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Der Flughafen Berlin Brandenburg in Schönefeld aus der Luft.
Der Flughafen Berlin Brandenburg in Schönefeld aus der Luft.(Foto: picture alliance / dpa)

Trotz Bauverzögerungen: BER-Chef hält an Starttermin fest

Der Termin für den Hauptstadtflughafen BER soll unbedingt gehalten werden. Das stellt Flughafenchef Mühlenfeld noch einmal klar. Der BER-Aufsichtsrat befasst sich derweil mit zwei weiteren heißen Eisen.

Trotz Verzögerungen auf der Baustelle soll der Hauptstadtflughafen BER wie geplant im zweiten Halbjahr 2017 eröffnet werden. Flughafenchef Karsten Mühlenfeld sagte dem "Handelsblatt", der Rückstand gegenüber dem Plan vom Dezember 2014 betrage vier Monate. "Das reicht nach wie vor aus, den Flughafen im zweiten Halbjahr 2017 zu eröffnen."

Mühlenfeld kündigte an, er wolle in dieser Woche den ersten von zwei ausstehenden Nachträgen beim Bauordnungsamt einreichen. Der BER befindet sich seit 2006 im Bau, die zunächst für Juni 2012 geplante Eröffnung scheiterte bislang an umfangreichen Bau- und Planungsmängeln. Gleichzeitig erhöhten sich die Kosten deutlich.

Aufsichtsrat tagt

Derweil beschäftigt der Bau des neuen Regierungsterminals heute den BER-Aufsichtsrat. Hintergrund sind Beschlüsse, mit denen der Bund den Druck auf das Unternehmen erhöht, damit spätestens fünf Jahre nach Eröffnung des drittgrößten deutschen Flughafens Staatsgäste im neuen Protokollbereich einchecken können. Der Bund zweifelt daran, dass der Flughafen die vertraglich vereinbarte Frist einhalten kann. Themen im Kontrollgremium sind auch der kritische Bericht des brandenburgischen Landesrechnungshofs zu Terminverschiebungen und Kostensteigerungen beim Bau des Hauptstadtflughafens.

Für das Regierungsterminal ist der Platz vor dem bestehenden Terminal D auf dem Flughafengelände in Schönefeld bei Berlin vorgesehen. Dieser wird jedoch vorübergehend weiter für den Flugverkehr benötigt, weil der neue Hauptstadtflughafen für die erwarteten Passagierzahlen nicht ausreicht. Deshalb soll für den Protokollbereich zunächst etwas abseits ein Interimsterminal für 48 Millionen Euro gebaut werden.

Erst fünf Jahre nach Flughafeneröffnung soll der eigentliche Regierungsflughafen eröffnen. Doch so schnell wird es möglicherweise nicht gehen. Die Flughafengesellschaft hat dem Bund vorgeschlagen, das Interimsterminal länger als fünf Jahre zu betreiben und vor dem Terminal D zunächst nur die Hangars für die Flugbereitschaft zu bauen, wie aus einem Beschluss mehrerer Ministerien und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben hervorgeht.

Beraten wird auch über mögliche Konsequenzen aus dem Bericht des brandenburgischen Landesrechnungshofs. Er bemängelt die Kontrolle des Projekts durch die Politiker im Aufsichtsrat, darunter die früheren Regierungschefs Klaus Wowereit und Matthias Platzeck, und empfahl, weniger Politiker in das Gremium zu entsenden. Inzwischen prüft die Staatsanwaltschaft Cottbus, ob sich in dem Bericht Anhaltspunkte für Straftaten der Verantwortlichen finden.

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Quelle: n-tv.de

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