Wirtschaft
Deutsche-Bank-Co-Chef Fitschen.
Deutsche-Bank-Co-Chef Fitschen.(Foto: picture alliance / dpa)

Falschangaben über Razzia: Behörden weisen Fitschen zurecht

Deutsche-Bank-Co-Chef Fitschen strapaziert mit seiner Darstellung von der Razzia Mitte Dezember die Geduld der Staatsanwaltschaft und riskiert damit, dass eine weitere Entschuldigung fällig wird. Als er seinem Ärger über den "unverhältnismäßigen Einsatz" erneut Luft macht, meldet sich die Anklagebehörde mit ihrer Darstellung zu Wort.

Der Co-Vorstandschefs der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, hat laut einem Zeitungsbericht mit seiner Kritik an der Durchsuchung seiner Konzernzentrale die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main verärgert. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet, hatte Fitschen auf einem Neujahrsempfang erklärt, das Vorgehen der Behörden wegen des Verdachts der schweren Steuerhinterziehung beim Handel mit Emissionszertifikaten sei unverhältnismäßig gewesen. Die Anklagebehörde wies dies ausdrücklich zurück.

"Ich kann keinen Sinn darin entdecken, dass 500 Mann - teilweise vermummt, teilweise mit Maschinenpistolen - im Foyer der Deutschen Bank aufmarschiert sind", sagte Fitschen laut "FAZ" bei dem Empfang. Ein Sprecher der Anklagebehörde sagte der Zeitung dazu, bei dem Einsatz habe es keine vermummten Beamten gegeben. Auch habe definitiv keiner der Polizisten eine Maschinenpistole getragen.

Die Behauptung, dass 500 Beamte im Foyer aufmarschiert seien, treffe ebenfalls nicht zu, sage der Sprecher der "FAZ". Diese Zahl stimme allenfalls für den bundesweit koordinierten Einsatz an jenem Tag. Sie hätten eingesetzt werden müssen, um in den zahlreichen Büroräumen gleichzeitig sicherzustellen, dass keine Beweise vernichtet würden. Der Sprecher betonte überdies, die Polizei habe bei dem Einsatz in Frankfurt nicht, wie vielfach verbreitet worden sei, einen Hubschrauber eingesetzt.

Entschuldigung für Anruf bei Bouffier

Viel Kritik hatte Fitschen im Dezember einstecken müssen, weil er den hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier angerufen hatte, um sich bei ihm über die aus seiner Sicht "überzogene" Aktion zu beklagen.  Als Bouffier das Telefonat bekanntmachte, und Vorwürfe laut wurden, dass Fitschen damit versuche, die Deutsche Bank über das Recht zu setzen, entschuldigte dieser sich. Der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sagte er: "Sollte mein Anruf in der Öffentlichkeit zu einem falschen Eindruck geführt haben, möchte ich mich ausdrücklich dafür entschuldigen."

Darüber hinaus erklärte der 64-Jährige: "Mein Anruf erfolgte mit guten Absichten." Er habe gegenüber Bouffier seine "tiefe Betroffenheit über die Wahrnehmung der Vorgänge im Ausland" ausdrücken wollen. Schließlich seien die Bilder der Razzia um die ganze Welt gegangen.

Kritiker beanstandeten danach, dass Fitschen sich nicht für den Anruf, sondern nur für den Eindruck entschuldigt habe, den der Anruf in der Öffentlichkeit erweckt habe. Von Reue könne keine Rede sein.

Quelle: n-tv.de

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