Wirtschaft
Ein Diesel-Motor von VW.
Ein Diesel-Motor von VW.(Foto: REUTERS)
Samstag, 29. Juli 2017

Abgas-Skandal in Deutschland: Autobranche fordert präzisere Vorgaben

Zu große gesetzliche Spielräume sind nach Meinung der Automobilindustrie Ursache des Abgas-Skandals. Mit neuen EU-Regelungen will sie verlorenes Vertrauen zurückgewinnen. Umfassende Fahrverbote hält die Branche für unnötig.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hat die EU-Kommission aufgefordert, präzisere gesetzliche Vorgaben für den Abgasausstoß  zu machen. "Die Politik sollte Ziele vorgeben, etwa für weniger Schadstoffe oder mehr Klimaschutz, und das in einem präzisen gesetzlichen Rahmen", sagte Verbands-Präsident Matthias Wissmann den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Seine eigene Branche forderte der VDA-Präsident dazu auf, sich an diese Regeln zu halten: "Die Regulierer müssen Graubereiche vermeiden. Und wir in der Industrie sind allgemein gut beraten, mit den Grenzen der Regulierung sensibel umzugehen." Die Manipulationen bei Abgaswerten seien möglich gewesen, weil die EU-Regulierungen zu große Spielräume eröffnet hätten, sagte Wissmann. Er räumte ein, es habe "mehr als problematische Entwicklungen in einigen Unternehmen" gegeben. Jetzt gelte es, das verlorene Vertrauen wieder aufzubauen.

Das jüngste Urteil zu Fahrverboten hält Wissmann dagegen für den verkehrten Schritt. "Wenn der Diesel-Gipfel in der kommenden Woche in Berlin ein überzeugendes Konzept erarbeitet, sehe ich durchaus Chancen, dass das Bundesverwaltungsgericht als höchste Instanz zu einem anderen Ergebnis kommen könnte als Stuttgart", sagte Wissmann. Es gebe intelligentere Lösungen als Fahrverbote, um die Luftqualität in Städten zu verbessern.

Wissmann zufolge will die Autoindustrie der Bundesregierung und den Bundesländern beim "Diesel-Gipfel" in der kommenden Woche anbieten, Autos der Schadstoffklassen Euro 5 und Euro 6 mit neuer Software für die Motoren nachzubessern. "Im Ergebnis soll das die Schadstoffe in der Luft mindestens so stark reduzieren wie Fahrverbote", kündigte Wissmann an. Eine Nachrüstung mit neuen technischen Bauteilen sei "technisch und wirtschaftlich nicht machbar", weil die Fahrzeuge schon zu alt seien.

Quelle: n-tv.de

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