Wirtschaft
Brisante Funde: Polizeibeamte sichern die gefundenen BER-Unterlagen.
Brisante Funde: Polizeibeamte sichern die gefundenen BER-Unterlagen.(Foto: picture alliance / dpa)

Heikler Fund: BER-Unterlagen im Müll entdeckt

Sind Akten zum Hauptstadtflughafen BER einfach entsorgt worden? Anwohner finden in Berlin Planungspapiere in Müllcontainern. Die Behörden sind alarmiert. Offenbar stammen die Akten aus einem inzwischen insolventen Planungsbüro.

Neues Kapitel in der Pannenserie um den künftigen Hauptstadt-Flughafen BER: In Berlin sind offenbar sicherheitsrelevante Unterlagen zum neuen Airport auf offener Straße in zwei Müllcontainern entsorgt worden, wie der "Tagesspiegel" berichtet. Demnach habe die Polizei die Unterlagen sichergestellt und abtransportieren lassen. Laut dem Bericht handelt sich um Unterlagen, Baupläne und Planungsberichte. Sie zeigten teils detaillierte Angaben zur Stromanlage, zur Förderanlage, aber auch Schaltpläne und Grundrisse des Terminals. Laut dem Sender rbb hatten Anwohner die Papiere entdeckt.

Die "Berliner Zeitung" berichtet unter Berufung auf Augenzeugen, dass einige Akten von Passanten mitgenommen worden seien. In den Containern lagen demnach Dutzende Ordner sowie Akten aus den Jahren 2009 und 2010.

Fund als höchst problematisch eingestuft

Von den Sicherheitsbehörden und von der Flughafengesellschaft werde der Fund als höchst problematisch eingestuft, etwa - mit Blick auf die latente Terrorgefahr, berichtet der "Tagesspiegel". Die Ermittler vermuteten nach ersten Erkenntnissen, dass die Akten aus dem Architekturbüros JSK stammen. Dieses war zusammen mit dem Büro Gerkan, Mark und Partner (gmp) Teil der früheren Flughafen-Planungsgemeinschaft PG BBI.

JSK war nach der geplatzten Eröffnung des Flughafens sowie der Kündigung des Vertrages in die Insolvenz gegangen. Nach Polizeiangaben hatte JSK offenbar den Auftrag erteilt, die Unterlagen zu entsorgen.

Ein Flughafensprecher forderte in der Zeitung Aufklärung. Das Büro gmp zeigte sich "bestürzt über den Fund und wie man mit den Unterlagen umgeht". Zugleich äußerte es die Vermutung, dass es sich bei den nun gefundenen Papieren um Kopien handele. Denn JSK haben zugesichert, dass keine Unterlagen mehr aufbewahrt und alle Papiere fachgerecht entsorgt worden seien.

Die Eröffnung des Aiports war in der Vergangenheit mehrfach verschoben worden - unter anderem wegen massiver Probleme an der Brandschutzanlage. Zuletzt hatte der BER vor allem wegen Bestechungsvorwürfen gegen den inzwischen entlassenen technikchef Schlagzeilen gemacht.

Quelle: n-tv.de

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