorganisation beschuldigte die Konzerne daher in einem Bericht gemeinsam mit der kongolesischen Organisation Afrewatch, von Kinderarbeit in der Demokratischen Republik Kongo zu profitieren.

In dem zentralafrikanischen Land, in dem laut Amnesty mehr als die Hälfte des weltweit abgebauten Kobalts gewonnen wird, würden schon siebenjährige Kinder unter lebensgefährlichen Bedingungen das wertvolle Mineral abbauen, hieß es in dem Bericht "This is what we die for" (Dafür sterben wir). Allein im Südkongo seien von September 2014 bis Dezember 2015 dabei mindestens 80 Bergleute gestorben.

"Die Elektronikkonzerne nutzen Kobalt für die Akkus ihrer Smartphones, Tablets und Laptops, also in Geräten, die aus unserem Verbraucheralltag nicht mehr wegzudenken sind", erklärte Amnesty-Expertin Verena Haan. Die Konzerne müssten sicherstellen, dass sie kein Kobalt aus Kinderarbeit verwenden. "Globale Unternehmen dürfen sich nicht darauf berufen, dass sie angeblich nicht überprüfen können, woher wichtige Mineralien in ihrer Produktion kommen."

Alle Unternehmen in der Lieferkette müssten im Einklang mit den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte ihre Sorgfaltspflicht erfüllen und sofort Abhilfe schaffen, wenn sie von Menschenrechtsverletzungen erfahren, mahnte Haan. Die Länder, in denen die betroffenen Unternehmen ihren Sitz haben, müssten diese zudem durch Gesetze zu genauen Kontrollen der Herkunft ihrer Materialien sowie zu mehr Transparenz verpflichten.

Quelle: n-tv.de

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