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Nur wenige Jobs bleiben übrig: Bosch zieht sich bei Aleo Solar zurück.
Nur wenige Jobs bleiben übrig: Bosch zieht sich bei Aleo Solar zurück.(Foto: picture alliance / dpa)

Bosch zahlt "Mitgift" bei Aleo: Asiaten greifen nach Solar-Knowhow

Der Einstieg in die Solartechnik kostet Bosch Milliarden. Aber auch der Ausstieg ist nicht umsonst. Ein Großteil der Tochter Aleo geht an Investoren aus Asien, die nur einen symbolischen Euro zahlen. Hunderte Jobs fallen dafür weg.

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Nach den abgeschriebenen Milliardeninvestitionen in den Aufbau einer Solarsparte wird für Bosch auch der Ausstieg nicht billig. Die verbliebene Solartochter Aleo Solar verkauft der Automobilzulieferer und Elektronikkonzern an ein asiatisches Konsortium - und muss bei der Veräußerung eine finanzielle Mitgift von 31 Millionen Euro zahlen, wie der Konzern mitteilte. Bei Aleo Solar gehen nun "wesentliche Teile des operativen Geschäfts" an ein Konsortium bestehend aus der taiwanesischen Sunrise Global Solar Energy, der CHOSHU Industry und der Pan Asia Solar Ltd.

Das Geschäft soll mehr als 70 Prozent der Belegschaft den Arbeitsplatz kosten. Nur 200 der zuletzt rund 730 Mitarbeiter haben demnach eine Zukunft bei Aleo, wie das Unternehmen weitermitteilte. Der seit 2009 mehrheitlich zur Bosch-Gruppe zählende Solarspezialist zieht mit dem Verkauf einen Schlussstrich unter monatelange Negativnachrichten: Das Unternehmen hatte zuletzt hohe Verluste eingefahren und war von der Insolvenz bedroht.

Aleo muss bluten

In einer Pflichtmitteilung an die Finanzwelt sagte Aleo-Chef York zu Putlitz: "Ich bedaure, dass es nicht möglich war, mehr Arbeitsplätze zu erhalten. Mit der Produktion in Prenzlau, einem Großteil der Vertriebsmannschaft und der Marke Aleo bleiben jedoch wesentliche Teile des Unternehmens erhalten."

Die Aktionäre sollen auf einer außerordentlichen Hauptversammlung den Weg für die Pläne freimachen, einen Termin für das Treffen gibt es noch nicht. Außerdem steht der Deal noch unter dem Vorbehalt einer Zustimmung der Wettbewerbshüter.

Aleo muss für den Kauf drauflegen: Den Angaben zufolge fließt für die Produktionsstätte in Prenzlau inklusive Anlagevermögen, Vorräten, gewerblichen Schutzrechten und Anteilen an einem Tochterunternehmen nur ein symbolischer Euro. Aleo dagegen überweist zehn Millionen Euro an die neuen asiatischen Besitzer. Der Noch-Mehrheitsaktionär Bosch stützt Aleo zum Abschluss mit 31 Millionen Euro.

Der Technologiespezialist und Autozulieferer Bosch hatte mit seinen Aktivitäten in der Solarbranche Milliardenverluste eingefahren und sich aus dem Geschäft zurückgezogen. Die Schwaben hatten Aleo bis zum Frühling dieses Jahres eine Frist für die Investorensuche eingeräumt.

2011 hatte die Aleo-Aktie über 25 Euro notiert. Am Mittwochmorgen lag sie bei 4,25 Euro - ein knappes Fünftel des einstigen Spitzenwertes.

Solarworld Arnstadt startet im März

Bosch hatte vor einiger Zeit den Ausstieg aus dem Solargeschäft angekündigt. In den vergangenen Jahren hatte das Engagement dem Autozulieferer Milliardenbelastungen eingebrockt. Den Verkauf des Großteils der Photovoltaikproduktion im thüringischen Arnstadt an Solarworld hatte Bosch schon vor einiger Zeit angekündigt.

Der Bonner Solartechnikhersteller will Anfang März die Produktion im bisherigen Bosch-Werk aufnehmen. "Wir wollen so früh wie möglich starten, und die Belegschaft will das auch", sagte Solarworld-Sprecher Milan Nitzschke. Das Unternehmen übernimmt mit der Photovoltaik-Produktion in Arnstadt rund 800 der zuletzt noch 1500 Mitarbeiter. Bosch soll Solarworld für die Übernahme des Arnstädter Werkes ebenfalls eine Art "Mitgift" von bis zu 130 Millionen Euro gezahlt haben.

Quelle: n-tv.de

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