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Am Ohr von Angela Merkel: Blackberry kauft deutsche Secusmart

Auf dem Markt für Endverbraucher kommt Blackberry gegen Samsung, Apple und Co. nicht an. Also besinnt sich der Smartphone-Pionier auf seine Wurzeln und kauft im Bereich der Sicherheitstechnik zu. Doch das Kaufopjekt ist "politisch heikel".

Der angeschlagene Smartphone-Pionier Blackberry kauft das deutsche Unternehmen Secusmart und sichert sich damit die Abhörschutz-Technik wie sie ewa Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in ihrem Smartphone benutzt. Der Preis blieb bisher unbekannt. Mit der Übernahme will Blackberry sein Portfolio an mobilen Sicherheitslösungen für Unternehmen und Regierungen ausbauen.

 Blackberry hatte einst den Smartphone-Markt geprägt, verlor jedoch den Anschluss an Rivalen wie Samsung und Apple mit seinem iPhone. Der Marktanteil rutschte in den einstelligen Prozentbereich ab, hohe Verluste verstärkten Zweifel am Überleben des Konzerns.

Der seit vergangenem Herbst amtierende Konzernchef John Chen versucht, das Ruder vor allem mit einem Fokus auf Firmenkunden und Regierungen herumzureißen. Mit Secusmart kann Blackberry sein eigenes Angebot an sicheren Kommunikationswegen um verschlüsselte Gespräche ergänzen. Chen betonte, die Unternehmen legten verstärkten Wert auf sichere Kommunikation.

Kunden-Geheimnisse

Secusmart aus Düsseldorf hat sich auf Verschlüsselungstechnologien spezialisiert, um Hacker und Spione am Abhören von Mobilfunkgesprächen zu hindern. Zu den Kunden des Unternehmens gehört neben der kanadischen auch die deutsche Regierung. Die Technologie von Secusmart läuft auf Blackberry-10-Geräten und wird unter anderem von der deutschen Bundeskanzlerin eingesetzt.

Secusmart betonte, durch das Zusammengehen erhalte man Zugang zum globalen Markt für sichere mobile Kommunikation. "Die Geheimnisse unserer bestehenden und zukünftigen Kunden bleiben auch weiterhin zuverlässig geschützt", so das Unternehmen. "Wie auch in der Vergangenheit hat kein Secusmart-Mitarbeiter Zugriff auf die Verschlüsselungsalgorithmen oder die Geheimnisse unserer Kunden." Secusmart werde auch unter dem Dach von Blackberry eine deutsche GmbH mit Sitz in Deutschland bleiben.

"Es handelt sich dabei um eine hochwertige Technologie, für die man Geld verlangen kann  und es verspricht so einen großen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz", sagte Blackberry-Chef John Chen.

Heikles Thema Sicherheitsinteressen

Das Geschäft könnte politisch heikel sein, weil die Bundesregierung nach den NSA-Abhördebatten gefordert hatte, dass Deutschland verstärkt eigene IT-Sicherheitstechnologie entwickeln sollte, um unabhängiger von internationalen Firmen zu werden.

Die Kryptokarten für die Verschlüsselung kommen vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Auch die Deutsche Telekom versorgt deutsche Behörden mit abgesicherten Smartphones, sie nutzt als Basis Samsung-Geräte.

Grundsätzlich hat die Bundesregierung die Möglichkeit, Akquisitionen von deutschen Unternehmen in sensiblen Bereichen durch ausländische Investoren bei Beeinträchtigungen von Sicherheitsinteressen zu prüfen und gegebenenfalls zum unterbinden. Ob davon im aktuellen Fall Gebrauch gemacht wird, war zunächst im Wirtschaftsministerium nicht zu erfahren.

Quelle: n-tv.de

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