Wirtschaft
Bruce Willis wirbt für die Bank Trust.
Bruce Willis wirbt für die Bank Trust.(Foto: REUTERS)

Teurer als erhofft: Bankenrettung kostet den Kreml Milliarden

Von Jan Gänger

Mehr als zwei Milliarden Euro muss der russische Staat in die Hand nehmen, um die Bank Trust vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Das ist mehr als das Dreifache der ursprünglich veranschlagten Summe. Auch andere Banken brauchen Hilfe.

Die Rettung der russischen Trust Bank wird deutlich teurer als zunächst angenommen. Die Zentralbank wird dem angeschlagenen Institut eigenen Angaben zufolge einen Kredit von 99 Milliarden Rubel (umgerechnet 1,6 Milliarden Euro) zur Verfügung stellen. Weitere 28 Milliarden Rubel (450 Millionen Euro) bekommt die sich im Privatbesitz befindliche Otkritie-Bank, die die Rettung der Trust Bank überwachen wird. Damit wird die Rettung die zweitteuerste in der russischen Geschichte, nach der Übernahme der Bank of Moscow durch die staatlich kontrollierte VTB im Jahre 2011.

Ursprünglich hatte die Zentralbank 30 Milliarden Rubel in Trust stecken wollen, um die Liquidität zu stützen und den Rettungsplan zu finanzieren. Doch diese Summe reichte nicht aus, sie wurde deshalb mehr als verdreifacht.

Russland stellt insgesamt umgerechnet fast 16 Milliarden Euro zur Verfügung, um angeschlagene Banken zu stützen. Mit der Finanzspritze an die Trust Bank ist ein Großteil davon bereits ausgegeben.

Die Trust Bank ist das bislang größte Opfer der russischen Wirtschafts- und Währungskrise. Sie steht in der Rangfolge der größten Banken des Landes nach Einlagen auf Platz 16, nach Bilanzsumme auf Platz 28.

Der gesamte Sektor leidet unter Rubelschwäche und den Finanzsanktionen des Westens. Die größten Banken des Landes sind faktisch vom US-amerikanischen und vom europäischen Finanzmarkt abgeschnitten. Dazu kommt, dass offenbar viele Russen ihre Konten leeren.

Angesichts der heftigen Schwankungen des Rubel-Kurses, der Börse und des Anleihe-Marktes werden russische Banken immer vorsichtiger, sich gegenseitig Geld zu leihen. Der "Financial Times" zufolge liegen die Zinsen auf dem Interbankenmarkt auf dem höchsten Stand seit neun Jahren.

Die Behörden stellten vor diesem Hintergrund in Aussicht, der Großbank VTB noch in diesem Jahr 100 Milliarden Rubel (etwa 1,6 Milliarden Euro) und im kommenden Jahr weitere 150 Milliarden Rubel zur Verfügung zu stellen. Die Gazprombank könnte 70 Milliarden Rubel erhalten. "Das ist nur der Anfang" zitierte die "Financial Times" einen führenden Banker eines großen russischen Finanzinstituts. "Jeder wartet darauf, was nach Neujahr passiert."

Quelle: n-tv.de

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