Wirtschaft
Sang- und klangloser Abgang: Scott Thompson.
Sang- und klangloser Abgang: Scott Thompson.

Keine Abfindung, keine guten Wünsche: Bitterer Abgang für Yahoo-Chef

Ex-Yahoo-Chefin Carol Bartz tobt bei ihrem Rausschmiss und fühlt sich "verarscht". Immerhin nimmt sie aber drei Millionen Euro Abfindung mit. Für ihren nun geschassten Nachfolger Thompson gibt es weder eine Abfindung noch eine Verabschiedung. Er täuschte das Unternehmen mit einem aufgehübschten Lebenslauf.

Der Abschied von Yahoo fällt für den gestrauchelten Konzernchef Scott Thompson bitter aus. Der Manager, dem ein falscher Uni-Titel zum Verhängnis geworden war, bekommt keine Abfindung. Ihm bleiben allerdings die Millionen in bar und Aktien, die er nach seinem Wechsel von seinem früheren Arbeitgeber Ebay erhalten hatte. Das geht aus einer Börsenmitteilung vom späten Montag hervor.

Thompson war am Sonntag aus dem Unternehmen ausgeschieden, nachdem ein Großaktionär einen falschen Abschluss in Computerwissenschaften in seinem Lebenslauf entdeckt hatte und ihn damit öffentlich unter Druck setzte. Wie mehrere US-Medien berichten, habe Thompson dem Yahoo-Verwaltungsrat zudem kurz vor seinem Rückzug eröffnet, dass er an Schilddrüsenkrebs leide. Öffentlich hatte sich Thompson nicht geäußert, sondern war abgetaucht. In der Mitteilung von Yahoo blieben die sonst üblichen Abschiedsworte und guten Wünsche für den weiteren Lebensweg aus.

Es ist schon der zweite unrühmliche Abgang eines Yahoo-Chefs binnen kurzer Zeit. Thompson war erst zu Jahresbeginn angetreten. Seine Vorgängerin Carol Bartz war im vergangenen Herbst gefeuert worden, weil sie es nicht geschafft hatte, den Umsatzschwund des Unternehmens zu stoppen. Monatelang war Yahoo führungslos. Thompson hatte erste Erfolge vorweisen können. Ein endgültiger Nachfolger wird noch gesucht.

Quelle: n-tv.de

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