Wirtschaft
In der Smartphone-Sparte läuft es nicht mehr ganz so rund.
In der Smartphone-Sparte läuft es nicht mehr ganz so rund.(Foto: REUTERS)

Smartphone-Sparte schwächelt weiter: Bei Samsung klingelt es leiser

Handys dürften Samsung etwas zuletzt weniger Spaß machen: Die Preise bröckeln und die Werbeausgaben steigen. Das bremst das Gewinnwachstum. Auch die anderen Segmente können das nicht ausgleichen. Die Anleger sind deprimiert.

Das Strahlen des erfolgsverwöhnten Elektronikkonzern Samsung verblasst leicht. Erstmals seit zwei Jahren sinkt das operative Ergebnis. Die Koreaner können mit ihren Smartphones nicht mehr so auftrumpfen wie in der Vergangenheit. Verstärkt hat sich der Effekt zudem durch ungünstigere Wechselkurse. In dem Segment verdient Samsung immerhin gut die seines Gewinns. Zudem schlugen die Mitarbeiterboni ordentlich ins Kontor.

So kosteten schwankende Wechselkurse bei der südkoreanischen Währung rund 700 Milliarden Won - umgerechnet 475 Millionen Euro -  Gewinn. Für die typischerweise zum Jahresende anfallenden Boni musste Samsung im vergangenen Jahr 800 Milliarden Won aufbringen.

Letztlich fiel das operative Ergebnis im Abschlussquartal mit 8,3 Billionen Won (5,6 Milliarden Euro) sechs Prozent geringer aus als noch im Vorjahr. Im Quartal zuvor hatte es noch um Viertel zugelegt.

Gewinn  steigt langsamer

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Unter dem Strich blieb beim weltgrößten Smartphone-Hersteller mit 7,3 Billionen Won zwar etwas mehr in der Kasse als im Vorjahr. Doch schwächte sich der Anstieg ab. Die nach wie vor guten Gewinnspannen im Geschäft mit Speicherchips und die Verkäufe anderer Elektronikgeräte reichten nicht aus, um das nachlassende Gewinnwachstum im Geschäft mit hochwertigen Galaxy-Smartphones auszugleichen.

Im Gesamtjahr nahmen die Koreaner mit 228,7 Billionen Won gut 13 Prozent mehr ein. Das operative Ergebnis kletterte von 29 Billionen auf 39,8 Billionen Won. Der Gewinn legt um nicht ganz sieben Billionen auf 30,5 Billionen Won zu.

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Beim Konzern verliert seit vergangenem Jahr das Wachstumstempo in der Telekommunikationssparte des Konzerns an Fahrt. Mobiltelefone und allgemeines Telekommunikationszubehör machten im vierten Quartal zwei Drittel des operativen Konzernergebnisses aus. Das mobile Geschäft allein trug in den vergangenen beiden Jahren zur Hälfte der Konzerngewinne bei. Jetzt aber bröckeln die durchschnittlichen Verkaufspreise für Smartphones. Zudem muss für Werbung mehr ausgegeben werden.

Herausforderung China

Analysten schätzen, dass Samsung im vierten Quartal zwischen 85 Millionen und 87 Millionen Smartphones verkauft hat, darunter auch den Verkaufsschlager Galaxy S4.

Doch die Anleger reagieren zunehmen skeptisch. Seit Jahresbeginn verlor das Papier sechs Prozent. Das reduziert allein den Unternehmenswert um gut elf Milliarden Dollar. Experten monieren das Fehlen einer klaren Wachstumsstrategie.

Ein Sorgenkind der Koreaner ist China. Etwas überraschend haben sich dort für den Dauerrivalen Apple die Türen geöffnet. Auf dem gigantischen Markt sind zudem heimische Anbieter stark. Im März drohen dem südkoreanischen Konzern darüber hinaus eine Reihe neuer Patentstreitigkeiten mit Apple, bei denen es um neuere Geräte wie das Galaxy SIII geht. Analysten rechnen deshalb damit, dass Samsung noch mehr Geld für künftige Prozesskosten und mögliche Schadensersatzforderungen zurücklegen muss.

Quelle: n-tv.de

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