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Dividendenkurs enttäuscht: Beiersdorf sitzt auf Milliarden

Es läuft bei Beiersdorf. Allerdings lässt der Konzern die Aktionäre am Wachstum nicht teilhaben: Die Dividende bleibt unangetastet und liegt weiter auf dem Niveau von 2009. Das stößt den Anlegern sauer auf. Der Vorstand hat aber einen Plan.

Beiersdorf verdient prächtig, hält die Aktionäre jedoch weiter knapp. Dank Zuwächsen der Kosmetiksparte in Südamerika und Osteuropa kletterte der Reingewinn ohne Sondereffekte im vergangenen Jahr 15 Prozent auf 671 Millionen Euro, wie der Nivea-Hersteller mitteilte. "Beiersdorf ist im abgelaufenen Jahr noch wettbewerbsfähiger und effizienter geworden", sagte Vorstandschef Stefan Heidenreich. "Das sind gute Voraussetzungen für weiteres Wachstum im Geschäftsjahr 2016."

Die Dividende soll dennoch nicht steigen. Für 2015 sollen an die Anteilseigner wie im Jahr davor 70 Cent je Aktie ausgeschüttet werden. Analysten hatten mit einer leichten Erhöhung auf 72 Cent gerechnet. Seit 2009 zahlt Beiersdorf die gleiche Dividende. Ein großer Teil der Ausschüttung von 159 Millionen Euro geht an die Hamburger Milliardärsfamilie Herz, die über ihre Holding Maxingvest gut die Hälfte der Anteile an dem Kosmetikkonzern hält. An der Börse legte die Aktie im Frühhandel rund ein Prozent zu, dann sackte der Kurs durch. Beiersdorf-Titel gehörten im Anschluss zu den drei größten und einzigen Verlierern im Leitindex.

Für dieses Jahr geht das Management von einem Umsatzwachstum zwischen drei und vier Prozent aus. Die operative Rendite (Ebit-Marge) soll leicht steigen. 2015 waren im Konzern 14,4 Prozent vom Umsatz übrig geblieben; 0,7 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Kosmetik boomt

Beiersdorf hatte sein zuletzt reduziertes Umsatzziel im vergangenen Jahr dank eines Schlussspurts in der zweiten Jahreshälfte erreicht. Die Erlöse stiegen organisch um drei Prozent auf rund 6,7 Milliarden Euro. Die Entwicklung der Tochter Tesa, die zuletzt fast ausschließlich aufgrund von Währungseffekten zulegte, hatte das Management veranlasst, die Messlatte für den Umsatzzuwachs im Konzern von drei bis fünf Prozent auf drei bis vier Prozent zu senken. Nominal stieg der Konzernumsatz des Henkel und L'Oreal -Konkurrenten um 6,4 Prozent.

Besonders kräftig wuchs Beiersdorf im Kosmetikgeschäft in Osteuropa (plus 7,9 Prozent) und Amerika (plus 8,4). Dagegen traten die Erlöse auf dem Heimatmarkt in Westeuropa auf der Stelle (plus 0,3). Der Anteil des Geschäfts in Schwellenländern wächst seit einigen Jahren kontinuierlich. In Südamerika legte Beiersdorf 2015 um knapp elf Prozent zu. In China stabilisierten sich die Erlöse.

Beiersdorf mit zuletzt 17.700 Beschäftigten macht den Großteil seiner Erlöse mit Kosmetikartikeln wie Niveau, Eucerin, Labello und 8x4. Die Klebstofftochter Tesa steht für etwa ein Sechstel des Konzernumsatzes. 

Externes Wachstums geplant

Beiersdorf will künftig stärker auch durch Zukäufe wachsen. "Wir fangen mal langsam an zu angeln", sagte Vorstandschef Heidenreich. Er wies auf die gut gefüllte Kasse des Dax Konzerns aus Hamburg hin, die einen Zukauf erleichtern würde. Beiersdorf verfügte zuletzt über Barmittel von rund drei Milliarden Euro und könnte nach früheren Angaben einschließlich genehmigten Kapitals bis zu zehn Milliarden Euro lockermachen.

Heidenreich machte zugleich deutlich, dass organisches Wachstum für Beiersdorf weiter Vorrang habe. Der Konzern sucht schon seit mehreren Jahren nach geeigneten Übernahmekandidaten, ist bisher aber nicht fündig geworden.

Quelle: n-tv.de

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