Wirtschaft
(Foto: Twitter-Account Daniel Mack)

Werbe-Desaster bei P&G: Ariel druckt Nazi-Code auf Packungen

Peinliche Panne für den US-Konsumgüterkonzern Procter & Gamble: Auf einer neuen Waschmittelgroßpackung wird ein Deutschland-Trikot abgedruckt. So weit, so gut - doch mit der Rückennummer vertut sich das Unternehmen gewaltig.

Der US-Konsumgüterhersteller Procter & Gamble erlebt mit seiner jüngsten Werbung für das Waschmittel Ariel ein PR-Debakel. Auf mehreren in den sozialen Netzwerken kursierenden Bildern ist auf den Packungen ein Deutschland-Trikot mit der Nummer 88 abgedruckt.

In rechtsradikalen Kreisen steht die Zahl für den achten Buchstaben des Alphabets. Damit dient die 88 als Code für "Heil Hitler". Zudem wird auf den Packungen für die "neue Konzentration" geworben.

In den Netzwerken bricht über den Konzern seitdem ein Schwall an Häme und scharfer Kritik herein.

Über den Kurznachrichtendienst Twitter - allerdings ein nicht-verifizierter Account - versicherte das Unternehmen, die Packung seit Wochenbeginn nicht mehr auszuliefern. Zugleich distanzierte sich das Unternehmen ausdrücklich von rechtem Gedankengut.

Chart

Auf der Ariel-Facebook-Seite betont das Unternehmen, sich "Werten wie Toleranz, Respekt, Vielfalt und Menschlichkeit verpflichtet" zu fühlen. Die Zahl 88 beziehe "sich allein auf die addierte Zahl der Waschladungen". Das Unternehmen bedauere sehr, wenn es zu falschen Assoziationen kommen kann. "Es war niemals unsere Absicht zu provozieren", hieß es weiter.

"Die Aktion wurde von einem multikulturellen Team entwickelt, das hatte das nicht auf dem Schirm", sagte eine Sprecherin. "Sie können dem Unternehmen vorwerfen, dass das dumm und naiv war." Am 5. Mai hat der Ariel-Produzent nach eigenen Aussagen die Auslieferung der Sonderpackung gestoppt. "Wir haben keinen wirtschaftlichen Schaden", sagte sie. Die genaue Anzahl der mit der missglückten Werbung bedruckten Packungen gab sie nicht bekannt. Es handle sich aber nicht um große Mengen.

In einem Urteil des Oberlandesgerichts Brandenburg vom 12. September 2005 heißt es, es sei davon auszugehen, dass der verfassungswidrige Symbolgehalt der Zahl "88", lediglich in rechtsextremen oder in polizeilichen, juristischen und besonders interessierten Kreisen bekannt sei. Die Verwendung der "88" sei deshalb nicht unbedingt strafbar.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

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