Wirtschaft
Tanken ist billig wie lange nicht. Doch zur Neige gehende Vorräte machen einen langfristig steigenden Ölpreis vorhersehbar.
Tanken ist billig wie lange nicht. Doch zur Neige gehende Vorräte machen einen langfristig steigenden Ölpreis vorhersehbar.(Foto: picture alliance / dpa)

Studien zu Energieträgern: Billiges Öl sorgt für mehr Wachstum

Je geringer die Tankrechnung, desto mehr bleibt für den privaten Konsum übrig. Die positiven Auswirkungen auf die Konjunktur belegen Forscher nun in einer Studie. Doch aufs Öl und andere fossile Energieträger bleibt Deutschland noch lange angewiesen.

Der deutlich gesunkene Ölpreis wird nach Einschätzung des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) zunehmend zu einer Stütze für die Konjunktur. "Der niedrigere Ölpreis wird wohl vor allem die Kaufkraft der privaten Haushalte und damit die privaten Konsumausgaben stärken", heißt es in einer in Essen vorgelegten Studie.

Für das zu Ende gehende Jahr 2014 und das Jahr 2015 rechnen die Wirtschaftsforscher mit einem Wachstum von jeweils 1,5 Prozent. Ohne den verringerten Ölpreis müsste das Wirtschaftswachstum um etwa 0,4 Prozentpunkte niedriger angesetzt werden, sagte RWI-Forscher Roland Döhrn. Das Institut sei bei seiner Prognose von einem Ölpreis von 70 Dollar je Barrel ausgegangen.

Die Ölpreise gaben unterdessen weiter nach. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete am Mittwoch 66,27 US-Dollar und damit 53 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Referenzsorte WTI fiel um 63 Cent auf 63,20 Dollar.  Hintergrund ist unter anderem der Kampf einiger Opec-Staaten um Marktanteile. Zuletzt hatten die beiden größten Produzenten des Kartells, Saudi-Arabien und der Irak, ihre Preise gesenkt.

Die Nachfrage nach Öl wird das Angebot überholen

Für 2015 rechnet die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) mit der schwächsten Nachfrage nach Opec-Öl seit zwölf Jahren. Sie senkte ihre Bedarfsprognose. Als Grund genannt wurde die umstrittene Fracking-Fördermethode in den USA und ein weltweit sinkender Ölverbrauch.

Deutschland wird einer Studie zufolge während der Energiewende noch für viele Jahre auf fossile Energieträger wie Öl, Kohle und Gas angewiesen sein. Diese Energierohstoffe sind weltweit noch reichlich vorhanden, wie aus einer am Mittwoch in Hannover veröffentlichten Studie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hervorgeht.

Erdöl sei der einzige nicht erneuerbare Rohstoff, bei dem in den kommenden Jahrzehnten eine steigende Nachfrage wahrscheinlich nicht mehr gedeckt werden könne. Daran ändere auch die zunehmende Nutzung von nicht-konventionellen Reserven wie Schieferöl langfristig nichts. Erdgas und Kohle seien dagegen aus geologischer Sicht noch in sehr großen Mengen vorhanden, heißt es in der BGR-Studie.

Quelle: n-tv.de

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