Wirtschaft
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Einsparungen lassen Gewinne steigen: BASF kommt deutlich voran

Der Chemiekonzern BASF schließt das dritte Quartal mit einem Gewinnsprung ab. Damit hat der Konzern dem schwachen Konjunkturumfeld erfolgreich getrotzt. Hilfreich waren vor allem Einsparungen. Am Sparkurs soll festgehalten werden.

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF hat im dritten Quartal trotz Belastungen durch ungünstige Währungseinflüsse ein deutliches Gewinnplus geschafft. Auftrieb gaben starke Geschäfte mit Kunststoffen und Abgas-Katalysatoren sowie Kostensenkungen. Das weltgrößte Chemieunternehmen bestätigte daraufhin seine Jahresziele.

Hoffnung, dass sich die Konjunktur belebt, hat Konzernchef Kurt Bock für den Rest des Jahres aber nicht. "Das Konjunkturumfeld wird voraussichtlich herausfordernd bleiben", erklärte Bock. Dennoch gehe der Konzern weiterhin davon aus, im Gesamtjahr Umsatz und bereinigten Betriebsgewinn zu erhöhen. 2012 standen Erlöse von 72,13 Milliarden Euro und ein bereinigtes Ergebnis von 6,65 Milliarden Euro in den Büchern.

Im dritten Quartal kletterte der um Sondereinflüsse bereinigten Betriebsgewinn um 15 Prozent auf rund 1,7 Milliarden Euro. Damit übertraf der Chemieriese die Schätzungen der Analysten leicht, die 1,63 Milliarden Euro erwartet hatten. Ergebnistreiber war die neue Sparte Functional Materials & Solutions, in denen der Konzern unter anderem die Geschäfte mit Abgas-Katalysatoren und Spezialkunststoffen für die Autobranche gebündelt hat. Schwächer entwickelte sich dagegen das Chemikaliengeschäft und auch in der Öl- und Gassparte, sonst eine Ergebnisstütze des Konzerns, ging das Ergebnis zurück.

Ungünsige Währungseinflüsse dämpfen

Bock zog dennoch eine positive Bilanz für die Sommermonate Juli bis September. "Im dritten Quartal hat sich unser Geschäft robust entwickelt", erklärte der Konzernchef. Der Umsatz nahm trotz negativer Währungseinflüsse um 1,5 Prozent auf 17,7 Milliarden Euro zu. Auch im vierten Quartal rechnet der Konzern mit Gegenwind durch den starken Euro. Der Konzernüberschuss erhöhte sich um 18,5 Prozent auf 1,1 Milliarden.

Um seine Ertragskraft zu steigern, will BASF auch künftig in einigen Arbeitsgebieten sparen. Erst vor wenigen Tagen hatte Bock Stellenstreichungen im Geschäft mit Farbpigmenten angekündigt.

Mit den Quartalszahlen schlug sich BASF besser als Dow Chemical. Am Vortag hatte der US-Konkurrent zwar über eine Gewinnanstieg berichtet. Der war aber niedriger als von Analysten erwartet. Der US-Konzern profitierte unter anderem von einem guten Pflanzenschutzgeschäft. Auch Dow Chemical muss sparen. Der Konzern durchläuft derzeit ein umfangreiches Kostensenkungsprogramm mit Personalabbau und will insgesamt 2,5 Milliarden Dollar einsparen. Unter anderem sollen Randgeschäfte veräußert und Anlagen geschlossen werden.

Ein solides Wachstum hat dagegen der US-Chemiekonzern DuPont im dritten Quartal vorgelegt und damit die Markterwartungen übertroffen. Unter anderem zeigte das Geschäft mit Materialien für die Solarindustrie einen deutlichen Gewinnanstieg. Auch der US-Konzern befindet sich in der Restrukturierung und will weniger abhängig vom klassischen Chemiegeschäft werden. Das Autolackgeschäft hat das Unternehmen bereits 2012 für fünf Milliarden Dollar an den Finanzinvestor Carlyle verkauft. Die deutschen Wettbewerber Bayer und Evonik werden am 31. Oktober ihre Quartalszahlen vorlegen. Lanxess folgt am 12. November.

Quelle: n-tv.de

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