Wirtschaft
Ein Streichholz kann man brechen, eine Handvoll nicht: Nach diesem Motto streiken Zehntausende in Südafrika für höhere Löhne in den Platin-Minen des Landes.
Ein Streichholz kann man brechen, eine Handvoll nicht: Nach diesem Motto streiken Zehntausende in Südafrika für höhere Löhne in den Platin-Minen des Landes.(Foto: REUTERS)

80.000 fordern Gehaltsverdopplung: Arbeiter legen Südafrikas Platin-Minen lahm

Der Bergbau ist seit dem Ende des 19. Jahrhunderts die Stütze der südafrikanischen Wirtschaft. Mehr als eine halbe Million Jobs hängen direkt davon ab. Die Löhne sind allerdings niedrig. Zu niedrig, sagen zehntausende Arbeiter - und streiken.

In den drei größten Platinminen Südafrikas haben zehntausende Arbeiter die Arbeit niedergelegt. Bis zu 80.000 Anhänger der als radikal geltenden, noch jungen Gewerkschaft AMCU fordern eine Verdoppelung des Einstiegsgehalts auf monatlich 12.500 Rand (rund 840 Euro). Die Arbeitgeber wiesen dies als unrealistisch zurück, erklärten sich aber angesichts von Produktionsausfällen und fallender Börsenkurse zu Verhandlungen bereit.

Die Gespräche sollten bereits am Freitag beginnen, wie ein Sprecher des Arbeitsministeriums in Johannesburg sagte. Leiten soll sie Vizepräsident Kgalema Motlanthe. Der AMCU-Vorsitzende Joseph Mathunjwa sagte bei einer Kundgebung in Marikana im Norden des Landes, die Gewerkschaft werde teilnehmen. Die Arbeitgeberseite sei an einer "positiven und nachhaltigen Lösung" interessiert, sagte der Chef des Minenbetreibers Lonmin, Ben Magara.

"Weiterer Streik hätte schlimme Folgen"

Die Unternehmen Anglo-American Platinum (Amplats), Impala Platinum (Implats) und Lonmin hatten aus Sorge vor Gewalt den Betrieb in den Platinminen bereits am Mittwochabend eingestellt. 2012 waren in einer Platinmine des Unternehmens Lonmin 34 Menschen getötet worden, als die Polizei einen wilden Streik für bessere Löhne niederschlug. Bei anschließenden Zusammenstößen starben weitere Menschen. Auch damals war ein Mindestlohn von 12.500 Rand gefordert worden.

Der Bergbau ist seit dem Ende des 19. Jahrhunderts die Stütze der südafrikanischen Wirtschaft. Er steht für 40 Prozent des Exports, ist eine bedeutende Devisenquelle und gehört zu den wichtigsten Arbeitgebern. Mehr als eine halbe Million Arbeitsplätze hängen direkt vom Bergbau ab. "Ein weiterer Streik hätte schlimme Folgen", erklärte Arbeitsministerin Mildred Oliphant.

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Quelle: n-tv.de

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