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Die verschiedenen Titel der "Angry Birds"-Reihe tragen rund die Hälfte zum Umsatz von Rovio bei.
Die verschiedenen Titel der "Angry Birds"-Reihe tragen rund die Hälfte zum Umsatz von Rovio bei.(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Schnelleres Wachstum erwartet: "Angry Birds"-Macher streichen Jobs

Die finnische Firma Rovio steht hinter dem Welterfolg "Angry Birds". In der Erwartung, dass die wütenden Vögel weiter für prächtiges Wachstum sorgen, wächst die Belegschaft 2013 kräftig an. Ein Jahr später herrscht nun Ernüchterung.

Beim Erfinder des Spielehits "Angry Birds" sollen bis zu 130 Jobs gestrichen werden. Dies teilte Mikael Hed, derzeit noch Chef von Rovio Entertainment Ltd., in einem Blogeintrag mit. Damit sind rund 16 Prozent der Arbeitsplätze bei dem finnischen Hersteller verschiedener Spiele für Tablets und Smartphones von der Streichung bedroht. Die Belegschaft sei in Erwartung eines schnelleren Wachstums aufgebaut worden, räumte Hed ein. Erst vergangenes Jahr wurde die Mitarbeiterzahl von 300 auf 800 erweitert. Die Jobs sollen am Rovio-Sitz in Finnland gestrichen werden.

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Rovios bislang größter Hit "Angry Birds" erschien 2009 und wurde weltweit zu einem enormen Erfolg. Insgesamt wurden alle verschiedenen Titel des zur Serie weiterentwickelten 2D-Spiels angeblich rund zwei Milliarden Mal heruntergeladen, bis heute halten sich Fortsetzungen in den Download-Charts auf den vorderen Rängen.

Der Firma gelang es bisher aber nicht, einen Erfolg in dieser Dimension mit einem weiteren Spiel zu wiederholen. Rovio hatte in den vergangenen Jahren mit dem harten Wettbewerb durch eine ganze Reihe neuer Spieleentwickler zu kämpfen, wie etwa Supercell oder der britisch-schwedischen King Digital Entertainment, Hersteller von "Candy Crush Saga".

In-App-Käufe sollen Wende bringen

Rovio versuchte daraufhin, das Erlösmodell des finnischen Unternehmens zu überarbeiten. So wurde der Download eines Spieles kostenlos, der Nutzer sollte stattdessen für Käufe innerhalb des Spieles bezahlen. Doch die neusten Spiele konnten für keinen rechten Schub sorgen. Die Umstellung von einem "Pay-to-Play"- auf ein "Free-to-Play"-Modell habe länger gedauert als erwartet, hatte Hed zuletzt in einem Interview gesagt.

Vergangenes Jahr erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 156 Millionen Euro, eine leichter Verbesserung zu den 152,2 Millionen aus dem Vorjahr. Der Nettogewinn brach dagegen um mehr als die Hälfte auf 26,9 Millionen Euro ein. Titel der "Angry Birds"-Serie tragen rund die Hälfte zu Rovios Umsatz bei.

Der 38-jährige Hed wechselt zum Januar in den Verwaltungsrat des Spielentwicklers. Neuer Chef wird Pekka Rantala, der zuvor unter anderem den Getränkehersteller Hardwall führte und beim Handy-Anbieter Nokia der Marketingchef war.

Quelle: n-tv.de

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