Wirtschaft
Vegetation außer Kontrolle: Umgeknickte Bäume liegen nach dem Pfingst-Unwetter 2014 auf  den Gleisen bei Essen.
Vegetation außer Kontrolle: Umgeknickte Bäume liegen nach dem Pfingst-Unwetter 2014 auf den Gleisen bei Essen.(Foto: picture alliance / dpa)

Mehr Geld für freie Gleise: Bahn kämpft gegen Bäume

Witterungsbedingte Störungen vermiesen Bahnreisenden immer wieder die Laune. Den Folgen von Schnee und Stürmen will die Bahn nun mit millionenschweren Präventionsprogrammen entgegentreten. Die Mittel für die "Vegeationskontrolle" werden kräftig aufgestockt.

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Die Deutsche Bahn rüstet sich für stürmische Zeiten: Das Unternehmen will in diesem Jahr mehr Geld ausgeben, um ihre Strecken vor umfallenden Bäumen zu schützen. Schneelast, Blitzeis oder außergewöhnliche Starkwindböen können unter ungünstigen Witterungsbedingungen selbst gesunde Gewächse an den Gleisen fällen. Dann müssen Arbeitstrupps ausrücken, um die Hindernisse auf der Schiene zu beseitigen. Um die aufwändigen Arbeiten unter Zeitdruck zu vermeiden, will die Bahn nun stärker vorsorgen: Für das Präventionsprogramm "Vegetationskontrolle" erhöhe die Bahn die Mittel von bislang etwa 80 Millionen Euro auf 95 Millionen Euro pro Jahr, sagte eine Sprecherin der zuständigen Tochter DB Netz.

Gerüchte, die Bahn nehme Instandhaltungsarbeiten entlang ihrer Strecken nicht ernst, wies die Sprecherin zurück. Das Programm "Vegetationskontrolle" sei bereits 2007 gestartet worden, doch in den beiden vergangenen Jahren hätten Extremwetterlagen - und damit auch Streckensperrungen - zugenommen. Im Rahmen des Sanierungsprogramms "Zukunft Bahn" habe man 111 Strecken ausgemacht, wo mehr Aufwand nötig sei. Dort würden die Mittel entsprechend aufgestockt.

Beim Präventionsprogramm Vegetationskontrolle werden alle Strecken nach und nach durchgearbeitet; alle Bäume auf sechs Metern rechts und links der Gleise werden gefällt und beseitigt. Dabei müsse die Bahn natürlich Naturschutz- und Umweltbelange beachten, sagte die Sprecherin. In Abschnitten, in denen die betroffenen Flächen nicht der Bahn gehören, müsse sich der Konzern mit den Eigentümern absprechen.

Bäume Schuld an 2000 Unterbrechungen

Laut "Stuttgarter Zeitung" gab es 2013 bundesweit rund 2000 Unterbrechungen im Bahnverkehr infolge von Bäumen, die auf die Gleise gestürzt waren. In 38 Fällen sei es zu meldepflichtigen Zugkollisionen gekommen. 2014 habe die Bahn 20 größere Baum-Unfälle gemeldet.

Erst vor wenigen Tagen hatte das Wetter der Bahn das Leben schwer gemacht. Hunderte Fahrgäste mussten wegen vereisten Oberleitungen 22 Stunden auf ihre Weiterfahrt von der Nordseeküste nach Köln warten. Die eisige Nacht verbrachten die Fahrgäste im beheizten Zug oder in der Halle einer Fährgesellschaft in Norddeich.

Quelle: n-tv.de

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