Wirtschaft
Die erste A350-Maschine soll im zweiten Halbjahr 2014 ausgeliefert werden.
Die erste A350-Maschine soll im zweiten Halbjahr 2014 ausgeliefert werden.(Foto: dpa)

Anschubkredite für A350 auf Eis: Berlin lässt Airbus zappeln

Die Bundesregierung hatte Airbus für den Langstreckenjet A350 einen Kredit von gut einer Milliarde Euro in Aussicht gestellt. Weniger als die Hälfte davon sind bisher nur geflossen. Der Flugzeughersteller pocht auf schnelle Auszahlung. Berlin vertröstet.

Airbus muss weiter auf die Auszahlung von staatlichen Kredithilfen aus Deutschland für den Langstreckenjet A350 warten. "Die Bedingungen für die Auszahlung des Darlehens an Airbus können nur von der künftigen Bundesregierung festgelegt werden", sagte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums. Das Ministerium wolle die künftige Regierung nicht durch kurzfristige Entscheidungen in dieser Sache binden. Der europäische Flugzeughersteller hatte zuvor die Regierung gedrängt, die in Aussicht gestellten 600 Millionen Euro Anschubfinanzierung zu zahlen.

Airbus sieht alle Bedingungen als erfüllt an. "Der Ball liegt jetzt bei der Bundesregierung", wie Vorstandsmitglied Günter Butschek dem Berliner "Tagesspiegel" sagte. "Aus unserer Sicht sind alle Argumente ausgetauscht." Die Forderung des Unternehmens bezieht sich auf rückzahlbare Hilfen für den A350, für die insgesamt 1,1 Milliarden Euro avisiert sind. Davon wurden 500 Millionen Euro von der Regierung schon ausgezahlt.

Deutschland ist seit einigen Monaten Großaktionär der Airbus-Mutter EADS. Zwischen beiden Seiten schwelt seit geraumer Zeit ein Konflikt über die Frage, ob der Konzern seine Zusagen zur Stärkung des Forschungs- und Entwicklungsstandorts Deutschland eingehalten hat. Der deutschen Regierung reichten die bisherigen Bemühungen von Airbus nicht.  Das Wirtschaftsministerium hatte daher konkrete Vorschläge und deren Umsetzung gefordert.

Warten auf die neue Regierung

Butschek betonte nun: "Wir haben unsere Versprechen deutlich übererfüllt und sind der Meinung, dass es keinen Grund gibt, die ausstehende Rate zurückzuhalten." Mit 4000 Arbeitsplätzen in Deutschland, die dem A350 zugeordnet werden müssten, habe der Konzern seine Zielvorgabe weit überschritten und auch beim Entwicklungsanteil liege Airbus über dem versprochenen Drittel. Aus dem Umkreis des Unternehmens wurde noch kürzlich die Hoffnung laut, dass der Konflikt nach der Bundestagswahl zügig beigelegt werden kann. Das aber verzögert sich offensichtlich nun weiter durch die Gespräche zur Regierungsbildung.

Butschek zufolge würde Airbus allerdings auch ohne die verlangte Kreditrate keine gravierenden Probleme bekommen. "Wir haben mit dem Erstflug und mittlerweile knapp 400 absolvierten Flugstunden den Beweis erbracht, dass wir so ein Projekt auch ohne das restliche Darlehen der Bundesregierung finanzieren und auch planmäßig abwickeln können", unterstrich er. Zugleich bekräftigte der Manager die Erwartung, dass die erste A350-Maschine wie geplant im zweiten Halbjahr 2014 ausgeliefert wird.

Quelle: n-tv.de

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