Wirtschaft
Queen Elizabeth besichtigt Goldvorräte in der Bank of England.
Queen Elizabeth besichtigt Goldvorräte in der Bank of England.(Foto: REUTERS)

"Im Aufwärtstrend": Banken erwarten höheren Goldpreis

Im zu Ende gehenden Jahr verzeichnet der Goldpreis eine deutliche Steigerung. Auch im kommenden Jahr werde sich diese Entwicklung fortsetzen, sagen Analysten voraus. Grund sei vor allem die Angst vor Inflation.

Gold gilt nach wie vor als sicherer Hafen unter den Geldanlagen. Das kam dem Edelmetall im von der europäischen Schuldenkrise und Rezessionsängsten geprägten Jahr 2012 zu Gute. Der Goldpreis stieg um gut acht Prozent auf 1696 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Aber auch die Liquiditätsspritzen der Zentralbanken halfen dem Goldpreis, durch sie rückte die Angst vor einer höheren Inflation wieder stärker in den Vordergrund. Genau diese Angst wird nach Einschätzung der Experten im Jahr 2013 immer noch ein Thema am Goldmarkt sein.

Banken sehen höheren Goldpreis

"Gold bleibt 2013 noch im Aufwärtsmodus. Ausschlaggebend für den von uns erwarteten Preisanstieg werden wie in den Vorjahren die Investoren sein, welche Gold als Währungs-oder Geldalternative sehen", so die DZ Bank. Desweiteren werde "die Unsicherheit über die zukünftige Inflationsentwicklung weiterhin zu einer erhöhten Sachwertorientierung führen. Gold wird unseres Erachtens in zwölf Monaten bei 2.050 US-Dollar je Unze stehen."

"Die Edelmetallpreise dürften 2013 weiter steigen bzw. ihren Aufwärtstrend wieder aufnehmen", meint auch die Commerzbank. "Gold sollte aufgrund der ultralockeren Geldpolitik der Zentralbanken und (geo)politischen Risiken als wertstabile Anlage und sicherer Hafen gefragt bleiben." Auch die Konjunkturbelebung in China dürfte zu einer stärkeren Nachfrage nach dem Edelmetall führen, schreiben die Analysten. "Aus Sorge vor Kaufkraftverlust durch Inflation und einem Abwertungswettlauf werden Anleger verstärkt Zuflucht in Gold als wertstabile Anlage und alternative Währung suchen."

Börsengehandelte Gold-Indexfonds sollten daher Zuflüsse verzeichnen, die Verkäufe von Münzen und Barren dürften wieder an Dynamik gewinnen. "Die Zentralbanken werden 2013 das vierte Jahr in Folge als Netto-Käufer auftreten. Denn der Anteil von Gold in den Währungsreserven ist bei den meisten Schwellenländern noch immer sehr gering. Alles in allem gehen wir davon aus, dass der Goldpreis im kommenden Jahr die Marke von 2000 US-Dollar je Feinunze erreichen und zumindest vorübergehend auch übertreffen wird. Dies könnte möglicherweise schon im ersten Quartal passieren, falls es den Politikern in den USA nicht gelingen sollte, eine tragfähige Lösung im Haushaltsstreit und bei der Anhebung der Schuldenobergrenze zu finden."

"Angesichts der weltweit schwierigen Situation für Anleger rechnen wir mit einem Anstieg der Goldnotierungen auf 1850 US-Dollar Ende 2013", heißt es bei der LBBW. "Der Preiszuwachs wird allerdings durch die verhaltene Nachfrage in wichtigen Schmuckmärkten gebremst. Positiv dürfte sich die von uns für das kommende Jahr erwartete Wachstumsbeschleunigung in China auswirken."

Silber hat 40-Dollar-Marke im Visier

"Alles in allem gehen wir davon aus, dass der Silberpreis im nächsten Jahr vielfältig unterstützt sein wird und deutliche Zuwächse erzielen kann. Wir sind überzeugt, dass Silber 2013 wieder die Marke von 40 US-Dollar je Feinunze durchbricht", betont die Commerzbank. Haupttreiber des erwarteten Nachfrageanstiegs auf Länderebene solle insbesondere eine starke Nachfrage in China sein.

Die Experten der Bank gehen davon aus, dass sich die Nachfrage aus der Automobilindustrie und den anderen industriellen Anwendungsbereichen nach Platin erholen wird. "Dies deutet auf ein weiteres Jahr mit Defiziten hin, was sich in höheren Preisen widerspiegeln sollte. Einzig ein mögliches höheres Angebot durch Recycling, welches preissensitiv ist, könnte die Situation im nächsten Jahr etwas entspannen. Wir erwarten, dass Platin zum Jahresende 2013 die Marke von 1900 US-Dollar je Feinunze übersteigt."

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Quelle: n-tv.de

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