Wirtschaft

Signale der Deutschen Bank: Berggruen erhält Rückenwind

In den Karstadt-Mietpoker kommt Bewegung. Investor Berggruen kann sich freuen, denn die zuletzt von ihm arg gescholtene Deutsche Bank will nun helfen. Allerdings gibt es neue Querschüsse aus Italien: Maurizio Borletti gibt keine Ruhe.

Die nächste Woche wird noch einmal spannend.
Die nächste Woche wird noch einmal spannend.(Foto: dpa)

Im Ringen um Karstadt hat die Deutsche Bank Unterstützung für den Investor Nicolas Berggruen signalisiert. "Wir werden die Lösung Berggruen weiterhin konstruktiv unterstützen, denn sie erscheint uns derzeit als die sicherste für Karstadt", sagte Vorstandsmitglied Jürgen Fitschen der "Welt".

"Uns geht es nur um eines, und zwar um die Sicherheit dieser Transaktion zugunsten von Karstadt", sagte Fitschen. Vieles spreche dafür, dass bei dem Treffen der Highstreet-Gläubiger am kommenden Donnerstag eine Einigung erzielt werde. Die Deutsche Bank gehört zusammen mit Goldman Sachs zu den großen Partnern hinter dem Vermieter-Konsortium Highstreet.

Wenn sich nicht alle Beteiligten mit Berggruen einigten, könnte die Gefahr wachsen, dass es nicht mehr zu einer für alle Seiten akzeptablen Lösung komme. Auch ein nachgebessertes Angebot des italienischen Warenhausbetreibers Maurizio Borletti würde daran voraussichtlich nichts ändern. "Es könnte durchaus sein, dass Borlettis Angebot besser ist. Daher ist es sehr bedauerlich, dass es erst so spät gekommen ist", sagte Fitschen.

Borletti nervt weiter

Berggruen hatte in dieser Woche die Rolle der Deutschen Bank beim Mietpoker scharf kritisiert. Er warf dem Geldinstitut vor, Karstadt als "Spielzeug" zu benutzen.

Borletti hat unterdessen ein nachgebessertes Angebot für den Kauf von Karstadt vorgelegt. Das bestätigten Sprecher von Borletti und des Insolvenzverwalters Klaus Hubert Görg. "Es war auf den ersten Blick so spärlich, wir hätten es fast übersehen", sagte Görg-Sprecher Thomas Schulz.

Entscheidung bis Donnerstag

Nach Angaben eines Borletti-Sprechers ist das Angebot in den Eckpunkten unverändert geblieben. Weiterhin werde ein Kaufpreis für Karstadt von 100 Millionen Euro geboten. Verändert worden seien lediglich einige technische Details. Borletti hatte sein erstes Angebot erst nach Abschluss des offiziellen Bieterverfahrens im August abgegeben. Görg hatte der Borletti-Offerte eine Absage erteilt.

Maurizio Borletti steht erneut auf der Matte.
Maurizio Borletti steht erneut auf der Matte.(Foto: © Tonino Muci/FM2)

Im Rennen um Karstadt hat der Investor Berggruen bereits Anfang Juni einen Kaufvertrag für die insolvente Warenhauskette unterzeichnet. Damit der Kaufvertrag gültig wird, muss er sich jedoch bis zum Donnerstag kommender Woche mit dem Vermieter-Konsortium Highstreet über die von ihm geforderten Mietsenkungen für die Warenhäuser geeinigt haben.

Quelle: n-tv.de

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