Wirtschaft

Devisenreserven der Zentralbank schmelzen: Argentinien stützt seinen Peso

Argentinien befindet sich in der Krise und wendet Hunderte Millionen US-Dollar auf, um den Peso zu stützen. Die wachsende Schere zwischen den beiden Währungen droht die Inflation des südamerikanischen Landes aufzublähen.

Argentinien kämpft mit einer stark wachsenden Inflation.
Argentinien kämpft mit einer stark wachsenden Inflation.(Foto: dpa)

Die argentinische Zentralbank hat zugunsten der heimischen Währung am Devisenmarkt interveniert. Das Geldinstitut wendete 135 Millionen US-Dollar auf, um den Peso zu stützen und eine weitere Abwertung zu verhindern. Das legt nahe, dass die jüngste devisenpolitische Kurswende Argentiniens kaum verhindern kann, dass die Zentralbank noch mehr ihrer Devisenbestände verlieren wird, mit denen die Regierung des südamerikanischen Landes ihre Schulden bezahlt.

Die Landeswährung beendete den regulierten elektronischen Handel am Montag kaum verändert bei rund 8 Peso je Dollar. In der vergangenen Woche hatte der Peso aber um 15 Prozent abgewertet, nachdem die Zentralbank ihre Unterstützung vorübergehend eingestellt hatte. An den vergangenen Handelstagen hat die Bank mehrere hundert Millionen Dollar aufgewendet, um den Peso zu stützen. Ihre Devisenreserven sind seither auf rund 29 Milliarden Dollar geschrumpft.

Auf den Schwarzmarkt machten die Aussichten auf mehr Dollar in der Wirtschaft wenig Eindruck. Dort kostete der Dollar am Montag 12,25 Peso, am Freitag waren es 11,80 Peso gewesen.

Weitere Peso-Abwertung erwartet

Der Unterschied zwischen den beiden Kursen droht die jährliche Inflation Argentiniens aufzublähen. Derzeit wird schon davon ausgegangen, dass die Teuerung bei rund 30 Prozent liegen könnte, da Geschäftsleute die Preise mit Blick auf die Schwarzmarktpreise für eine ganze Reihe an Produkten über Fernseher bis Kühlschränken anheben. Dadurch werden auch Erwartungen verstärkt, dass die Regierung den Peso noch mehr abwerten lässt. An der lokalen Terminbörse Rofex wurde die argentinische Währung im Dezember noch bei etwa 10,73 Peso je Dollar gehandelt.

"Dies wird keinen Druck von dem [offiziellen] Wechselkurs nehmen", sagte Fausto Spotorno zu der neuen Währungspolitik, wonach Einheimische einfacher Dollar kaufen können. "Im Gegenteil wird das den Druck auf die Währung erhöhen, da die Nachfrage nach Dollar steigt", erklärte der Ökonom, der bei dem Beratungsunternehmen OFJ arbeitet. Möglicherweise könnte die flexiblere Währungspolitik die Lücke zwischen den offiziellen und den informellen Wechselkursen verringern, indem eine gewisse Dollar-Nachfrage auf den regulierten Markt verlagert wird, ergänzte Spotorno.

Nachdem sich wenige Tage nach der Abwertung der Landeswährung Peso die Sorgen vor einer Wirtschaftskrise neu belebt hatte, erlaubte die Regierung Einheimischen erstmals den Kauf einer begrenzten Menge Dollar. Die Staatsführung um Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner hofft so, möglichen Panikkäufen am Schwarzmarkt vorzubeugen, die das Vertrauen in die Währung weiter unterminieren und die Inflation antreiben könnten.

Mit dem Schritt schwächt Argentinien die strikten Beschränkungen für Dollarkäufe etwas ab, die seit November 2011 gelten. Diese wurden eingeführt, um eine Kapitalflucht zu verhindern - eine Folge war aber das Aufleben eines florierenden Schwarzmarktes, an dem der Peso-Kurs eingebrochen ist.

Quelle: n-tv.de

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