Wirtschaft
Die Ermittler gehen davon aus, dass Jonas K. und Stephan S. 11.000 Menschen betrogen haben.
Die Ermittler gehen davon aus, dass Jonas K. und Stephan S. 11.000 Menschen betrogen haben.(Foto: Screenshot Youtube)

Schaden: rund 240 Millionen Euro: Anklage gegen die S&K-Betrüger steht

Zwei Jahre lang haben die Behörden ermittelt: Nun steht die 3150-seitige Anklage gegen die beiden S&K-Betrüger Jonas K. und Stephan S. Das Verfahren sprengt alles Dagewesene am Frankfurter Gericht. Es geht um einen Schaden von 240 Millionen Euro.

Ihre Opfer sollen sie um mindestens 240 Millionen Euro gebracht haben - nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben gegen die beiden Gründer der mutmaßlich betrügerischen Immobiliengruppe S&K. Die Frankfurter Ermittler werfen Jonas K. und Stephan S. sowie fünf weiteren Beschuldigten in ihrer Anklage schweren Betrug und schwere Untreue vor. "Diese 240 Millionen, die wir hier als Schaden haben, sind ja nur pars pro toto. Es ist sicherlich von einem viel größeren Gesamtschaden auszugehen", sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Albrecht Schreiber.

Die Angeklagten schweigen bislang zu den Vorwürfen. Sie sollen mit einem Schneeballsystem Anleger bei Immobiliengeschäften um ihr Vermögen geprellt haben. Das Geld sollen sie zum großen Teil mit einem aufwendigen Lebensstil verprasst haben. Bei ihnen konnten der Staatsanwaltschaft zufolge Vermögensgegenstände im Wert von 55 Millionen Euro für die Geschädigten gesichert werden. Nur maximal 20 Millionen Euro gaben sie laut Anklage an Anleger zurück, die aus dem Geschäft aussteigen wollten.

"Ganz, ganz exponiertes Verfahren"

Die Staatsanwälte gehen von 11.000 Betrugsopfern der Frankfurter Immobiliengruppe und zehntausenden weiteren Geschädigten aus, deren Fondsverwalter in Untreue bei S&K riskante Anlagen kauften. Viele gaben ihre Lebensversicherungen auf, um bei S&K einzusteigen. S&K soll auch bereits bestehende Fondsverwaltungsgesellschaften gekauft und die vorhandenen Mittel abgeschöpft haben. Insgesamt werde gegen 140 Verdächtige ermittelt, darunter Gutachter, Notare, Anwälte und Steuerberater.

Die Anklage gegen die sieben mutmaßlichen Haupttäter umfasst 3150 Seiten. "Was die Komplexität dieses Verfahrens und der Ermittlungen angeht, kann man sagen, dass das sicherlich ein ganz, ganz exponiertes Verfahren ist", sagte Schreiber. Zwei Jahre nach der bundesweiten Razzia gegen die Immobiliengruppe ist es nun Sache des Landgerichts Frankfurt, über die Zulassung der Anklage zu entscheiden.

Die Firmengründer Jonas K. und Stephan S. sitzen seit dem 19. Februar 2013 in Untersuchungshaft. S. hatte sich bei einem Fluchtversuch im September 2013 schwer verletzt, als er während eines Gerichtstermins aus dem Fenster im ersten Stock sprang.

Quelle: n-tv.de

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