Wirtschaft
Donnerstag, 16. Juni 2011

Lipobay-Desaster: Bayer erwartet Sammelklage

Der Cholesterinsenker Lipobay bereitet Bayer weiter großen Ärger. Der Oberste Gerichtshof der USA lässt eine Sammelklage gegen die Leverkusener zu. Bayer musste Lipobay im August 2001 wegen tödlicher Nebenwirkungen vom Markt nehmen.

Seit Jahren Ärger mit dem Blutfettsenker.
Seit Jahren Ärger mit dem Blutfettsenker.(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Dem deutschen Pharmariesen Bayer droht in den USA vor Gericht erneut Ungemach wegen eines vor rund zehn Jahren vom Markt genommenen Cholesterinsenkers. Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten gab jetzt einer Sammelklage gegen den Leverkusener Dax-Konzern wegen des umstrittenen Blutfettsenkers Lipobay grünes Licht.

Die Richter widerriefen damit eine Entscheidung eines US-Berufungsgerichts, die die Sammelklage im US-Bundesstaat West Virginia gegen das Leverkusener Unternehmen zuvor gestoppt hatte.

Bayer musste im August 2001 den Blutfettsenker wegen tödlicher Nebenwirkungen vom Markt nehmen. Früheren Angaben zufolge hatte sich Bayer danach mit mehr als 3100 Klägern geeinigt und dafür 1,2 Milliarden US-Dollar gezahlt. Das Unternehmen hatte in diesem Zusammenhang Wert auf die Feststellung gelegt, dass es sich bei dem Vergleich um kein Schuldeingeständnis gehandelt habe.

Richterin Elena Kagan begründete die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs unter anderem damit, dass das Berufungsgericht zuvor in seiner Ablehnung der Sammelklage seine Kompetenzen überschritten habe. Das auch als Baycol bekannte Präparat war mit 31 Todesfällen in Verbindung gebracht worden. Bayer hatte die Arznei in den Jahren 1997 bis 2001 vertrieben.

Quelle: n-tv.de

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