Wirtschaft
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Es geht abwärts: Bitcoin-Kurs sinkt kräftig

Von Jan Gänger

Die Talfahrt hat es in sich: Zeitweise kostet ein Bitcoin weniger als 300 Dollar. Doch trotz des Kursverfalls sehen Freunde der Cyber-Währung keinen Grund zur Unruhe. Im Gegenteil.

Bitcoin hat schon bessere Tage gesehen. Wie es um die einst so gehypte virtuelle Währung derzeit bestellt ist, zeigt ein Blick auf den Chart: Seit dem Sommer geht es bergab, bevor sich die Talfahrt in den vergangenen Tagen beschleunigte: Am Wochenende fiel der Kurs unter 300 Dollar. Am Montagvormittag hatte er sich wieder auf 316 Dollar vorgearbeitet.

(Foto: www.bitcoin.de)

Das mag immer noch viel Geld sein, doch vom Glanz vergangener Zeiten ist der Bitcoin weit entfernt. Die einstmaligen Kursgewinne haben sich in Luft aufgelöst. Im Dezember 2013 hatte ein Bitcoin nach einer spektakulären Aufwärtsfahrt zwischenzeitlich mehr als 1000 Dollar gekostet - bis die Währung dann abstürzte und später mit starken Schwankungen um die Marke von 500 Dollar pendelte. Zwischenzeitlich ging mit Mt. Gox die bis dahin wichtigste Bitcoin-Börse pleite.

Die Gründe der jüngsten Talfahrt sind unklar. Einige Beobachter sprechen davon, dass immer mehr Besitzer von Bitcoin lieber Kasse machen, als die Währung weiter zu horten. Andere verweisen darauf, dass das Interesse erlahmt. Dafür spricht, dass auf der Suchmaschine Google signifikant weniger nach dem Begriff "Bitcoin" gesucht wird.

Daran ändert auch nichts, dass in letzter Zeit positive Nachrichten für Bitcoin die Runde machten. So soll der zu Ebay gehörende Zahlungsabwickler Braintree dem "Wall Street Journal" zufolge Gespräche darüber führen, die digitale Währung einzuführen. Braintree wickelt als Sparte von Paypal Zahlungen wie für den Vermittler von Privatunterkünften Airbnb, den Fahrdienst Uber oder den Restaurant-Reservierer Open Table durch.

Bitcoin-Befürworter führen genau dieses Umfeld für den Kursrückgang zurück. Ihr Argument: Bitcoin werde immer häufiger für Zahlungen verwendet und weniger gehortet - daher sinke der Kurs.

Im Gegensatz zu den offiziellen Währungen wie Euro und Dollar steht hinter den Bitcoins keine Zentralbank. Vielmehr wird das Cyber-Geld von Nutzern selbst an leistungsstarken Rechnern produziert. Die Geldmenge ist begrenzt, irgendwann soll es maximal 21 Millionen Bitcoins geben, die für Zahlungen gestückelt werden können. Im Prinzip sind Bitcoins damit Goldkörner, die mit einer Seriennummer versehen sind. Dieses Geld kann bei Teilnehmern - vor allem im Internet - zum Einkaufen verwendet werden. Der Kurs ergibt sich aus Angebot und Nachfrage an unregulierten Tauschbörsen.

Quelle: n-tv.de

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