Wirtschaft
MtGox-Gründer Mark Karpeles während einer Pressekonferenz in Tokio.
MtGox-Gründer Mark Karpeles während einer Pressekonferenz in Tokio.(Foto: REUTERS)

MtGox hat Millionenschulden: Bitcoin-Börse stellt Insolvenzantrag

Dass Nutzer der Handelsplattform MtGox ihre Bitcoins wiederbekommen, wird immer unwahrscheinlicher. Das Firma nähert sich der Pleite, die offenen Verbindlichkeiten belaufen sich umgerechnet auf knapp 47 Millionen Euro.

Die größte Handelsplattform für die Digital-Währung Bitcoin, MtGox, hat einen Insolvenzantrag gestellt. MtGox habe Schulden von rund 6,5 Milliarden Yen (46,6 Millionen Euro), hieß auf einer Pressekonferenz in Tokio. Die Handelsplattform für Bitcoins, eine der ältesten und wichtigsten ihrer Art, hatte vor zweieinhalb Wochen alle Aktivitäten gestoppt und dies mit einem Softwarefehler begründet. MtGox-Kunden kommen seitdem nicht mehr an ihre virtuellen Guthaben heran. Am Dienstag ging die in Tokio ansässige Plattform dann offline. Als Grund gaben die Betreiber den Schutz der Nutzer an.

Berichten zufolge könnten 740.000 Bitcoins zum aktuellen Wert von über 400 Millionen Dollar verschwunden sein. Die Zahl der Kunden wird auf eine Million geschätzt, nur relativ wenige davon sollen Japaner sein. Viele Nutzer fürchten, dass ihre Bitcoins an der MtGox-Börse gestohlen wurden. Inzwischen haben japanische und US-Behörden Ermittlungen aufgenommen. Die Vorgänge dürften das Vertrauen in Bitcoin weiter erschüttern.

Am Donnerstag meldete sich dort der Gründer des virtuellen Marktplatzes, Mark Karpeles, zu Wort. "Da es zur Zeit viele Spekulationen um MtGox und seine Zukunft gibt, möchte ich allen versichern, dass ich immer noch in Japan bin und mit vielfacher Unterstützung hart daran arbeite, unsere Probleme zu lösen", lautete die dürre Erklärung.

Komplexes Verfahren

Die virtuelle Währung Bitcoin war im Jahr 2009 als Antwort auf die Finanzkrise erfunden worden. Geschaffen hat sie ein unbekannter Programmierer, der eine von Staaten, Zentralbanken und anderen Finanzinstituten unabhängige Währung wollte. Bitcoins sollen einen Zahlungsverkehr ermöglichen, der unabhängig von Regierungen und Banken funktioniert und die Transaktionskosten niedrig hält.

Das virtuelle Geld wird durch komplexe Verfahren berechnet. Der Wechselkurs zu echten Währungen schwankt stark. Im vergangenen Jahr war der Kurs zeitweise über 1000 Dollar pro Bitcoin gestiegen, derzeit liegt er bei etwa 560 Dollar. Aufsichtsbehörden weltweit hatten in den vergangenen Monaten verstärkt vor den Risiken gewarnt.

Derweil gibt die Bitcoin-Stiftung den Betreibern der Handelsplattform MtGox die Schuld am plötzlichen Aus. "Sie sind gescheitert, weil sie - wie es aussieht - nicht die nötigen Prüfungen durchgeführt haben", sagte Stiftungsdirektor Jon Matonis auf der Mobilfunkmesse Mobile World Congress in Barcelona. "Die Aufsichtsregeln wurden nicht befolgt."

Matonis sah die Verantwortung auch bei den Behörden in Japan, wo MtGox seinen Firmensitz hat. "Die japanische Regierung hat die Regeln, die bestehenden Regulierungen, nicht durchgesetzt", sagte Matonis. Das entbehrt nicht einer gewissen Ironie, denn Bitcoin brüstet sich damit, als unabhängige Digitalwährung ohne die Aufsicht von Zentralbanken auszukommen.

Quelle: n-tv.de

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