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Alarm an der Dauerbaustelle BER.
Alarm an der Dauerbaustelle BER.(Foto: picture alliance / dpa)

Noch mehr Bau am Bau: BER bekommt Billigflieger-Terminal

Knapp ein halbes Jahr nach den ersten Planungen für einen Billigflieger-Terminal am neuen Hauptstadtflughafen haben die Betreiber den Bau nun ausgeschrieben. Kosten: 200 Millionen Euro. In einem Punkt hat die Flughafengesellschaft immerhin dazugelernt.

Der neue Hauptstadtflughafen BER bleibt Stückwerk. Oder: "Work in progress", wenn man will. Immerhin, die Arbeiten laufen. Laut einem Medienbericht sieht der jüngste Plan vor, mit dem Bau eines Billigflieger-Terminals zu beginnen, obwohl der Airport noch gar nicht fertig ist. Laut "Spiegel" soll die neue Abfertigungshalle 2019 in Betrieb gehen. Der Flughafen selbst geht nach dem bisherigen Zeitplan frühestens Ende 2017 an den Start.

Das neue Terminal werde direkt an die zentrale Abfertigungshalle angrenzen und inklusive Parkhaus und Taxis-Vorfahrt 200 Millionen Euro kosten, berichtet das Magazin unter Berufung auf den Aufsichtsrat. Ein Flughafensprecher wollte die Summe am Samstag auf Anfrage nicht bestätigen. Die Flughafengesellschaft habe Ende Februar einen entsprechenden Planungsauftrag europaweit ausgeschrieben, schreibt das Blatt weiter. Beschlossen hatte der Aufsichtsrat das zusätzliche Gebäude bereits am 25. September 2015.

Stückwerk am BER: Vor dem Terminal D (l) soll das künftige Regierungsterminal entstehen.
Stückwerk am BER: Vor dem Terminal D (l) soll das künftige Regierungsterminal entstehen.(Foto: picture alliance / dpa)

Um vor weiterem finanziellen Schaden gefeit zu sein, haben sich die Verantwortlichen etwas Neues ausgedacht: Das neue Terminal wird nicht unter der Regie der viel gescholtenen Flughafengesellschaft gebaut, sondern von einem Generalübernehmer, der das komplette Risiko alleine tragen soll.

Laut Ausschreibungsunterlagen soll das Gebäude im Bereich des Piers Nord 45.000 Quadratmeter Geschossfläche haben. Pro Jahr sollen hier acht Millionen Fluggäste abgefertigt werden können, wie der "Spiegel" weiter schreibt. Das neue Terminal soll vor allem Teile des Flughafens Schönefeld ersetzen. Hintergrund ist, dass wegen des bis 2023 geplanten Baus des neuen Regierungsflughafens Kapazitäten verringert werden müssen.

Zuletzt hatte der Bau des Regierungsterminals für offenen Streit gesorgt. Im Gespräch ist den Standort des Terminals für Staatsgäste in Schönefeld dauerhaft zu verschieben.

Der BER befindet sich seit 2006 im Bau, die zunächst für Juni 2012 geplante Eröffnung scheiterte bislang an umfangreichen Bau- und Planungsmängeln. Gleichzeitig erhöhten sich die Kosten deutlich. Durch die Verzögerung ist auch der Bau des Regierungsterminals um Jahre im Rückstand. Die Bundesregierung dringt auf eine Fertigstellung spätestens fünf Jahre nach der BER-Eröffnung.

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Quelle: n-tv.de

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