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Wechselkurse belasten: BASF verdient deutlich mehr

Die Weltkonjunktur bietet wenig Impulse. Und so steigen die Erlöse beim Chemiekonzern BASF nur leicht. Allerdings bleibt unter dem Strich aber mehr hängen. An den Prognosen für das Gesamtjahr ändert das zunächst nichts.

Eine kräftige Nachfrage nach Chemikalien aus der Industrie und Zuwächse im Öl- und Gasgeschäft halten BASF auf Kurs. Der weltgrößte Chemiekonzern baute im zweiten Quartal sein bereinigtes Betriebsergebnis (Ebit) vor Sondereinflüssen - wie etwa Restrukturierungen - um zwölf Prozent auf 2,1 Milliarden Euro aus und traf damit die Erwartungen der Analysten - lag bei Umsatz und Gewinn indes daneben.

"Die erwartete leichte Belebung des Wachstums der Weltwirtschaft und wichtiger Abnehmerbranchen im Jahr 2014 wirkt sich positiv auf unser Geschäft aus", sagte Konzernchef Kurt Bock. Er bekräftigte die Geschäftsziele für das Gesamtjahr.

Zwischen April und Ende Juni erhöhten die Pfälzer ihren Umsatz im Quartal um ein Prozent auf 18,5 Milliarden Euro. Die Verkaufspreise sanken allerdings leicht. Zudem machte BASF der starke Euro zu schaffen. Währungseffekte belasteten das Ergebnis mit insgesamt 200 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahresquartal.

Norwegen-Gas veredelt Spartenergebnis

Größter Gewinntreiber war die Öl- und Gassparte, die das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen im Quartal um 54 Prozent auf 587 Millionen Euro verbesserte. Zu verdanken war dies dem Bereich Exploration & Produktion, der deutlich mehr absetzen konnte. Hier macht sich auch der Gewinnbeitrag der vom norwegischen Energiekonzern Statoil übernommenen lukrativen Erdöl- und Erdgasfelder in der norwegischen Nordsee bemerkbar. Im entsprechenden Vorjahresquartal waren sie noch nicht bei BASF konsolidiert. Das Gashandelsgeschäft blieb dagegen wegen den niedrigen Gaspreisen in Europa unter Vorjahr.

Besser als im Vorjahr lief es auch in den Chemiesparten unter anderem dank guter Geschäfte mit Kunden aus der Automobilindustrie und Einsparerfolgen. Die Sparte Functional Material & Solutions, die unter anderem Chemikalien für die Automobilindustrie wie Katalysatoren Spezialkunststoffe und Lacke herstellt, konnte das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen dank höherer Mengen und gesunkener Fixkosten um 22 Prozent auf 356 Millionen Euro verbessern.

Agrochemiesparte schwächelt

Auch die Basischemiesparte Chemicals zeigte höhere Absatzmengen, zudem haben sich die Margen vor allem bei Crackerprodukten in Nordamerika verbessert. BASF hat inzwischen ihren Cracker in Port Arther/Texas auf billiges US-Gas umgerüstet. Darüber hinaus sind im zweiten Quartal 2014 Belastungen wegen Wartungsarbeiten an Großanlagen, die noch im Vorjahr angefallen waren, weggefallen. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis verbesserte sich in der Sparte um gut 15 Prozent auf 570 Millionen Euro.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Sparte Performance Products, die Chemikalien für unterschiedliche Branchen wie die Kosmetik-, Pharma-, Papier-, und Kunststoffindustrie herstellt, kamen weiter Einsparerfolge aus umfangreichen Restrukturierungsmaßnahmen zugute. Hier legte der bereinigte operative Gewinn um gut 10 Prozent zu.

Nicht so rund lief es zudem im Agrochemiegeschäft: der bereinigte Betriebsgewinn der Sparte sank. Der Konzernüberschuss stieg dennoch um 12,3 Prozent auf 1,30 Milliarden Euro. Analysten hatten allerdings 1,44 Milliarden Euro erwartet.

Absatz soll steigen

Für das Gesamtjahr stellte BASF aufgrund der geplanten Abspaltung des Gashandels- und Gasspeichergeschäfts an den russischen Staatskonzern Gazprom und wegen negativer Währungseffekte wie bisher einen leicht sinkenden Umsatz in Aussicht. Den bereinigten Betriebsgewinn will BASF dagegen leicht steigern. "Wir wollen unseren Absatz ohne Berücksichtigung von Akquisitionen und Devestitionen erhöhen", sagte Bock.

Den Abschluss des geplanten Anteilstausches mit Gazprom erwartet BASF nun in diesem Herbst - bislang wurde dies zur Jahresmitte in Aussicht gestellt. Der Chemiekonzern erhält dabei unter anderem Anteile an zwei Förderquellen, die beide Konzerne gemeinsam ausbeuten werden.

Weitere Halbjahresbilanzen in der Chemiebranche stehen in den nächsten Tagen an. Am Dienstag legt der Industriegasehersteller Linde seine Zwischenbilanz vor. Der Bayer-Konzern will seinen Quartalsbericht einen Tag später veröffentlichen und das Essener Spezialchemieunternehmen Evonik Tag darauf.

Quelle: n-tv.de

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