Wirtschaft
Mehr Fracht als die deutsche Luftfahrt: Mehr als 223,2 Mio. Tonnen Güter kommen in Deutschland über das Wasser.
Mehr Fracht als die deutsche Luftfahrt: Mehr als 223,2 Mio. Tonnen Güter kommen in Deutschland über das Wasser.(Foto: picture alliance / dpa)

Halbleere Kähne auf den Kanälen: Binnenschiffern fehlen Aufträge

Tag für Tag bahnt sich ein gewaltiger Strom an Gütern quer durch Deutschland - zu Lande, in der Luft und auf dem Wasser. Doch wenn sich der Puls der deutschen Wirtschaft verlangsamt, beginnt sofort auch der Warenstrom abzuebben. Die Zahlen für 2012 wirken dennoch imposant.

Zu viel Luft in den Laderäumen ist auch nicht gut: Ein Binnenschiffer wünscht sich freie Fahrt und volle Zuladung.
Zu viel Luft in den Laderäumen ist auch nicht gut: Ein Binnenschiffer wünscht sich freie Fahrt und volle Zuladung.(Foto: picture alliance / dpa)

Die Binnenschifffahrt in Deutschland hat im vergangenen Jahr die schwächere Konjunktur zu spüren bekommen. Der Warentransport auf deutschen Flüssen legte nach Einbrüchen im Vorjahr 2012 lediglich um 0,5 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Insgesamt beförderten Binnenschiffe in Deutschland 223,2 Mio. Tonnen Güter. Stark war der Zuwachs beim Durchgangsverkehr - der Transport zwischen ausländischen Häfen nahm um 8,6 Prozent zu.

2011 hatten Niedrigwasser im Herbst und eine Tankerhavarie auf dem Rhein den Flusstransport hierzulande um 3,3 Prozent schrumpfen lassen.

Die abflauende Konjunktur wirkt sich auf den gesamten Güterverkehr in Deutschland aus: Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes sank das gesamte Transportaufkommen auf allen Verkehrswegen gegenüber dem starken Vorjahr um 2,2 Prozent auf 4,3 Mrd. Tonnen. Damit erlitten Spediteure, Binnenschiffer, die Bahn und Fluggesellschaften nach zwei Wachstumsjahren einen Rückschlag auf dem Weg zur alten Höchstmarke von 4,5 Mrd. Tonnen aus dem Vorkrisenjahr 2008.

Zwar legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach vorläufigen Zahlen 2012 um 0,7 Prozent zu. Allerdings rutschten die Industrie und das Baugewerbe ins Minus. "Das macht sich im Güterverkehr bemerkbar", sagte ein Experte des Bundesamts.

Löwenanteil auf der Straße

Auf der Straße wurden diesen Angaben zufolge 2012 rund 3,3 Mrd. Tonnen und damit 2,7 Prozent weniger befördert als 2011. Dennoch hatte der Straßengüterverkehr mit 77 Prozent den mit Abstand höchsten Anteil am Transportaufkommen. Der Güterverkehr auf der Schiene sank um 2,7 Prozent auf 365 Mio. Tonnen. Die Luftfahrt beförderte 4,3 Mio. Tonnen Fracht und verlor damit ebenfalls 2,7 Prozent.

In der Seeschifffahrt setzte sich dagegen das Wachstum der beiden Vorjahre abgeschwächt fort: Mit 298 Mio. Tonnen wurden 1,8 Prozent mehr Güter befördert als im Jahr 2011. Beim Transport von Rohöl in Rohrleitungen stieg die Beförderungsmenge um 1,5 Prozent auf knapp 88 Millionen Tonnen.

Quelle: n-tv.de

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