Wirtschaft
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Trotz ruinösen Wettbewerbs: Bahn will Fernbusmarkt aufrollen

Die Deutsche Bahn wollte bislang den Preiskampf im hart umkämpften Fernbusmarkt nicht mitmachen. Doch nun schwenkt der Konzern um, denn für den ehemaligen Monopolisten steht mehr auf dem Spiel als die bereits verlorenen Marktanteile.

Die Deutsche Bahn will ihr Fernbus-Angebot stark ausbauen. Wie das "Handelsblatt" berichtet, will der Konzern seinen Marktanteil im Fernbusgeschäft in den nächsten Jahren "mindestens verdoppeln". Im Bahn-Vorstand wächst laut der Zeitung die Sorge, vor allem eine Generation junger Fernbusfahrer auf Dauer als Kunden zu verlieren. Die Bahn wollte den Bericht nicht bestätigen.

Bahn-Vorstand Ulrich Homburg will nach Informationen der Zeitung am kommenden Montag eine neue Fernbus-Strategie des Konzerns vorstellen. Die Bahn hat mit ihren beiden Fernbuslinien IC Bus und BerlinLinienBus nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Iges rund neun Prozent Marktanteil in Deutschland - und liegt damit weit hinter dem neuen Branchenriesen MeinFernbus Flixbus. Anfang Januar fusionierten MeinFernbus und Flixbus und decken nun zusammen über 70 Prozent des Marktes ab.

Billigkonkurrenz unterschätzt

Der Fernbusmarkt gilt als ruinös. Mit Kampfpreisen versuchen die beteiligten Firmen, sich gegenseitig Marktanteile abzujagen. Mehrere Unternehmen mussten wegen massiver Verluste bereits aufgeben.

Die Deutsche Bahn hatte die Fernbusse zunächst unterschätzt. Dabei setzt die Billigkonkurrenz und der von ihr entfachte Preiskampf den Konzern inzwischen gehörig unter Druck. Nach eigenen Angaben entgingen der Deutschen Bahn durch die Fernbusse im vergangenen Jahr 120 Millionen Euro an Umsatz. Konzern-Chef Rüdiger Grube hatte deshalb im Januar ein neues Konzept für die eigenen Fernbuslinien angekündigt.

Quelle: n-tv.de

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