Wirtschaft
Reaction Engines entwickelt den Raumtransporter Skylon, der mit den Sabre-Triebwerken angetrieben werden soll (Grafik).
Reaction Engines entwickelt den Raumtransporter Skylon, der mit den Sabre-Triebwerken angetrieben werden soll (Grafik).

Einstieg bei Reaction Engines: BAE investiert in Billigflüge gen Weltraum

Von Kai Stoppel

Es könnte ein Schritt in Richtung eines günstigeren, kommerziellen Transports von Nutzlasten ins All sein: BAE Systems will bei der Raumfahrt-Schmiede Reaction Engines einsteigen. Das Ziel der Briten ist der Bau eines neuen Super-Triebwerks.

Ein neues Kapitel der kommerziellen Raumfahrt wollen zwei britische Unternehmen einläuten: Der Rüstungskonzern BAE Systems plant, sich in das kleine Raumfahrtunternehmen Reaction Engines einzukaufen - BAE will für mehr als 20 Millionen britische Pfund 20 Prozent der Anteile von Reaction Engines übernehmen. Das teilten beide Unternehmen in einer gemeinsamen Erklärung mit. Abhängig sei dies noch von der Zustimmung der Anteilseigner.

Reaction Engines ist vor allem für seine Pläne für einen wiederverwertbaren und unbemannten Raumtransporter mit der Bezeichnung Skylon bekannt. Gemeinsam mit BAE Systems soll nun die Entwicklung dessen Triebwerks "Sabre" vorangetrieben werden. Dieses gehört zu einer technologisch neuen Generation und vereinigt die Eigenschaften von Jet- und Raketentriebwerken: "Es hat das Potenzial, den Überschallflug und die Wirtschaftlichkeit von Flügen ins All zu revolutionieren", heißt es in der Mitteilung.

Mit dem Einstieg von BAE Systems soll Reaction Engines von der reichen Erfahrung im Bereich Raumfahrt-Technologie bei BAE profitieren - etwa durch den Zugang zu industriellen, technischen und finanziellen Ressourcen. Erstes Nahziel sei die Demonstration eines funktionsfähigen Triebwerks - allerdings zunächst am Boden. Man wechsele bei Reaction Engines damit von der rein theoretischen Phase in die konkrete Umsetzung, heißt es. Dafür hoffen die Unternehmen auch auf Zuschüsse der britischen Regierung in Höhe von 60 Millionen britischer Pfund.

Esa glaubt an die Wirtschaftlichkeit der Pläne

Das geplante Sabre-Triebwerk wäre ein wahrer Alleskönner: Es soll Fluggeräte innerhalb der Atmosphäre im Jet-Modus bis zu einer Geschwindigkeit von Mach 5 beschleunigen. Das Besondere an dem Triebwerk ist, dass es mit gekühlter Luft arbeitet und so auch bei bereits hohen Geschwindigkeiten und großen Höhen noch ausreichend Schub erzeugt. In den oberen Schichten der Erdatmosphäre schaltet Sabre dann auf Raketenantrieb um und soll so einen Raumtransporter mit bis zu 25-facher Schallgeschwindigkeit in eine stabile Erdumlaufbahn befördern können. Das von Reaction Engines entwickelte Raumfähren-Konzept Skylon soll so bis zu 15 Tonnen Nutzlast in den Erdorbit oder 11 Tonnen bis zur Internationalen Raumstation ISS transportieren.

Dabei soll vor allem die Wiederverwertbarkeit der künftigen Vehikel die derzeitigen Preise für Raumfracht kräftig drücken. Die Esa etwa geht nach einer Untersuchung im vergangenen Jahr davon aus, dass Skylon einen großen Telekommunikationssatelliten für unter 41,5 Millionen Euro ins All befördern könnte - und damit den Preis der "Falcon 9" des kommerziellen US-Anbieters SpaceX (Stand 2014) unterbieten würde.

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Quelle: n-tv.de

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