Wirtschaft
Video
Dienstag, 07. November 2017

Illegale Glücksspielabwicklung: Banken verdienen an Internet-Casinos

Die "Paradise Papers" bringen mehrere deutsche Banken in Erklärungsnot. Medienrecherchen zufolge helfen die Geldhäuser ihren Kunden bei illegalem Glücksspiel, indem sie die dafür nötigen Transaktionen tätigen. Die Banken beteuern ihre Gesetzestreue.

Mehrere deutsche Banken werden im Zusammenhang mit den "Paradise Papers" verdächtigt, mit illegalen Internet-Casinos Geschäfte zu machen und systematisch gegen deutsche Gesetze zu verstoßen. Einige Geldhäuser wie die DZ-Bank, die Postbank und die Hypovereinsbank nähmen Geld für unerlaubte Glücksspielangebote entgegen, berichteten "Süddeutsche Zeitung" und NDR. Andere Banken wie die Wirecard Bank führen für Offshore-Glücksspielanbieter Konten, über die Auszahlungen an Spieler abgewickelt würden.

Die Zahlungsabwicklung könne "nach hiesiger Einschätzung eine Straftat der Beihilfe zur Veranstaltung von unerlaubtem Glücksspiel" und den "Straftatbestand der Geldwäsche" erfüllen, zitiert die "SZ" das niedersächsische Innenministerium. Mehrere Banken- und Strafrechtsexperten kämen zu einer ähnlichen Einschätzung. Das Ministerium in Hannover sei bundesweit für die Aufsicht über derartige Zahlungsströme zuständig. Die DZ-Bank äußerte, man wolle den Sachverhalt klären. Die anderen betroffenen Banken gaben der "SZ" zufolge an, sich zu konkreten Kundenbeziehungen nicht zu äußern, sich aber stets an deutsches Recht zu halten.

In Deutschland sind weitgehend die Bundesländer für die Regulierung von Lotterien, Sportwetten oder Kasinospielen zuständig. Für die meisten Glücksspiele gilt nach wie vor ein staatliches Monopol. Nur für private Sportwettenanbieter wurde der Markt geöffnet. Online-Glücksspiel ist verboten, denn der Staatsvertrag sieht keine bundesdeutschen Online-Casino-Lizenzen vor. Nur einige Ausnahmen sind beschränkt zugelassen.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen