Wirtschaft
Verfolger aus dem Nebel: Audi will an BMW ran und dann vorbei.
Verfolger aus dem Nebel: Audi will an BMW ran und dann vorbei.(Foto: picture alliance / dpa)

Verfolger aus dem Nebel: Audi nimmt BMW ins Visier

BMW thront auf Platz 1 der automobilen Oberklasse. Noch. Denn die VW-Tochter Audi will die Münchener Konkurrenz an der Premium-Weltspitze ablösen. Die Frage ist nur: Wann und wie? Audi-Chef Stadler zufolge führt der Weg dorthin nur über den Erfolg auf dem US-Markt.

Video

Absatzkrise in Europa? Audi will sich dennoch nicht vom Ziel abbringen lassen, den Rivalen BMW langfristig als größten Premiumautobauer vom Weltthron zu stoßen. Audi wolle "langfristig" Nummer eins werden, sagte Audi-Chef Rupert Stadler bei einer Veranstaltung der Zeitschrift "Automobilwoche". Erreichen will das die VW-Tochter mit der Ankündigung, bis 2020 weltweit mehr als zwei Millionen Fahrzeuge im Jahr zu verkaufen. BMW will bereits 2016 diese Absatzmarke knacken.

Stadler fügte hinzu, die Entscheidung über die Führung in der Oberklasse werde in den USA fallen. Audi hat den Bau eines neuen Werks in Mexiko angekündigt, um den Geländewagen Q5 für den US-Markt herzustellen. Auf dem weltgrößten Pkw-Markt in China ist Audi bereits größte Premiumarke.

Video

In Europa will Audi auch 2013 wachsen. Stadler schränkte allerdings ein, dabei werde die VW-Tochter in dem ein oder anderen Land mit einer stagnierenden Nachfrage oder mit einem rückläufigen Markt zu kämpfen haben. Im laufenden Jahr wollen die Ingolstädter mehr als 1,4 Millionen Autos verkaufen.

Die BMW-Gruppe peilt von den Marken BMW, Mini und Rolls-Royce mehr als 1,7 Millionen verkaufte Fahrzeuge in diesem Jahr. Für Schub sorgen wie bei Audi gute Geschäfte in China und den USA. "Das Umfeld, in dem wir agieren, wird immer rauer", sagte Vorstandschef Norbert Reithofer aber jüngst. In vielen Ländern gehe das Wachstum deutlich zurück, der Wettbewerb werde härter.

Renditesieger Audi

In Europa befinden sich die Pkw-Neuzulassungen seit einem Jahr im freien Fall. Längst schrumpfen die Zahlen nicht mehr nur im krisengeschüttelten Süden des Kontinents, sondern auch in großen Märkten wie Deutschland oder Frankreich. Mit hohen Rabatten wird versucht, die verunsicherte Kundschaft zum Autokauf zu verführen. Vielen Herstellern, die von hohen Stückzahlen abhängen und ihr Hauptgeschäft in Europa machen, steht das Wasser bis zum Hals: Ford sucht sein Heil in Werksschließungen in Europa. PSA Peugeot Citroen will sich mit Stellenstreichungen, Staatshilfe und einer Kooperation mit dem ums Überleben kämpfenden Konkurrenten Opel retten. Auch die Oberklasse-Hersteller Audi und Mercedes mussten der Krise zuletzt mit sinkenden Gewinnen Tribut zollen.

Bei der Rendite, der Ebit-Marge, liegt Audi bereits an der Spitze: Die Ingolstädter kommen derzeit auf 10,5 Prozent. BMW schafft 9,6 Prozent. Daimler, der dritte deutsche Premiumhersteller an der Weltspitze, liegt bei 6,4 Prozent.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Video-Empfehlungen
Empfehlungen