Wirtschaft
Die Konzernzentrale von Pegatron in Taipeh.
Die Konzernzentrale von Pegatron in Taipeh.(Foto: Google street view)

Nächstes iPhone kommt angeblich von Pegatron: Apple distanziert sich von Foxconn

Die Spekulationen über ein günstigeres iPhone-Modell bekommen neue Nahrung: Das nächste iPhone soll angeblich nicht mehr von Hauptzulieferer Foxconn kommen, sondern vom ebenfalls asiatischen Auftragsfertiger Pegatron. Insidern zufolge war der Preis ausschlaggebend.

Apple will das nächste und möglicherweise billigere iPhone angeblich beim asiatischen Auftragsfertiger Pegatron bauen lassen. Das berichtet das "Wall Street Journal". Die Markteinführung sei im Laufe des Jahres geplant, heißt es. Angesichts der starken Konkurrenz durch günstige Geräte vor allem von Samsung wird seit Längerem über ein billigeres iPhone-Modell spekuliert. Apple-Chef Tim Cook hatte allerdings bei einem öffentlichen Auftritt diese Woche abermals offengelassen, ob es ein solches Gerät geplant sei.

Mit der Auswahl von Pegatron wolle Apple sich unabhängiger vom bisherigen Hauptfertiger Foxconn machen, schrieb das "Wall Street Journal" weiter. Apple-Chef Tim Cook gehe es um eine bessere Verteilung von Risiken, nachdem es bei Foxconn Schwierigkeiten bei der Produktion des aktuellen iPhone 5 gegeben habe. Laut Medienberichten hatte Foxconn unter anderem Probleme mit Kratzern auf dem empfindlichen Aluminium-Gehäuse der Geräte während des Zusammenbaus.

Eine Frage des Geldes

Außerdem sei Pegatron bereit gewesen, sich mit weniger Geld zufriedenzugeben, hieß es weiter. Apple habe den Foxconn-Rivalen seit 2011 einen geringen Teil der iPhones und seit vergangenem Jahr das iPad mini produzieren lassen. Pegatron hat seinen Firmensitz wie Foxconn in Taiwan, lässt aber auch viel in China produzieren.

Foxconn, ein Gigant mit mehr als einer Million Beschäftigten, war in den vergangenen Jahren immer wieder in die Kritik wegen der Arbeitsbedingungen geraten. Nach einer Reihe von Selbstmorden in Fabriken in China musste Foxconn die Arbeitsbedingungen verbessern. Seitdem zahlt das Unternehmen auch höhere Löhne, was die Rendite schmälert. Nach Angaben von  Arbeitsrechtsorganisationen haben seit 2010 insgesamt 13 Arbeiter  von Foxconn Selbstmord begangen. Erst im April stürzten sich nach  Angaben von China Labor Watch zwei junge Männer und eine Frau in  den Tod.

Foxconn sucht eigene Wege

Zuletzt wurde deutlich, dass Foxconn sein Geschäft mit anderen Kunden als Apple weiter ausbauen will. So sollen günstige Smartphones mit dem offenen Betriebssystem Firefox OS gebaut werden. Das Vorhaben ist Teil des Strategiewechsels bei Foxconn. Der Hersteller will sich neue Wachstumsbereiche erschließen und seinen Kundenstamm über Apple hinaus erweitern.

Die sinkenden Marktanteile des Großkunden Apple beschränken auch die Wachstumsperspektiven der Taiwaner. Analysten schätzen jedoch, dass Apple etwa die Hälfte des Umsatzes ausmacht, der im vergangenen Jahr bei etwa 130 Mrd. US-Dollar lag.

Foxconn wolle Smartphones und andere Mobilgeräte unter den Marken der Kunden fertigen, berichten die Insider, die anonym bleiben wollen. Die Partnerschaft mit Mozilla soll am kommenden Montag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Taipeh verkündet werden.

Quelle: n-tv.de

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