Wirtschaft
Nach der US-Regierung und zahlreichen anderen Banken zieht nun auch die BayernLB mit Betrugsvorwürfen gegen die Deutsche Bank vor Gericht.
Nach der US-Regierung und zahlreichen anderen Banken zieht nun auch die BayernLB mit Betrugsvorwürfen gegen die Deutsche Bank vor Gericht.(Foto: picture alliance / dpa)

Betrug mit faulen US-Wertpapieren?: BayernLB verklagt Deutsche Bank

Die Serie von Klagen gegen die Deutsche Bank reißt nicht ab: Nach US-Regierung, WestLB-Bad-Bank und US-Hypothekenbanken zieht nun auch die BayernLB gegen das Frankfurter Institut vor Gericht. Die Klägerliste ist lang, der Vorwurf immer gleich: Die Deutsche Bank soll ihre Kunden vor der Finanzkrise mit faulen US-Immobilienpapieren betrogen haben.

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In den USA gibt es neuen Ärger für die Deutsche Bank. Nach der "Bad Bank" der WestLB verklagt auch die BayernLB die Deutsche Bank wegen falscher Beratung beim Verkauf von komplizierten US-Wertpapieren. Die Münchener fühlen sich als weitere staatliche Bank von den Frankfurtern beim Kauf von US-Hypothekenpapieren (CDO) mit einem Gesamtvolumen von 810 Mio. US-Dollar über den Tisch gezogen, die die Deutsche Bank vor der Finanzkrise verkauft hatte.

Die Deutsche Bank wies die Vorwürfe wie in allen ähnlichen Fällen als unbegründet zurück und will sich mit allen Mitteln dagegen wehren. Die BayernLB wirft der größten deutschen Bank vor, Häuserkredite zu Wertpapieren gebündelt und verkauft zu haben, obwohl sie längst über die Probleme bei den weitergereichten Darlehen Bescheid gewusst habe. Die Bayern sind mit ihrer Klage gegen die Deutsche Bank nicht alleine.

Deutsche Bank legt Milliarden für Klagen zurück

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Eine Flut von Klagen überschwemmt derzeit das Frankfurter Institut: Unter anderem sind bereits die US-Regierung, verschiedene Versicherungen sowie US-Hypotheken- und Regionalbanken gegen die Deutsche Bank vor Gericht gezogen. Mindestens eine Milliarde Euro hat die Deutsche Bank laut ihrem Chef Josef Ackermann auf der Hauptversammlung für die Prozesse in den kommenden Jahren zurückgelegt. Die Bank schätzt laut Geschäftsbericht, dass sich die Eventualverbindlichkeiten für diese und andere Rechtsstreitigkeiten aus insgesamt 2,2 Mrd. Euro summieren könnten.

In einigen Fällen hat sie bereits einen Teil der von den Betroffenen reklamierten Schadenssummen in Vergleichsverfahren zurückgezahlt. Zuletzt konnte die Deutsche Bank allerdings einige juristische Erfolge erzielen. Anfang Februar wurden Klagen des US-Lehrerpensionsfonds TIAA und der belgischen Dexia wegen vermeintlicher Falschberatung bei verbrieften Häuserkrediten abgewiesen. Aus Deutschland sehen sich die Frankfurter seit Februar mit einer Klage der Ersten Abwicklungsanstalt - der "Bad Bank" der gestrauchelten Düsseldorfer Landesbank WestLB - konfrontiert. Auch hier weist die Deutsche Bank alle Vorwürfe zurück.

Die Juristen der Deutschen Bank haben Erfahrung auf diesem Gebiet - schließlich gehörte das Institut vor dem Zusammenbruch des US-Häusermarkts im Jahr 2007 zu den größten Anbietern von Anleihen, die mit Immobilienkrediten abgesichert waren. Anders als die meisten Konkurrenten hatte die Deutsche Bank die Gefahren in diesem Segment aber früh erkannt und viele ihrer zuvor eingesammelten Papiere und Kredite an andere Investoren weitergegeben. Von denen fühlen sich heute viele betrogen.

Quelle: n-tv.de

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