Wirtschaft
So ist es der Bahn am liebsten: Vorfahrt auf der Schiene. Mit einem neuen Konzept sollen Fernbusse zumindest ausgebremst werden.
So ist es der Bahn am liebsten: Vorfahrt auf der Schiene. Mit einem neuen Konzept sollen Fernbusse zumindest ausgebremst werden.(Foto: picture alliance / dpa)

Gewinnziel verpasst: Bahn will Fernbus-Boom kontern

Der rasant wachsende Fernbus-Markt setzt die Bahn erheblich unter Druck. Im Wettbewerb mit der Straße will das Unternehmen nun einen neuen Anlauf nehmen. Zugleich räumte Konzernchef Grube ein, im vergangenen Jahr höhere Ziele gehabt zu haben.

Die Deutsche Bahn will im Frühjahr einen Gegenangriff auf die wachsende Fernbus-Konkurrenz starten. "Wir werden mit dem Fernverkehr in die Offensive gehen und an die Fahrgastrekorde der vergangenen Jahr anknüpfen - und diese sogar übertreffen", sagte Bahn-Chef Rüdiger Grube. Im März werde man dem Aufsichtsrat dafür ein langfristig tragfähiges und attraktives Konzept vorlegen. Schon im Februar werde man zudem eine neue Strategie für die eigene Bus-Flotte präsentieren. "Wir werden im Fernverkehr - ob auf der Schiene oder Straße - entschlossen handeln."

Zum Schutz der Bahn war der Fernbus-Verkehr in Deutschland bis 2012 per Gesetz weitgehend verboten. Nach der Liberalisierung 2013 boomt der Markt jedoch mit immer neuen Anbietern. Einige haben sich wegen des harten Preiskampfes bereits wieder zurückgezogen. Die beiden Marktführer, MeinFernbus und Flixbus, schlossen sich kürzlich zusammen und wollen ihr Angebot 2015 nahezu verdoppeln. Bus-Tickets sind im Vergleich zum Zug weit günstiger, wenn auch die Fahrten im Allgemeinen länger dauern.

Die Bahn hatte den Markt zunächst unterschätzt. Grube räumte ein, die Konkurrenz werde den Staatskonzern 2014 rund 120 Millionen Euro gekostet haben. Die gesunkenen Spritpreise machen zudem das Auto im Vergleich zur Bahn wieder attraktiver. Neue Kunden von der Bahn bekamen die Fernbusse zudem durch die Streiks der Lokführergewerkschaft GDL. Diese Streiks hätten das Unternehmen weitere rund 150 Millionen Euro gekostet, sagte Grube.

Zusammen mit den Auswirkungen von Stürmen im Frühjahr habe die Bahn so ihre Gewinnziele auch verpasst. "Wir bewegen uns, was Umsatz und das operative Ergebnis betrifft, im Großen und Ganzen auf dem Niveau des Vorjahres", sagte Grube. "Wir hatten uns mehr vorgenommen." 2013 hatte die Bahn einen operativen Gewinn von rund 2,2 Milliarden Euro eingefahren. Der Umsatz betrug rund 39 Milliarden Euro.

Quelle: n-tv.de

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