Wirtschaft
Vor den noch geöffneten Apotheken in Athen bilden sich wegen des Streiks der Apotheker lange Schlangen.
Vor den noch geöffneten Apotheken in Athen bilden sich wegen des Streiks der Apotheker lange Schlangen.(Foto: picture alliance / dpa)

36 Apotheken für 3,5 Millionen Menschen: Apotheker-Streik sorgt für Chaos in Athen

Medikamente im Supermarkt? Das sieht die Liberalisierung der Apotheker-Branche in Griechenland vor. Die Idee stößt bei den Apothekern selbst auf Kritik. Ein Arbeitskampf bricht los, der in langen Schlangen und aufgebrachten Menschenmengen endet.

Der Streik griechischer Apotheker wegen geplanter Reformen hat in Athen zu chaotischen Zuständen vor den wenigen geöffneten Notapotheken geführt. Es bildeten sich lange Warteschlangen, etliche Griechen reagierten aufgebracht und wütend. Wie das griechische Fernsehen berichtete, sind im Großraum Athen mit 3,5 Millionen Einwohnern nur 36 von insgesamt 3800 Apotheken geöffnet.

Die Apotheker, die auch über das Wochenende streiken wollen, protestieren gegen neue Regeln zur Liberalisierung ihres Berufsstandes. So sollen künftig auch Medikamente in Supermärkten verkauft werden können, erstmals sollen auch Apothekenketten erlaubt sein. Bislang sind Apotheken lizenziert: Nur jeweils ein Apotheker darf eine Apotheke betreiben. Zudem ist die Anzahl der Lizenzen limitiert.

"Kämpfen" bis zum Schluss

"Die Situation ist tragisch", sagte ein aufgebrachter Mann, der seit zwei Stunden in einer langen Schlange vor einer Apotheke im Zentrum Athens wartete. Vertreter des Verbandes der griechischen Apotheken erklärten, "wir werden solange kämpfen, bis die Regierung einlenkt".

Am Sonntag sollen weitere Reformgesetze vom Parlament gebilligt werden, darunter fallen auch die neuen Apothekenbestimmungen. Die Liberalisierung zahlreicher Berufszweige ist eine der Voraussetzungen für weitere Finanzhilfen der Troika-Geldgeber an Griechenland.

Quelle: n-tv.de

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